Johann Heinrich Ignaz Schumacher (* 7. Februar 1805 in Amberg; † 9. November 1889 in Augsburg) war ein bayerischer Generalleutnant.
Leben Schumacher war der Sohn eines Militär-Administrationsbeamten. Nach dem Besuch des Kadettenkorps in München wurde er am 4. April 1827 als Junker im 5. Infanterie-Regiment der Bayerischen Armee angestellt. Unter Beförderung zum Unterleutnant war er von Ende August 1828 bis 1830 im 7. Infanterie-Regiment tätig und kehrte anschließend zu seinem Stammregiment zurück. Nachdem Schumacher am 10. September 1840 zum Oberleutnant aufgestiegen war, diente er von Ende November 1840 bis Anfang März 1843 zunächst als Bataillons- und anschließend als Regimentsadjutant. Mit der Beförderung zum Hauptmann folgte Anfang April 1847 seine erneute Versetzung in das 7. Infanterie-Regiment. Am 31. März 1855 wurde er Major im 10. Infanterie-Regiment „Albert Pappenheim“ und stieg Ende Februar 1858 zum Oberstleutnant im 5. Infanterie-Regiment „Großherzog von Hessen“ auf. In dieser Eigenschaft erhielt Schumacher im September des Jahres die Erlaubnis zur Annahme des ihm von seinem Regimentsinhaber Ludwig III. verliehenen Ritterkreuzes I. Klasse des Ludewigs-Ordens. Unter Beförderung zum Oberst wurde er am 9. Mai 1859 als Kommandant des 14. Infanterie-Regiments „Zandt“ nach Nürnberg versetzt. König Ludwig II. würdigte seinen Dienst Anfang Februar 1866 durch die Verleihung des Ritterkreuzes I. Klasse seines Verdienstordens vom Heiligen Michael.
Durch Armeebefehl vom 20. Mai 1866 wurde Schumacher nach der Mobilmachung anlässlich des Krieges gegen Preußen unter Beförderung zum Generalmajor zum Kommandanten der 3. Infanterie-Brigade ernannt. In dieser Stellung führte er seine Truppen in der Schlacht bei Kissingen und dem Gefecht bei Roßbrunn.
Nach dem Beginn des Krieges gegen Frankreich übergab er das Kommando seiner Brigade vertretungsweise an Oberst Albert Roth. In Vertretung führte Schumacher ab dem 22. August 1870 für den erkrankten Kommandanten Karl zu Pappenheim die 2. Armee-Division in den Kämpfen bei Beaumont, Sedan und Orléans. Durch Armeebefehl vom 1. November 1870 wurde Schumacher für sein Wirken in der Schlacht bei Sedan mit dem Komturkreuz des Militärverdienstordens ausgezeichnet.Bayerisches Kriegsministerium: Verordnungs-Blatt. Nr. 65 vom 2. November 1870, S. 414. Ferner erhielt er die Erlaubnis zur Annahme des Mecklenburgischen Militärverdienstkreuzes I. Klasse und des Eisernen Kreuzes II. Klasse.
Da Schumacher gesundheitsbedingt nicht mehr frontverwendungsfähig war, ernannte man ihn am 10. November 1870 zum Stadtkommandanten von Augsburg. Von diesem Posten wurde er am 16. März 1871 entbunden und in den Ruhestand versetzt.Bayerisches Kriegsministerium: Verordnungs-Blatt. Nr. 21 vom 28. März 1871, S. 150.
Nach seiner Verabschiedung verlieh ihm König Ludwig II. am 9. Januar 1883 noch den Charakter als Generalleutnant.
Schumacher war verheiratet. Sein einziger Sohn Arthur fiel als Oberleutnant im 14. Infanterie-Regiment „Hartmann“ in der Schlacht bei Weißenburg.Bayerisches Kriegsministerium: Verordnungs-Blatt. Nr. 35 vom 13. August 1870, S. 223.
Literatur † Generallieutenant a.D. Ignaz Schumacher. In: Allgemeine Schweizerische Militärzeitung. Nr. 49 vom 7. Dezember 1889, S. 407. Heinrich von Löbell (Hrsg.): Jahresberichte über die Veränderungen und Fortschritte im Militärwesen. XVII Jahrgang: 1890. Mittler & Sohn, Berlin 1891, S. 442.
Einzelnachweise
Kategorie:Generalleutnant (Bayern) Kategorie:Person im Deutschen Krieg Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Träger des Bayerischen Militärverdienstordens (Komtur) Kategorie:Ritter III. Klasse des Verdienstordens vom Heiligen Michael Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Träger des Mecklenburgischen Militärverdienstkreuzes Kategorie:Ritter des Großherzoglich Hessischen Ludwigsordens Kategorie:Träger des Verdienstordens Philipps des Großmütigen (Ritter I. Klasse) Kategorie:Infanterist (Bayern) Kategorie:Bayer Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1805 Kategorie:Gestorben 1889 Kategorie:Mann