Die 35. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften wurden am 19. und 20. Februar 1988 in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle ausgetragen. Die Stadt Dortmund trat zum neunten Mal als Gastgeber dieser Veranstaltung auf.
Wettbewerbe Gelaufen wurde wie immer seit 1980 auf einer zweihundert Meter langen Rundbahn. Die Sprint- und Hürdensprintstrecke für Frauen und Männer war nach immer wieder unterschiedlichen Distanzen zwischen fünfzig und sechzig Metern – 1959 waren es sogar siebzig Meter – von 1980 an standardisiert auf die Länge von sechzig Metern.
Der Wettbewerbskatalog wies gegenüber dem Vorjahr keine Änderungen auf. Ausgemustert blieben weiterhin drei Disziplinen, die zuvor bereits mindestens einmal Teil des Hallenmeisterschaftsprogramm gewesen waren, die mit einer langjährigen Unterbrechung zukünftig allerdings wieder mit aufgenommen werden sollten. Dabei handelte es sich um das 10.000-Meter-Gehen der Männer, den Siebenkampf der Männer und den Fünfkampf der Frauen.
Das Angebot für Frauen und Männer war über die verschiedenen Bereiche weiterhin unausgeglichen. In der Kategorie Lauf fehlten bei den Frauen die beiden Staffeln über 4-mal 400 und 3-mal 1000 Meter. Bei den Sprüngen wurden wie bei Freiluftveranstaltungen die Wettbewerbe Stabhoch- und Dreisprung erst in den 1990er-Jahren in das allgemeine Wettbewerbsprogramm für Frauen aufgenommen und waren somit vor dieser Zeit auch bei Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften nur für Männer im Angebot. Außer dem Kugelstoßen, das für Frauen und Männer seit Beginn der Deutschen Hallenmeisterschaften ausnahmslos Teil der Veranstaltung war, kamen weitere Wurfdisziplinen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern bei Hallenwettbewerben nicht zur Austragung, weil die üblichen Hallen bei den in diesen Wettbewerben erzielten Weiten nicht die erforderliche Größe besaßen.
Am ersten Meisterschaftstag wurden sieben Finals ausgetragen, eines mehr als im Vorjahr. Abgesehen von Vorläufen und Qualifikationen gab es bei den Männern den Stabhochsprung, Dreisprung und das Kugelstoßen zu sehen, bei den Frauen den 3000-Meter-Lauf, den Hochsprung sowie für beide Geschlechter den 60-Meter-Hürdenlauf. Alle weiteren Konkurrenzen waren wie sonst am zweiten Tag im Programm.
Medaillengewinner Die folgenden Übersichten fassen die Medaillengewinner und -gewinnerinnen zusammen.
Männer Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Christian Haas (LAC Quelle Fürth) 6,64 s Fritz Heer (TV Wattenscheid 01) 6,67 s Stefan Schütz (LG Sieg) 6,67 s200 m Norbert Dobeleit (TV Wattenscheid 01) 21,06 s Erwin Skamrahl (VfL Wolfsburg) 21,10 s Björn Sinnhuber (ESV Ladenburg) 21,51 s400 m Mark Henrich (VfL Kamen) 46,41 s Ralf Lübke (LG Bayer Leverkusen) 46,78 s Bodo Kuhn (LG Bayer Leverkusen) 46,84 s800 m Peter Braun (LG Tuttlingen/Fridingen) 1:47,87 min Joachim Heydgen (TB Emmendingen) 1:47,95 min Matthias Assmann (LG Stuttgart-Nord) 1:48,44 min1500 m Uwe Becker (VfL Wolfsburg) 3:43,72 min Ralf Stewing (LG Bonn/Meckenheim) 3:43,98 min Markus Trines (LAV erdgas Essen) 3:44,76 min3000 m Klaus-Peter Nabein (LAC Quelle Fürth) 8:01,57 min Christoph Herle (VfL Waldkraiburg) 8:02,48 min Rainer Schwarz (LC Buchendorf) 8:03,39 min60 m Hürden Florian Schwarthoff (LG Erlangen) 7,73 s Michael Radzey (MTG Mannheim) 7,75 s Stefan Mattern (LG Kreis Verden) 7,79 s4 × 200 m 1:24,26 min 1:26,57 min 1:27,17 min4 × 400 m 3:10,27 min 3:10,71 min 3:11,16 min3 × 1000 m 7:09,67 min 7:13,80 min 7:14,33 minHochsprung Carlo Thränhardt (LG Bayer Leverkusen) 2,31 m Gerd Nagel (Eintracht Frankfurt) 2,29 m Hans Buchard (LG Wedel-Pinneberg) 2,19 mStabhochsprung Bernhard Zintl (LG München) 5,40 m Jürgen Winkler (TV Wattenscheid 01) 5,40 m Gerhard Schmidt (SV Saar 05 Saarbrücken) 5,30 mWeitsprung Dietmar Haaf (SV Salamander Kornwestheim) 8,04 m Michael Becker (TV Wattenscheid 01) 7,84 m Winfried Klepsch (TV Wattenscheid 01) 7,82 mDreisprung Wolfgang Zinser (LG Bayer Leverkusen) 16,70 m Wolfgang Knabe (TV Wattenscheid 01) 16,44 m Kersten Wolters (LG Hammer Park Hamburg) 16,42 mKugelstoßen Karsten Stolz (TV Wattenscheid 01) 20,49 m Udo Gelhausen (LG Bayer Leverkusen) 19,52 m Kalman Konya(SV Salamander Kornwestheim) 18,83 m
Frauen Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Ulrike Sarvari (VfL Sindelfingen) 7,19 s Silke-Beate Knoll (SC Eintracht Hamm) 7,34 s Andrea Thomas (VfL Sindelfingen) 7,36 s200 m Silke-Beate Knoll (SC Eintracht Hamm) 22,97 s Andrea Thomas (VfL Sindelfingen) 23,21 s Karin Janke (VfL Wolfsburg) 24,09 s400 m Helga Arendt (SC Eintracht Hamm) 51,56 s Gisela Kinzel (SC Eintracht Hamm) 51,91 s Christina Sussiek (LG Bayer Leverkusen) 52,56 s800 m Sabine Zwiener (SU Neckarsulm) 2:03,50 min Gabriela Lesch (Eintracht Frankfurt) 2:03,74 min Brigitte Brückner (MTV Ingolstadt) 2:03,99 min1500 m Brigitte Kraus (ASV Köln) 4:14,34 min Uta Eckhardt (Eintracht Frankfurt) 4:17,42 min Sabine Kunkel (VfL Wolfsburg) 4:20,46 min3000 m Vera Michallek (LG Frankfurt) 9:01,78 min Claudia Borgschulze (SC Eintracht Hamm) 9:08,85 min Christina Mai (LAV co op Dortmund) 9:11,39 min60 m Hürden Ulrike Denk (LG Bayer Leverkusen) 8,00 s Claudia Zaczkiewicz (MTG Mannheim) 8,00 s Gabriele Lippe (MTG Mannheim) 8,15 s4 × 200 m 1:32,55 min 1:33,80 min 1:37,98 minHochsprung Heike Redetzky (LG Bayer Leverkusen) 1,95 m Nicole Hundertmarck (LG Frankfurt)Mila Skibicki (LG Bayer Leverkusen)Helene Klimek (LT 85 Hannover)Christiane Mergemann (MTV Celle) 1,78 m nicht vergebenWeitsprung Monika Hirsch (USC Mainz) 6,55 m Jasmin Feige (LG Bayer Leverkusen) 6,43 m Kerstin Poltrock (LC Paderborn) 6,34 mKugelstoßen Claudia Losch (LC Olympiapark München) 20,46 m Iris Plotzitzka (LC Olympiapark München) 19,95 Stephanie Storp (VfL Wolfsburg) 19,13
Literatur Deutsche Hallenmeisterschaften. In: Leichtathletik Fördergesellschaft mbH (Hrsg.), DLV-Jahrbuch 1988/89, S. 323ff, Darmstadt 1988
Weblinks Deutsche Hallen-Meisterschaften in der Leichtathletik sport-record.de (PDF; 1825 KB) Leichtathletik, zahlreiche Artikel mit dem Thema Deutsche Hallen – Meisterschaften, sport-komplett.de
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