Limni Pikrolimni () ist ein Naturschutzgebiet im Regionalbezirk Kilkis, Zentralmakedonien, in Nordgriechenland, das den See Pikrolimni und die unmittelbar ihn umgebende Landschaft umfasst. Der See ist der einzige nicht an der Küste gelegene Salzwassersee Griechenlands.

Geschichte mini|Satellitenbilder des Sees im August 2021, 2022, 2023 und 2024 Der Salzgehalt des Seewassers entstand durch die großflächige Verdunstung vulkanischer Sedimente in der Region, die im Neogen stattfand. In der Antike war der See unter dem Namen See von Chalastra () bekannt und von ihm soll das damals berühmte Natriumkarbonat „Nitrum Calestricum“ (, Chalastraion Nitro) stammen. Dieser Stoff wird heute Soda genannt und wurde für die Herstellung von Glas benötigt. „Nitrum Calestricum“ ist ein feines, weißes Kristall, das sich im Sommer durch die Verdunstung des Wassers an der Oberfläche des Sees bildet. Dieser Stoff war in der Antike nicht nur berühmt, sondern auch selten.

Die griechische Bezeichnung „chalastraion“ zeugt von der sehr engen Verbindung des Sees mit dem antiken Chalastra, eine Stadt der Antike, deren genauer Standort noch nicht entdeckt wurde, aber gesucht wird.

Lage Der See liegt im Regionalbezirk Kilkis, im nordgriechischen Zentralmakedonien, östlich der Ortschaft Mikrokampos und westlich des Flusses Gallikos, auf einer Höhe von 50 Metern über dem Meeresspiegel, ungefähr 40 Kilometer nordwestlich von Thessaloniki.

Beschreibung mini|Wiesenweihe Der See Pikrolimni hat eine runde Form und ist durchschnittlich nur einen Meter tief. Seine Fläche erstreckt sich je nach der Jahreszeit von 3,7 bis 4,5 Quadratkilometern mit einer ungefähren Uferlänge von 8,5 km. Sein Boden besteht aus Ton mit Schwefelverbindungen und Nitraten. Der See wird heute lediglich durch Regenwasser gespeist. Letzte Wasserquellen im See verschwanden nach dem großen Erdbeben von Thessaloniki 1981. Einige Quellen befinden sich im unmittelbaren Umland des Sees. Das Wasser des Sees selbst hat einen hohen Salzgehalt, dreimal höher als der des Toten Meeres. Am See gibt es ein Thermal-Heilbad, dessen Wasser und Schlamm zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen, Hautproblemen und anderer chronischer Leiden beitragen kann. Das an Schwefel und anderen Mineralien reiche Wasser soll in der Lage sein, den Körper zu entgiften und zu regenerieren.

Limni Pikrolimni ist seit 1997 als Natura-2000-Schutzgebiet mit der Registriernummer GR1230001 ausgewiesen. Außerdem zählt der See auch zu den Key Biodiversity Areas mit einem größeren Gesamtgebiet von 20 Quadratkilometern. Wegen seiner Wichtigkeit als Gebiet für brütende, durchziehende und überwinternde Wasservögel sowie für Greifvögel wurde Limni Pikrolimni als Important Bird and Biodiversity Areas (IBAs) eingestuft. Bedrohungen ergeben sich aus neuen touristischen Erschließungen, der Intensivierung der Landwirtschaft und dem Abholzen von Schilfgebieten, um Futter für das Vieh zu gewinnen.

In den Jahren nach 2021 trocknete der See immer mehr durch den anhaltenden Regenmangel in Nordgriechenland aus. 2024 war er weit über den Sommer hinaus trocken,

Flora Aufgrund des Salzgehalts gedeihen im See ausschließlich Algen. An seinen Ufern wachsen auch Schilf und Salzpflanzen (Halophyten). Je nach Wasserstand des Sees und jährlicher Niederschlagsmenge können dort auch Brackwasser-Sumpfpflanzen und Seggen wachsen. Am Seeufer gibt es eine Halophytenvegetation, die sich jedoch von derjenigen an der Küstenzone unterscheidet. Dies wurde vermutlich durch die Abweichung des Salzgehalts des Binnensees im Vergleich zum Meerwasser hervorgerufen. Die am häufigsten anzutreffende Salzpflanze ist die Puccinella convoluta, eine besondere Art der Salzschwaden.

Fauna In der Region um den See Pikrolimni wurden 59 Vogelarten erfasst, darunter der Triel, die Adlerbussard, die Pfeifente, der Krauskopfpelikan, der Stelzenläufer, die Knäkente, die Stockente und die Rotflügel-Brachschwalbe. Die Wiesenweihe (Circus pygargus) nistet in den Getreidefeldern in der Nachbarschaft des Sees, diese werden jedoch in der Regel abgeerntet, bevor die Jungvögel flügge werden.

Die Sümpfe und Wiesen um den See beherbergen außerdem verschiedene Reptilien- und Amphibienarten, sowie Säugetiere wie den Fuchs, die Wasserratte, den Hasen und den Dachs.

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