Die 24-cm-Mantelringkanone L/30, kurz 24-cm-MRK L/30, war ein Schiffsgeschütz des Deutschen Kaiserreiches und wurde ab 1884 bei der Kaiserlichen Marine eingesetzt.

Entwicklung Um die kürzeren 24-cm-Geschütze, wie die 24-cm-Ringkanone L/22 oder die 24-cm-Mantelringkanone L/25,5 noch weiter zu verbessern, begann Krupp im Jahr 1880 eine längere Version zu entwickeln. Noch im gleichen Jahr gelang es, einen ersten Prototyp eines verlängerten Geschützrohres mit der Kaliberlänge L/30 herzustellen, die 15-cm-Mantelringkanone L/30. In den folgenden Jahren folgten weitere Prototypen unterschiedlicher Kaliber und weitere Test, jedoch alle mit den Kaliberlängen L/30 und L/35.

Geplant und auf dem Papier gab es auch eine 24-cm-MRK L/30, welche besonders für die Niederländer interessant war und welche an diesem Geschütz Interesse bekundeten. Zwischen dem 9. und 11. Dezember 1884 begannen dann die ersten Tests mit der 24-cm-MRK L/30 auf dem firmeneigenen Schießplatz in Meppen. Dabei waren auch die niederländische Artillerieoffiziere Major Soutendam, Hauptmann Moorrees, Hauptmann Scherer, Hauptmann Rollin Couquerque und der Leutnant de Fremery. Hierbei wurden gusseiserne Granaten verschossen, welche ein Gewicht von 215 kg hatten. Als Treibladung wurden Prismenpulver der Hamburger Fabrik Düneburg genutzt. Die Ergebnisse waren sehr zufriedenstellend, woraufhin die Niederlande fünf Geschütze bestellten.

Technische Beschreibung Die 24-cm-MRK L/30 hatte eine Geschützrohr mit einer Rohrlänge von 6,48 m, mit dem Verschluss hatte es eine Gesamtlänge von 7,20 m. Der Verschluss selber wog 690 kg, zusammen mit dem Geschützrohr kam man auf ein Gesamtgewicht von 19 t. Im Geschützrohr befanden sich 56 Züge und Felder, wobei die Züge eine Tiefe von 1,5 mm hatten.

Die verschossene Munition bestand aus gusseisernen oder Stahlgranaten mit einem Gewicht von 215 kg und Treibladungen mit 65 kg Gewicht. Als Schießpulver wurde Prismenpulver der Hamburger Fabrik Düneburg genutzt, wodurch man eine Mündungsgeschwindigkeit von 529 m/s. erreichte. Nutzte man eine leicht erhöhte Treibladung mit 72 kg Gewicht, erreichte man eine Mündungsgeschwindigkeit von 549 m/s. Damit konnte auf 2 km Entfernung eine 43 cm dicke Platte aus Schmiedeeisen durchschlagen werden. Die maximale Reichweite lag hier bei 7,6 km.

Einsatz Niederlande mini|Blick auf eine 24-cm-MRK L/30 im Fort IJmuiden Im Jahr 1880 legte die niederländische Regierung einen Haushaltsentwurf für das Jahr 1881 vor. Darin waren unter anderem die Fertigstellung der Befestigungsanlagen des Fort IJmuiden mit aufgeführt. Hier sollten gepanzerter Geschütztürme der Grusonwerke und mehrere 24-cm-Mantelringkanonen L/25 verbaut werden, da diese bereits im Besitz der Armee waren. Allerdings plante man bereits den Einbau der verbesserten 24-cm-MRK L/30, da diese eine höhere Reichweite besaß. Im Jahr 1882 beantragte der damalige Kriegsminister Anthonie Ernst Reuther die Mittel für den Bau des Fort IJmuiden, worin ein Teil der 24-cm-MRK L/30 genutzt werden sollten. Der Preis für alle fünf Geschütze betrug zur damaligen Zeit 254.000 Gulden, pro Geschütz waren das 50.800 Gulden. Der Preis für die speziellen Lafetten der Geschütze lag bei 19.000 Gulden pro Stück, gesamt also 95.000 Gulden. Mit der Fertigstellung des ersten gepanzerten Geschützturmes im Jahr 1885, wurden auch die ersten beiden Geschütze verbaut und im Fort eingesetzt.

Deutsches Kaiserreich Etwa zur gleichen Zeit wie die niederländische Armee bekundete auch das deutsche Kaiserreich Interesse an den Geschützen des Typs 24-cm-MRK L/30. Man plante den Einbau von acht Geschützen in das Panzerschiff Oldenburg der Kaiserlichen Marine. Im Jahr 1882 wurden die Mittel beantragt um die Geschütze samt Lafette zu kaufen. Mit dem Beginn des Haushaltsjahres 1883/84 wurden die Geschütze dann offiziell bestellt. Dabei kosteten sie, samt Lafette, 900.000 Reichsmark.

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Geschütz Kaliber 200 mm bis 300 mm Kategorie:Schiffsgeschütz (Deutsches Kaiserreich)