In the Vernacular: The Music of John Carter ist ein Musikalbum von François Houle 5. Die am 3. und 4. Oktober 1997 im Kampo Audio Video Studio, New York City, entstandenen Aufnahmen erschienen am 4. Juli 1998 auf Songlines Recordings.
Hintergrund In the Vernacular ist eine Hommage des Quintetts François Houle 5 an den 1991 verstorbenen Klarinettisten und Komponisten John Carter. Carters Reihe über afroamerikanische Folklore zeugte von einem tief verwurzelten Klassizismus, der für seine Zeit bemerkenswert innovativ war. Carters Konzept und Ausführung waren spirituell ergreifend, unvergleichlich und von der Kritik hochgelobt, schrieb Glenn Astarita. Houle wird bei der Neuinterpretation von Carters Werken von dem Trompeter Dave Douglas, der Cellistin Peggy Lee, dem Bassisten Mark Dresser und dem Schlagzeuger Dylan van der Schyff begleitet.
Titelliste François Houle: In the Vernacular: The Music of John Carter (Songlines Recordings – SGL 1522-2) 1 Morning Bell (Prelude) 5:32 Three Dances in the Vernacular (First Recording) 2 Old Blues 5:01 3 A Free Step 3:16 4 Night Dance 4:51 - 5 Seventy-three (François Houle) 3:25 6 Sticks and Stones 6:39 7 Karen on Monday 6:08 Fields Medley (14:14) 8.1 Juba’s Run 8.2 Ballad To Po’Ben (Prelude) 9 Seventy-two (François Houle) 3:28 10 Encounter 6:24
Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von John Carter.
Rezeption mini|hochkant|John Carter (1988) Steve Loewy verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und schrieb, man könnte den Eindruck gewinnen, „François Houle wäre weltberühmt, würde er Saxophon spielen“. Doch leider sei es sein Schicksal, die eher unbeliebte Klarinette zu spielen. Houles Spiel besteche jedoch durch eine so beständige Kreativität, dass seine Improvisationen zu den größten Freuden des modernen Jazz zählten. Hier dirigiere er ein All-Star-Quintett mit großartigen Ergebnissen durch Kompositionen von John Carter. Carter sei ein Klarinettist und Komponist von enormer Tiefe gewesen, ein wahrer Querdenker; ein Original, der seinen eigenen Weg gegangen sei und anspruchsvolle Folk- und Jazzharmonien miteinander verschmolzen habe. Angesichts dieses Talents und der außergewöhnlichen Arrangementfähigkeiten des Bandleaders überrasche es nicht, dass diese Aufnahme so gelungen sei.
Nach Ansicht von Glenn Astarita, der das Album in All About Jazz rezensierte, interpretierten Houle und der Trompetenvirtuose Dave Douglas Carters Werke wie „Sticks and Stones“ und „Karen on Monday“ mitreißend. Houles Interpretationen von Carters Stücken seien lebendig und fantasievoll. „Mehr noch: Francois Houles gefühlvolle Übertragungen dieser großartigen Kompositionen seien ein lebendiges Zeugnis von John Carters einzigartiger Stimme. Seine Phrasierung, seine Lyrik und sein meisterhaftes Können seien verblüffend. Houles atmosphärische Intonation lässt an einen Engel auf einer Wolke denken“. Die Zartheit und bisweilen Dringlichkeit seines Klarinettenspiels verdeutliche vielfältige Stimmungen und die Bandbreite dieses Projekts. Die Francois Houle 5 ließen die faszinierende Musik von John Carter in vollendeter Form wieder aufleben.
Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 1998 Kategorie:François Houle