Massimo D’Anolfi (* 7. Januar 1974 in Pescara) ist ein italienischer Dokumentarfilmer und Filmproduzent. Seit 2006 produziert und dreht er seine Filme in enger Zusammenarbeit mit der Filmemacherin Martina Parenti. D’Anolfi und Parenti sind Gründer der Produktionsfirma Montmorency Film.Montmorency Film Cinecittà Italia, abgerufen am 13. März 2026

Leben und Werk D’Anolfi arbeitet seit 1993 als Videofilmer. 2003 drehte er seinen ersten Kurzdokumentarfilm Si torna a casa. Appunti per un film, der auf dem Torino Film Festival 2003 gezeigt wurde. In dem Film geht es um zwei Männer einer kriminellen Bande, die in den 1980er Jahren Banken überfallen haben, denen unter Waffengewalt eine spektakuläre Flucht aus einem Gefängnis in Pescara gelungen ist, und die schließlich beide zu 30 Jahren Haft verurteilt wurden.

Seit 2006 arbeitet D’Anolfi eng mit der Filmemacherin Martina Parenti (* 1972) zusammen. Gemeinsam schufen sie eine Reihe künstlerisch anspruchsvoller Dokumentarfilme, die auf internationalen Festivals vorgestellt und mehrfach ausgezeichnet wurden. Ihre Filme greifen häufig gesellschaftlich relevante Themen auf, in denen sie historische oder ästhetische Fragestellungen mit einer „poetischen Bildsprache“ und „mit dokumentarischer Präzision“ verbinden.Massimo D’Anolfi Viennale, abgerufen am 13. März 2026 2006 drehten sie ihren gemeinsamen Film I promessi sposi, in dem beide an Drehbuch, Regie und Schnitt beteiligt waren. Der Film wurde am Locarno Film Festival im Rahmen von ’Ici & Ailleurs’ gezeigt und beim Festival dei Popoli in Florenz und dem Film Fest International in Mailand ausgezeichnet.Massimo D’Anolfi dafilms, abgerufen am 13. März 2026 In dem Film geht es um die bürokratischen Hürden, die ein heiratswilliges Paar in Italien zu überwinden hat.

2024 hatte ihr Film Bestiari, erbari, lapidari auf dem International Documentary Film Festival Amsterdam (IDFA) Premiere, wo er mit dem Regiepreis ausgezeichnet wurde. Der Film mit einer „enzyklopädischen“ Länge von 3h 26min ist in drei Akte unterteilt, die jeweils Tiere, Pflanzen und Steine zum Thema haben. Visions du Réel nennt den Film einen „fulminante[n] Filmessay, der an ein Kuriositätenkabinett erinnert. Auf drei zeitlichen und inhaltlichen Ebenen schreibt der Film eine kritische und poetische Geschichte der Beziehung des Menschen zur Tier-, Mineral- und Pflanzenwelt.“D’Anolfi e Parenti in rassegna alla Fondazione Prada, abgerufen am 13. März 2026

Preise und Auszeichnungen D’Anolfi/Parenti haben sieben Filmpreise gewonnen und wurden für 14 weitere nominiert. 2016, 2018 und 2020 wurden Filme des Gespanns D’Anolfi/Pareti in Venedig gezeigt und ausgezeichnet. Bestiari, erbari, lapidari lief 2024 in Venedig Out of Competition.

Filmografie (Auswahl) 2002: Angela, Drehbuch; Regie Roberta Torre 2003: Si torna a casa. Appunti per un film 2004: Play mit Martina Parenti Drehbuch, Regie, Kamera, Schnitt, Sound/Musik 2006: I promessi sposi 2009: Grandi speranze 2011: Il castello 2013: Materia oscura 2016: Spira Mirabilis 2018: Blue, Kurzfilm 2020: Guerra e pace 2022: Una giornata nell'Archivio Piero Bottoni 2024: Bestiari, erbari, lapidari 2025: Un documento 2025: L’infinita Fabbrica del Duomo

Bilderbuch Massimo D’Anolfi: Un tempo il mondo era di chi dormiva più a lungo. Ill. Giulia Pastorino. Terre di Mezuzo, Mailand 2026. ISBN 979-1-25996326-0

Weblinks

Martina Parenti und Massimo D’Anolfi, Atelier Visions du réel, Festival Massimo D’Anolfi Swiss Films 2024

Einzelnachweise

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