mini|Lady Strangford (Emily Anne Smythe), 1877 Emily Anne Smythe, Viscountess Strangford, geborene Emily Anne Beaufort (* 26. Januar 1826 in Marylebone, London; † 24. März 1887 auf der SS Lusitania im Mittelmeer auf dem Weg nach Port Said), war eine englisch-britische Autorin und Krankenschwester.

Leben Smythe war das einzige Kind von Admiral Sir Francis Beaufort (1774–1857), Hydrograf und Namensgeber der Beaufortskala, und Alicia Magdalena Beaufort, geborene Wilson (1782–1834).

1868 brach sie gemeinsam mit ihrer älteren Schwester zu einer Reise nach Ägypten auf. Das von ihr verfasste Buch Egyptian Sepulchres and Syrian Shrines war ihrer Schwester gewidmet und beschreibt die Orte, die sie in Syrien, im Libanon, in Kleinasien und in Ägypten besuchte, mit Illustrationen, die auf ihren Reiseskizzen beruhten. Der Band war so beliebt, dass er mehrfach neu aufgelegt wurde. Über das antike Palmyra schrieb sie:

1859 und 1860 reiste sie nach Smyrna, Rhodos, Mersin, Tripolis, Beirut, Baalbek, Athen, Attika, in das Pentelikon‑Gebirge, nach Konstantinopel und Belgrad. Während der gesamten Reise führte sie ein Tagebuch, in dem sie alles Erlebte festhielt.

Percy Smythe, der spätere Viscount Strangford, schrieb 1861 eine kritische Besprechung ihres Ägypten-Buches. Ungewöhnlicherweise führte dies zu einem persönlichen Kennenlernen und schließlich 1862 zu ihrer Heirat. Smythes zweites Buch Eastern Shores of the Adriatic von 1864 enthielt ein abschließendes anonymes Kapitel mit dem Titel Chaos, das ihrem Ehemann Percy Smythe zugeschrieben wird. Er starb 1869; da das Paar kinderlos blieb, erloschen seine Titel.

Nach dem Tod ihres Ehemannes meldete sich Strangford freiwillig zum Dienst als Krankenschwester, vermutlich am University College Hospital in London. 1874 führten ihre eigenen Erfahrungen dazu, dass sie sich für eine Änderung der Ausbildung von Krankenpflegerinnen einsetzte. Sie veröffentlichte Hospital Training for Ladies: an Appeal to the Hospital Boards in England. Darin plädierte sie dafür, dass Krankenschwestern eine Teilzeitausbildung absolvieren und in Teilzeit arbeiten sollten. Sie war der Ansicht, dass die Ausbildung zur Krankenschwester vielen Frauen in ihrer Rolle innerhalb der Familie zugutekommen würde. Diese Idee fand jedoch keine offizielle Unterstützung, da das vorrangige Ziel zu jener Zeit darin bestand, die Krankenpflege als vollgültigen Beruf zu etablieren.

Die in der europäischen Presse berichteten Gräueltaten bei der Niederschlagung des bulgarischen Aufstandes im April 1876, erregten ihre Aufmerksamkeit und sie schloss sich zunächst einem Hilfskomitee an, bevor sie dann ein eigenes gründete. Durch den Bulgarian Peasants Relief Fund wurden Tausende von Pfund gesammelt, und sie reiste 1876 gemeinsam mit liberalen Politiker Jasper More, acht Ärzten und acht Krankenschwestern nach Bulgarien. Sowohl sie als auch More schrieben Briefe an The Times, um zu berichten und weitere Mittel einzuwerben. Smythe war der Auffassung, dass die Bulgaren vorrangig Mittel zur Selbsthilfe benötigten, und zeigte sich beeindruckt davon, dass Mittel früh auch zum Aufbau einer Schule eingesetzt wurden. Sie errichtete ein Krankenhaus in Batak, und später wurden weitere Krankenhäuser in Radilowo, Panagjurischte, Peruschtiza, Petrich und Karlowo gebaut. Zudem gewährte sie Zuschüsse für eine Getreidemühle und mehrere Sägewerke.

1883 verlieh Königin Victoria ihr das Royal Red Cross für die Beteiligung an der Gründung des Victoria Hospital in Kairo. Das Krankenhaus konnte dank eines jährlichen Zuschusses der ägyptischen Regierung dauerhaft betrieben werden; es nahm einheimische Studierende zur Ausbildung auf und bot zugleich erstklassige Unterbringung auf privater Basis an.

Strangford gab zwei Bücher mit Dokumenten ihres verstorbenen Mannes heraus: A Selection from the Writings of Viscount Strangford on Political, Geographical and Social Subjects von 1869 und Original Letters and Papers upon Philology and Kindred Subjects im Jahr 1878. Sie veröffentlichte außerdem nach dessen Tod den Roman Angela Pisani ihres Schwagers, George Smythe, 7. Viscount Strangford.

Smythe half gemeinsam mit Louisa Hubbard und Caroline Blanchard bei der Gründung der Women’s Emigration Society, die britischen Frauen die Vermittlung von Arbeitsstellen im Ausland ermöglichte.

Smythe starb 1887 an Bord der SS Lusitania an einem Schlaganfall. Sie befand sich auf einer Reise durch das Mittelmeer auf dem Weg nach Port Said, wo sie ein Krankenhaus für Seeleute errichten wollte. Ihr Leichnam wurde nach London überführt und auf dem Kensal Green Cemetery beigesetzt.

In Bulgarien wurden mehrere Denkmäler für sie errichtet, unter anderem in Batak, und Straßen nach ihr benannt. Das Historische Museum Plowdiw zeigt eine Dauerausstellung über „Lady Strangford“.

Schriften und Veröffentlichungen Reisetagebuch:

Herausgeberin

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Reiseliteratur Kategorie:Tagebuch Kategorie:Engländer Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1826 Kategorie:Gestorben 1887 Kategorie:Frau