mini|Georgina Muir Mackenzie, ca. 1870 Georgina Mary Muir Mackenzie, Lady Sebright, Baroness d’Everton (* 9. September 1834 in Delvine, Perthshire; † 24. Januar 1874 in Korfu, Republik der Ionischen Inseln) war eine schottisch-britische Aktivistin und Reiseschriftstellerin.
Leben Mackenzie war das älteste von zehn Kindern von Sir John William Pitt Muir McKenzie, 2. Baronet (1806–1855), und Sophia Matilda, geborene Johnstone (1814–1900). Einer ihrer jüngeren Brüder war der zum Baron erhobene Kenneth Muir Mackenzie, 1. Baron Muir Mackenzie (1845–1930).
Mackenzie zog 1855 mit ihrer Familie nach London, wo sie Paulina Irby kennenlernte. 1857 taten sich beiden zusammen und brachen zunächst zu einer Reise in Kurorte in Österreich-Ungarn und Deutschland auf. Trotz der in Mackenzies Familie angenommenen Anfälligkeit für Schwindsucht reisten sie allein, stützten sich auf ihre britischen Pässe und planten, mit einem Heuwagen zu reisen.
1858 wurden sie in Starý Smokovec, einem Kurort in der Hohen Tatra, als Spioninnen verhaftet und man warf ihnen „panslawistische Tendenzen“ vor. Keine von beiden war sich der zugrunde liegenden politischen Hintergründe bewusst. Sie ärgerten sich darüber, um 4 Uhr morgens geweckt worden zu sein und die Demütigung erdulden zu müssen, dass ihre Personen und ihr Gepäck durchsucht wurden. Sie legten beim britischen Botschafter offiziell Beschwerde ein, was eine Art Entschuldigung seitens des zuständigen Ministers zur Folge hatte. Doch beide waren von dem Thema stark fasziniert. Sie reisten durch Albanien und Serbien, untersuchten dort die Lebensbedingungen und wurden Unterstützerinnen Serbiens und der Südslawen, da sie deren Lage unter der als schlecht empfundenen Herrschaft der osmanischen Machthaber beobachteten. Besonders besorgt waren sie über die Situation serbisch‑orthodoxer Frauen und Mädchen, die nur geringen Zugang zu gesellschaftlichen Positionen und Bildung hatten. 1862 verfassten sie einen Reisebericht, Across the Carpathians.
Mackenzie verbrachte 1862 und 1863 Urlaubsaufenthalte auf Korfu, wo sie ihrem späteren Ehemann begegnete.
1864 hielt Mackenzie einen Vortrag vor der Jahrestagung der British Association for the Advancement of Science. Sie war dort die einzige weibliche Rednerin. Im folgenden Jahr wurde sie eingeladen, gemeinsam mit Irby zurückzukehren, um einen weiteren Vortrag über die slawischen Völker zu halten. 1865 veröffentlichten sie und Irby anonym die auf dem Vortrag basierende politische Studie Notes on the South Slavonic Countries in Austria and Turkey in Europe …
Mackenzie war auch die maßgebliche Autorin des 1867 wieder mit Irby veröffentlichten wissenschaftlichen Reiseberichtes Travels in the slavonic provinces of Turkey-in-Europe. Er enthielt Berichte über ihre Reisen, ergänzt durch unterstützende Daten in Anhängen.
Irby setzte die von beiden begonnene Arbeit für den Rest ihres Lebens fort. Mackenzie wurde Lady Sebright, als sie Sir Charles Sebright heiratete, der Generalkonsul in der Republik der Ionischen Inseln war. Sie lebte mit ihm auf Korfu, wo sie 1874 im Alter von nur 39 Jahren starb.
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