Johann Franz Aegidius BeaurieuxDer Familienname ist in weiteren orthografischen Versionen überliefert: „Beaurieu“, „Beaurive“, der deutschsprachigen Übertragung „Schönbach“ und die Nachkommen schrieben sich alle „Borié“. Der dritte Vorname wurde auch in der Version „Egidius“ und „Egid“ geschrieben (Jahns, S. 3–5). (* 24. Juni 1683 (TaufeBeaurieux zu Schönbachs in Oberdeutsche Personendatenbank (Weblinks).) in Mainz; † 5. Juni 1753 in Wetzlar) war Assessor (Richter) am Reichskammergericht.
Herkunft und Familie Die Familie war römisch-katholischer Konfession. Sie stammte aus dem Herzogtum Savoyen von wo der Vater, Nikolaus BeaurieuxDer ursprüngliche Name lautete Bornier, dann nannte er sich Beaurive, dann Beaurieux (Jahns, S. 7)., nach Mainz ausgewandert war und wo er 1673 das Bürgerrecht erwarb. Er war Bierbrauer. Mutter war Apollonia, geborene Blum (oder Blome), und stammte wahrscheinlich aus Sint-Truiden, heute Belgien, damals Spanische Niederlande. Die Eltern hatten 1677 geheiratet.Jahns, S. 3.
Johann Franz Beaurieux heiratete am 18. Oktober 1706 Maria Anna Jacobi von Ehrencron († 19. April 1746Wegmann, S. 231.) in Mainz.Jahns, S. 4. Als Kinder gingen aus dieser Ehe hervorJahns, S. 5–7.: Franz Edmund Christian von Boiré (1709–1766), ebenfalls Jurist und Praktikant am Reichskammergericht bei seinem Vater. Maria Anna von Boiré. Sie heiratete Anselm Franz Joseph Löhr (später von Löhr), kurmainzischer Hofrat und Reichspostmeister in Wetzlar. Deren Sohn, Johann Friedrich Freiherr von Löhr, wurde Präsident des Niederösterreichischen Appellationsgerichts. Johann Georg Jakob von Boiré (um 1714–1779) war kurpfälzischer und pfälzisch-neuburgischer Rat sowie von 1750 bis 1752 Kandidat für die kurtrierische Assessorenstelle am Reichskammergericht.Jahns, S. 67–80. Aegidius Valentin Felix von Boiré (1719–1793) war Jurist in würzburgischen, kurtrierischen und habsburgischen Diensten sowie von 1749 bis 1752 Kandidat für die kurbayerische Assessorenstelle am Reichskammergericht.Jahns, S. 222–235. Sophia von Boiré (*?–1781) heiratete Philipp Heinrich Reuß, genannt Haberkorn, Assessor am Reichskammergericht (1752–1771/73). Maria Ursula von Boiré heiratete Franz Ignas Landelin von Fahnenberg (1718–1761). Ihr Sohn, Aegidius Joseph Valentin Felix Fahnenberg war von 1782 bis 1795 Assessor am Reichskammergericht.
Ausbildung Johann Franz Beaurieux war der erste aus seiner Familie, der studierte.Jahns, S. 7. Er besuchte zwischen 1700 und 1706 vor allem die Universität Mainz, zwischendurch auch die Universität Löwen und abschließend die Universität Gießen. Den juristischen Abschluss eines lic. iur. utr. (Lizenziat in beidenD. h. des weltlichen und der kirchlichen Rechts. RechtenBeaurieux zu Schönbachs in Oberdeutsche Personendatenbank (Weblinks).) legte er aber erst 1726, zwei Wochen, bevor er die Zulassungsprüfung vor dem Reichskammergericht absolvieren musste, an der Universität Freiburg ab.Jahns, S. 9.
Wirken Im Anschluss an die Studienzeit begab er sich 1706 in den Dienst der Markgrafschaft Baden-Baden, wo er Hof- und Regierungsrat war und auch als Gesandter des Markgrafen beim Schwäbischen Reichskreis fungierte. Von 1722 bis 1729 begab er sich in österreichische Dienste, war Regimentsrat in Innsbruck und Oberamtsdirektor der Landgrafschaft Nellenburg.
Der Hofkanzler des Kurfürsten von Mainz, Johann Georg von Lasser (1669–1740), Onkel der Ehefrau von Johann Franz Beaurieux, arrangierte für Beaurieux die Präsentation für die seitens Kurmainz zu besetzende Stelle am Reichskammergericht.Jahns, S. 7, 10. Seit 1724 hatte Johann Franz Beaurieux eine entsprechende Zusage. 1726 bestand er die erforderlichen Examen vor dem Reichskammergericht und leistete 1729 den Amtseid. Er folgte Christoph Gottfried von Geismar, genannt Mosbach von Lindenfels, der von 1711 bis 1725 die Kurmainzer Assessorenstelle eingenommen hatte.Jahns, S. 10. Kurmainz hatte vor der Ernennung von Johann Franz Beaurieux versucht, zwei andere Kandidaten durchzusetzen, war aber in beiden Fällen gescheitert.Jahns, S. 11.
1750 war Johann Franz Beaurieux schwer erkrankt und konnte die Amtsaufgaben nicht mehr wahrnehmen. Da er aber nicht zurücktrat, blieb er formal bis zu seinem Tod Assessor des Reichskammergerichts.Jahns, S. 11. Ein Epitaph für ihn und seine Frau ist im Wetzlarer Dom erhalten.Wegmann, S. 229–232.
Standeserhöhungen Seine bürgerlich-handwerkliche Herkunft war Johann Franz Beaurieux im sozialen Kontext des Reichskammergerichts offensichtlich peinlich und er suchte sie zu verbergen.Jahns, S. 7. 1722 erhob Kaiser Karl VI. Johann Franz Beaurieux mit dem Namen „von Beaurieu und Schönbach“ in den Reichsadelsstand. 1741 wurde er in die Mittelrheinische Reichsritterschaft aufgenommen.Jahns, S. 4.
Literatur Von Beaurieux Theses miscellaneae ex libro primo institutionum et jure canonico desumptae. Mainz 1702.
Über Beaurieux Sigrid Jahns: Das Reichskammergericht und seine Richter. Verfassung und Sozialstruktur eines höchsten Gerichts im Alten Reich – Teil 2, Band 1: Biografien (= Friedrich Battenberg, Albrecht Cordes, Ulrich Eisenhardt, Peter Oestmann, Wolfgang Sellert (Hg.): Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, Band 26). Böhlau, Köln u. a. 2003. ISBN 3-412-06503-X, S. 3–12. Jürgen Wegmann: Der Wetzlarer Dom – Epitaphien und Grabplatten. Tectum, Baden-Baden 2018. ISBN 978-3-8288-4142-0
Weblinks Beaurieux zu Schönbach, Johann Franz Aegidius. In: Oberdeutsche Personendatenbank.
Anmerkungen
Einzelnachweise
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