Die Zündapp KS 80 Super, Typ 537-010 war das letzte Leichtkraftrad der Marke Zündapp, das in Großserie auf den Markt ging.

Die Maschine wurde von 1982 bis zur insolvenzbedingten Produktionsstilllegung 1984 gebaut. Das Leichtkraftrad mit 78 cm³, Wasserkühlung und 9,5 PS lief nach Werksangaben 80 km/h. Es war als zukunftsweisendes Flaggschiff der Zündapp-Werke gedacht und sollte auf dem zunehmend schwierigen Absatzmarkt den Umschwung bringen und die Absatzzahlen gegen die japanische Konkurrenz wieder ansteigen lassen. Erstmals setzte Zündapp dabei ein modernes Fahrwerk in Monoshock-Bauweise mit Dreiecksschwinge und Zentralfederbein ein. Die teure und hochwertige Produktion mit Hauptrahmen, bestehend aus 60 mm starkem Zentralrohr mit Doppelschleifen-Rohrrahmen, der unter dem Motor durchgeführt wurde, fünffach verstellbarem gedämpften Zentralfederbein, hydraulisch gedämpfter Teleskopgabel, Scheibenbremse vorn, Elektronikzündung mit 12-V-/130-W-Bordnetz, vierfach-Blinkanlage, H4-Scheinwerfer, verriegelbarer 2-Mann-Sitzbank, Heckspoiler mit Ablagefach und integrierter Helmsicherung, Metallic-Lackierung mit Chrom-Anbauteilen, war aber im Vergleich zu den Konkurrenzmodellen aus Japan zu teuer, um im umkämpften Leichtkraftrad-Markt für 16-Jährige den Umschwung zu bringen. In Vergleichstests belegte die KS 80 Super dank ihrer hochwertigen Bauweise und der Fahreigenschaften zwar immer Spitzenplätze, wurde jedoch wegen des hohen Anschaffungspreises kritisiert. Sie galt zu ihrer Zeit als eins der besten Leichtkrafträder, war jedoch für die 16-jährige Käuferschicht kaum erschwinglich. Das Fahrwerk war so ausgelegt, dass ohne Probleme auch ein hubraumstärkeres Motorrad daraus hätte entwickelt werden können. Die Maschine gab es in zwei Farbvarianten, in Metallic-Rot und in Strato-Silber mit abgesetzten Metallicblau-Streifen.

In leicht abgewandelter Form, aber grundsätzlich mit der gleichen Technik, kam 1984 noch die KS 80 Sport (in den Farben Rot-Weiß und Schwarz-Rot) in kleinen Stückzahlen auf den Markt. Die auf gleicher Basis weiterentwickelte KS 80 Super-Sport kam über das Prototypenstadium nicht mehr hinaus. Ein Exemplar des in Einzelfertigung gebauten Leichtkraftrads ist im Zündapp-Museum in Sigmaringen zu sehen.

Heute sind in Deutschland nur noch wenige KS 80 Super zugelassen (162 Maschinen, Stand 1. Januar 2025). Die KS 80 Super ist auch deshalb selten, weil es kaum Ersatzteile gibt. Die Insolvenz der Zündapp-Werke traf die Teileproduktion in voller Härte. Die Händler hatten keine Gelegenheit mehr, sich die Lager mit Ersatzteilen zu füllen und viele im Werk vorgefertigte Teile wurden im Zuge der Insolvenz vernichtet. Originalteile sind zunehmend schwer zu beschaffen, weshalb die KS 80 Super bei Oldtimertreffen nur sehr selten anzutreffen ist.

Literatur Uwe Frensel: Zündapp – Modellgeschichte 1952–1984. Ein Leitfaden für Sammler. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2008.

Weblinks Zündapp KS 80 Super. Technische Daten, Medien, Galerie. In: ks80super.de.

Einzelnachweise

KS 80 Super Kategorie:Leichtkraftradmodell