mini|Porträt des Hermann Gottlob Plaß in der Geschichte des Domgymnasiums Verden von Paul Menge

Hermann Gottlob Plaß, auch Plass, (* 27. März 1798 in Verden (Aller); † 5. Juni 1872 in Hannover) war ein deutscher Gymnasiallehrer und Altphilologe. Seine dreibändige Geschichte des alten Griechenlands war die erste in deutscher Sprache und zählte – wenngleich aus heutiger Sicht kritisiertFrank Lisson: Griechentum und deutscher Geist. Anatomie einer Sehnsucht. Lüdinghausen 2023. (online) – lange zu den „Hauptwerken der deutschen Literatur“.

Leben und Wirken Hermann Gottlob Plaß war ein Sohn des Kaufmannes Christian Heinrich Plaß (9. März 1769 – 17. Dezember 1815) und seiner Ehefrau Lucie, geborene Zeidler. Er besuchte das Domgymnasium Verden. An der Universität Göttingen studierte er Altphilologe und Geschichte (Abschluss 1818)Universitätsarchiv Göttingen, Zeug. 22 und wurde zum Dr. phil. promoviert.

Von Ostern 1818 bis 1822 war Plaß Grammatikus am Athenaeum Stade und von 1822 bis 1831 Konrektor am Domgymnasium Verden, jener Schule, die er einst absolviert hatte.

1833 wurde er zum Rektor des Domgymnasiums ernannt und blieb dies bis 1871. In die Phase seines Rektorats fielen eine umfangreiche Weiterentwicklung der Schule mit höherer Schülerzahl sowie der Ausbau der Lehrerbibliothek (die heutige Historische Bibliothek). Der notwendig gewordene Neubau der Schule, seit 1864 durch Plaß vorangetrieben, wurde durch Conrad Wilhelm Hase 1872 fertiggestellt.

Hermann Gottlob Plaß starb am 5. Juni 1872 und wurde in Hannover begraben.

Familie Hermann Gottlob Plaß war verheiratet mit Sofie Heidelberg (* 21. Januar 1803). Aus dieser Ehe gingen die Kinder Berta (27. November 1826 – 24. November 1882), Georg (* 2. März 1828), Sophie (* 22. März 1829), Ferdinand (13. Februar 1831 – 7. Februar 1883) und Luise (* 24. November 1835) hervor.

Hermann Gottlob Plaß’ Bruder war der Pädagoge und Politiker Christian Heinrich Plaß.

Ehrungen Aufgrund seiner Leistungen für die Stadt wurde Hermann Gottlob Plaß im Jahr 1868 zum Ehrenbürger Verdens ernannt. Ebenfalls 1868 erhielt er den Dr. phil. h. c. der Universität Göttingen, zudem wurde ihm der Rote Adlerorden 3. Klasse (1871 zusätzlich mit Schleife) verliehen.

Schriften Geschichte des alten Griechenlands. 3 Bände, Hartmann, Leipzig 1831–1834. Die Tyrannis in ihren beiden Perioden bei den alten Griechen. Dargestellt nach Ursachen, Verlauf und Wirkungen. Schlodtmann, Bremen 1852 (zwei Teilbände). Nachdruck der 2. Ausgabe (Leipzig 1859; Digitalisate), Scientia-Verlag, Aalen 1978, ISBN 3-511-00730-5 Disputatio de verborum „“ formula ejusque consimilibus, quae saepe leguntur in Plutarchi vitis. In: Programm zu einem Redeact, durch welchen das Dom-Gymnasium zu Verden den Geburtstag Seiner Majestät, unseres Allergnädigsten Königs, am 27. Mai 1856 feiern wird. Verden 1856, S. 5–15. Der sogenannte Homerische Dialect ist kein anderer als der alt-attische. In: Programm des Königlichen Dom-Gymnasiums zu Verden. 1865, S. 3–12. Warum mag Napoleon III. sein Werk eine histoire und nicht vie de Jules César genannt haben? Eine literarische Abhandlung, betreffend das Verhältnis der Geschichtsschreibung zur Biographie. In: Programm des Kgl. Dom-Gymnasiums zu Verden. 1866, S. 3–17. Das Fabelhafte in den Erzählungen über die Angriffe der Gallier gegen Rom. In: Programm des Königlichen Dom-Gymnasiums zu Verden. 1870, S. 3–18.

Literatur Friedrich August Eckstein: Nomenclator Philologorum. Leipzig 1871, S. 440 (Scan MDZ München). Eintrag online bei Teuchos

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Altphilologe (19. Jahrhundert) Kategorie:Althistoriker Kategorie:Gymnasiallehrer (Deutschland) Kategorie:Schulleiter (Deutschland) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 3. Klasse Kategorie:Ehrenbürger in Niedersachsen Kategorie:Person (Verden (Aller)) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1798 Kategorie:Gestorben 1872 Kategorie:Mann