Koblenz (prov.) ist ein Steinmeteorit, der 2026 über der Stadt Koblenz niederging.

Hintergrund Am 8. März 2026 um 18:55 Uhr wurde eine helle Feuerkugel über Westdeutschland und angrenzenden Ländern (Belgien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande) beobachtet. Die International Meteor Organisation konnte mehr als 3000 Augenzeugenberichte sowie über 100 Fotos der Feuerkugel sammeln. Die Feuerkugel wurde zudem von den AllSky7-Kameras, die vom Arbeitskreis Meteore betrieben werden, aufgezeichnet.

Wenige Minuten später schlug ein Meteorit in das Dach eines Wohnhauses im Koblenzer Stadtteil Güls ein. Der Einschlag verursachte ein Loch in der Größe eines Fußballs und durchschlug das Dach bis in das Schlafzimmer. Weitere kleinere Fragmente gingen zudem im Hunsrück und in der Eifel nieder.

Merkmale des Meteoriten Nach Untersuchungen von Polizei und Experten des Hauses der Astronomie in Heidelberg lassen sich folgende Fakten festhalten: Die ESA schätzt, dass der ursprüngliche Asteroid vor dem Eintritt in die Atmosphäre einen Durchmesser von etwas mehr als einem Meter bis zu einigen Metern hatte. Mehrere zentimetergroße Fragmente wurden rasch aus dem beschädigten Gebäude geborgen. Die Polizei Koblenz bestätigte den Fund von insgesamt elf Gesteinsteilen. Die einzelnen Fragmente haben eine Masse zwischen 6 und 161 Gramm. Eines der Bruchstücke hat eine Masse von ca. 20 Gramm. Das größte gefundene Stück wurde als etwa tennisballgroß beschrieben. Vor dem Einschlag waren über weiten Teilen Westdeutschlands eine helle Feuerkugel mit leuchtendem Schweif und ein lauter Knall wahrnehmbar. Der Feuerball zerfiel bei der Luftdetonation in einer Höhe von etwa 50 Kilometern und verteilte Fragmente über Westdeutschland.

Analyse Der Koblenz-Meteorit wurde an der Universität Münster von Markus Patzek und Addi Bischoff wissen­schaft­lich untersucht und als brekziierter Eukrit klassifiziert.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen basieren bislang nur auf sehr kleinen Fragmenten des Meteoriten. Nach Angaben von Markus Patzek standen den Forschern von der Universität Münster lediglich etwa ein Gramm Material zur Verfügung, das von Splittern stammt, die nach dem Einschlag auf einen Weg oder Vorplatz gefallen waren.

Das Meteoriten-Museum in Oberwesel besitzt 26 kleinere Fragmente mit einer Gesamtmasse von insgesamt auch nur ca. 3,5 Gramm.

Für eine offizielle Klassifizierung und Aufnahme in die Meteoritical Bulletin Database wären nach den internationalen Richtlinien mindestens 20 Gramm sogenanntes Typmaterial erforderlich, das in einer wissenschaftlichen Sammlung hinterlegt werden muss. Die Hauptmasse des Meteoriten befindet sich nach Angaben von Markus Patzek weiterhin im Besitz des Finders, der sie bislang nicht für wissenschaftliche Untersuchungen oder eine Hinterlegung in einer öffentlichen Sammlung zur Verfügung gestellt hat.

Name Meteoriten werden üblicherweise nach dem Ort benannt, an dem sie gefunden werden. Der Meteorit besitzt derzeit noch keinen offiziellen Namen, da er noch nicht klassifiziert und noch nicht im Meteoritical Bulletin veröffentlicht wurde. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass er den Namen „Koblenz“ erhalten wird. Eine offizielle Benennung kann erst nach der Aufnahme in die Meteoritical Bulletin Database erfolgen.

Siehe auch Liste der Meteoriten Deutschlands Liste von Meteoriten

Weblinks

ESA Investigating Fireball Over Europe After Meteorites Strike German Home. Auf: sciencealert vom 11. März 2026. Meteorit sorgt für Aufregung: Hausdach beschädigt. Auf: br.de vom 8. März 2026.

Einzelnachweise Maike König: Schatzsuche im Hinterhof – Nach Einschlag in Koblenz: Meteoritenjäger suchen nach Fundstücken. Auf: swr.de, Stand: 17. März 2026. Dazu: Zahlreiche Anrufe bei Polizei und Rettungskräften – Meteorit schlägt in Hausdach in Koblenz ein. Auf: srw.de, Stand: 10. März 2026.

Nach Einschlag in Koblenz – Jagd auf Meteoritenteile: "Ich habe vielleicht 20 Gramm". Auf: zdfheute.de vom 10. März 2026.

Kategorie:Achondrit Kategorie:Geschichte (Koblenz) Kategorie:Ereignis 2026