Herz Jesu in der Bauerschaft Goxel im nordrhein-westfälischen Kreis Coesfeld ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei Anna Katharina (Coesfeld). Sie steht unter dem Patrozinium des Heiligsten Herzens Jesu und gehört zum Kreisdekanat Coesfeld im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist eine in das Pfarrzentrum Goxel integrierte Saalkirche mit separat stehendem Glockenturm und hat ca. 300 Sitzplätze.
Geschichte Weil der Weg zu den Pfarreien St. Jakobi (Coesfeld) und St. Lamberti (Coesfeld) sehr weit und besonders im Winter viel zu beschwerlich war, wurde 1946 eine Notkirche errichtet. Außerdem nahm die Einwohnerzahl in der Region und vor allem in der 1960 gegründeten, südlich gelegenen Siedlung Wittenfeld stark zu.
Um eine wohnortnahe Seelsorge zu ermöglichen, entstand 1972 nach den Plänen des Bischöflichen Bauamts Münster das in das Pfarrzentrum Goxel eingebaute Gotteshaus Herz Jesu. Der vom Architekten H. Welling (Coesfeld) konzipierte Campanile wurde am 30. Mai 1976 vom Weihbischof Reinhard Lettmann geweiht. Die Kirchenräume mit gestufter Flachdecke bestehen aus rotem Ziegelmauerwerk und haben eine durch Faserzementplatten verkleidete Attikazone. Der Turm auf quadratischem Grundriss steht im Nordwesten.
Nach der Pfarrerhebung von St. Laurentius (Coesfeld) wurde Herz Jesu 1955 ein selbstständiges Pfarrrektorat aus Teilen der Gemeinden St. Jakobi (Coesfeld) und St. Lamberti (Coesfeld). Die Umwandlung von Herz Jesu in eine eigenständige Pfarrei fand 1989 statt.
Am 1. Januar 2005 fusionierten die Pfarreien St. Laurentius (Coesfeld), St. Joseph (Stevede), Herz Jesu (Goxel) und St. Ludgerus (Coesfeld) zur großen Kirchengemeinde St. Laurentius (Coesfeld), die ab 2011 den aktuellen Namen „Anna Katharina“ trägt. Seitdem ist Herz Jesu (Goxel) nur noch eine Filialkirche dieser neuen Gemeinde.
2007 erfolgte die Zusammenlegung der drei Coesfelder Pfarreien St. Lamberti, St. Jakobi und Maria Frieden zur großen Gemeinde St. Lamberti.
Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarreien St. Lamberti (Coesfeld), Anna Katharina (Coesfeld) und St. Johannes der Täufer (Lette) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Coesfeld“.
Glocken Im Campanile des Gotteshauses in Goxel hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Bronze:
Glocke 1: Schlagton: a1; Ø 92 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1976 Glocke 2: Schlagton: d2; Ø 71 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1976 Glocke 3: Schlagton: e2; Ø 64 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1976 Glocke 4: Schlagton: fis2; Ø 59 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1976.
Orgel Die von der Firma Friedrich Fleiter (Münster) 1986 für die Herz-Jesu-Kirche gebaute Pfeifenorgel besitzt sieben Register. Die Spieltraktur und die Registertraktur sind mechanisch.
Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Weblinks Website der Herz-Jesu-Kirche (Goxel) Website vom Kreisdekanat Coesfeld
Einzelnachweise
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