Stresenreuth ist eine Wüstung auf dem Gemeindegebiet des Marktes Marktleugast im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern.

Lage Die Wüstung lag südlich von Steinbach, nahe dem heutigen Hanauerhof (in der Gemarkung Marienweiher).

Geschichte In urkundlichen Aufzeichnungen des 14. Jahrhunderts (ca. 1358/1364) wird Stresenreut zusammen mit historischen Wüstungen wie Luesen, Lelau und Welkers u. a. erwähnt. Der Ort gehörte zu einem Besitzkomplex des Zisterzienserkloster Langheim. Als das Kloster 1384 in finanzielle Schwierigkeiten geriet, musste es diese Güter dem Hochstift Bamberg überlassen. Nach Ruprecht Konrad ist Stresenreuth als Vorgängersiedlung des Hanauerhofs zu bewerten.R. Konrad: Das "allodium Wugastesrode" <1017> und die urkundliche Überlieferung im Frankenwald, S. 55.

Name Stresenreuth wurde 1358 als zu Stresenreut erstmals urkundlich erwähnt. Es handelt sich um einen slawisch-deutschen Mischnamen. Bestimmungswort zum Grundwort mittelhochdeutsch rǖte 'Rodung, gerodetes Land' ist der slawische Personenname *Strežь/*Streža bzw. *Strezь.E. Eichler u. a.: Beiträge zur slavisch-deutschen Sprachkontaktforschung, Bd. 2, S. 213. Er gehört zum Personennamen-Stamm *strĕg- 'Wache'.E. Schwarz: Sprache und Siedlung, S. 261. Zu vergleichen sind die Siedlungsnamen Strössendorf (Landkreis Lichtenfels), 1180 StresendorfDieter George: Lichtenfels. Der Altlandkreis (= HONB, Oberfranken 6), 2008, S. 150–152, Nr. 184. und Stressenhof, Name einer Wüstung bei Pottenstein (Lkr. Bayreuth), ca. 1123 Stressenhofen, die ebenfalls den Personennamen *Strežь o. ä. enthalten.Josef Pfanner: Landkreis Pegnitz (= HONB, Oberfranken 2), 1965, S. 53, Nr. 267.

Literatur Ernst Eichler, Albrecht Greule, Wolfgang Janka, Robert Schuh (Hrsg.): Beiträge zur slavisch-deutschen Sprachkontaktforschung. Band 2: Siedlungsnamen im oberfränkischen Stadt- und Landkreis Bayreuth. Winter, Heidelberg 2006, ISBN 3-8253-5091-6, S. 213. Ernst Schwarz Sprache und Siedlung in Nordostbayern. (Erlanger Beiträge zur Sprach- und Kunstwissenschaft 4). Nürnberg 1960, S. 261. Ferdinand Geldner: Das älteste Urbar des Cistercienserklosters Langheim (um 1390). Schöningh, Würzburg 1952. Ruprecht Konrad: Das "allodium Wugastesrode" <1017> und die urkundliche Überlieferung im Frankenwald (Zur mittelalterlichen Siedlungs - und Herrschaftsgeschichte im östlichen Frankenwald). In: 147. Bericht des Historischen Vereins für die Pflege der Geschichte des ehemaligen Fürstbistums Bamberg, 2011, S. 49–128. Neufassung 2015, S. 55.

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ersterwähnung 1358 Kategorie:Geographie (Marktleugast)