Heinrich Joseph Brühl, auch Henry J. Bruehl (geboren 12. Dezember 1879 in Herdorf; gestorben 17. Oktober 1946 in Cheverly Maryland), war ein deutschamerikanischer Lehrer, Schriftsteller und Historiker.
Leben Heinrich Joseph Brühl war ein Sohn des Eduard Carl Brühl (1848–1888) und der Klara Weinert (1841–1916). Er hatte einen Bruder. Brühl wuchs zunächst in Pensacola in Florida auf, nach dem Tod des Vaters kehrte die Familie nach Deutschland zurück. Von 1892 bis 1898 besuchte er das Onze-Lieve-Vrouwecollege in Antwerpen. Er studierte danach Theologie und Philosophie in Salzburg und München und leistete ab 1900 den Wehrdienst. 1902 machte er ein Externenabitur am Gymnasium Paulinum in Münster und studierte Philosophie, Geschichte und neuere Philologie an der Universität Münster. Er wurde 1905 promoviert und machte 1906 die Lehramtsprüfung. Als Gymnasiallehrer war er ab 1907 am St. Georg-Gymnasium Bocholt, ab 1909 am Städtischen Gymnasium Rheinbach und ab 1914 am Regino-Gymnasium Prüm eingesetzt. Während des Ersten Weltkriegs wurde er als Dolmetscher beim Militär-Gouvernement von Brabant im besetzten Belgien in Brüssel verwendet. Ab 1919 war er als Studienrat am Scharnhorst-Realgymnasium Düsseldorf tätig. Er heiratete 1921 Elfriede Henriette Pilger, sie hatten ein Kind. 1931 wurde er zum Oberstudiendirektor befördert.
Brühl engagierte sich in der Zentrumspartei. Am Verfassungstag 1932 hielt er die Rede in Düsseldorf, über den Reichskanzler Heinrich Brüning schrieb er eine Werbeschrift. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurde er aus dem Schuldienst entlassen und aus dem Reichsverband deutscher Schriftsteller ausgeschlossen. Er emigrierte 1934 in die USA, wo er am Rosemont College, einer Mädchenschule der Society of the Holy Child Jesus, Deutsch, Altgriechisch und Französisch unterrichtete. 1937 wurde er Assistant Professor für moderne europäische Geschichte an der Katholischen Universität von Amerika in Washington, D.C.
Schriften (Auswahl) Die Tätigkeit des Ministers Franz Freiherrn von Fürstenberg auf dem Gebiet der inneren Politik des Fürstbistums Münster 1763–1780. Münster: Regensberg, 1905 Link, auf Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde Volume 63 Die Jungfrauen. Drama. 1904 Ein Gedichtbuch. Verlag der Alphonsus Buchhandlung, Münster 1905 Die heilige Ursula in Geschichte, Legende und Dichtung. Frankfurter zeitgemäße Broschüren. Band 25. Hamm: Breer & Thiemann, 1906, 6. Heft, S. 161–179 Eine Studie über Franz von Sonnenberg nebst einer Auswahl aus seinen Werken. Münster: A. Ostendorff, 1907 Kottalos, der Musterknabe. 1914 Sturm und Sang. Kriegsdichtung. 1915 „Flämisch“ und „Holländisch“. Ein Zwiegespräch. 1916 (Hrsg.) Der Flämische Erzähler. Übersetzung. Verlag der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung, Hamburg 1916 Flämische Liederdichtung in alter und neuer Zeit. Mönchengladbach: Volksvereins-Verlag 1917 Tausend Jahre deutscher Rhein 925–1925. Düsseldorf: Jugendführungsverlag, 1925 Die französische Fremdenlegion. 1926 Brüning, unser Führer. 1932
Literatur Henry J. Bruehl, in: Catherine Epstein: A past renewed: a catalog of German-speaking refugee historians in the United States after 1933. Cambridge: Cambridge University Press, 1993, ISBN 0-521-44063-7, S. 44 f.
Georg H. Schlatter Binswanger: Brühl, Heinrich Joseph, in: Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert, Band 4, Zürich 2003, Sp. 391f. Dr. Bruehl, Opponent of Nazis, Dies, Nachruf, Washington Post, 18. Oktober 1946, S. B10
Weblinks
Henry (Heinrich Joseph) Bruehl, in: The Catholic University of America.
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