Ursicinus (urkundlich um 750) gilt als erster Abt des benediktinischen Klosters Disentis.

Abt und Bischof Ursicinus war wahrscheinlich ein Räter. Im Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau erscheint er Mitte 8. Jahrhundert als «episcopus» (Bischof) an der Spitze des «von ihm organisierten» Klosters Disentis.

Die Verbindung von Abts- und Bischofswürde von wandernden Mönchen ging auf eine irofränkische Gewohnheit zurück und nicht auf einen angeblich durch Pirmin von der Reichenau ausgehenden westgotischen Einfluss. Vermutlich stand Ursicinus einer Gemeinschaft vor, die nach der irofränkischen Mischregel lebte.

Literatur Iso Müller, Elsanne Gilomen-Schenkel: Äbte. In: Helvetia Sacra. Band III/1, 1986. S. 491. Iso Müller: Disentiser Klostergeschichte. 1942. Arnold Angenendt: Monachi peregrini. Fink, München 1972, ISBN 3-7705-0605-7. Reinhold Kaiser: Churrätien im frühen Mittelalter. Schwabe, Basel 1998; 2008, ISBN 978-3-7965-1064-9.

Weblinks Carl Pfaff: Ursicin. In: Lexicon Istoric Retic (LIR).

Belege

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