Emil Peters (* 23. Mai 1907 in Lübeck; † 21. Mai 1977 in Malente-Gremsmühlen) war ein deutscher Kommunalpolitiker (SPD) und von 1956 bis 1970 Innensenator der Hansestadt Lübeck.

Leben Emil Peters kam am 23. Mai 1907 in Lübeck als Sohn des Feinmechanikers Johann Hinrich Peters zur Welt. Nach dem Abitur an der Oberschule zum Dom 1927 studierte er Jura in Berlin und Hamburg.Artikel Peters, Emil, in: Karl-Ernst Sinner: Tradition und Fortschritt. Senat und Bürgermeister der Hansestadt Lübeck 1918–2007. Schmidt-Römhild, Lübeck 2008 (Veröffentlichungen zur Geschichte der Hansestadt Lübeck, Reihe B Band 46), S. 190–191 Als Schüler und Student war er Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ), einer SPD-nahen Jugendorganisation. 1929 trat er in die SPD ein. Gemeinsam mit dem damaligen Lübecker SAJ-Vorsitzenden Herbert Frahm, später als Willy Brandt bekannt, und zahlreichen anderen Mitgliedern verließ er Ende 1931 die SAJ und schloss sich der neugegründeten SAP an,Peter Merseburger: Willy Brandt 1913–1992. Visionär und Realist. DVA, Stuttgart/München 2022 deren Lübecker Vorstand er angehörte.Gertrud Lenz: Gertrud Meyer. Eine politische Biografie. Phil. Diss. Universität Flensburg 2010 (Digitalisat) 1932 legte er die Erste juristische Staatsprüfung ab und begann mit dem Referendariat. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten vervielfältigte und verteilte Peters nachts gemeinsam mit anderen Flugblätter der nunmehr illegalen SAP. Nachdem es zu ersten Verhaftungen von SAP-Mitgliedern gekommen war, wurde Peters, zu dieser Zeit Referendar am Amtsgericht Lübeck, von einem befreundeten Amtsanwalt darüber informiert und konnte Einblick in die Verhörprotokolle nehmen. Auch wenn sein und Frahms Namen darin nicht genannt wurden, ging er von einer akuten Gefährdung Frahms aus, der einige der Flugschriften verfasst hatte, und warnte ihn.Martin Wein: Willy Brandt: das Werden eines Staatsmannes. Berlin: Aufbau-Verlag 2003, ISBN 978-3-7466-1992-7, S. 88 Frahm war von der SAP-Reichsleitung mit dem Aufbau einer Auslandsstelle in Oslo beauftragt worden, und Peters stellte die Verbindung zu seinen Fluchthelfern her: Sein Vater Hinrich kannte durch seine Anstellung in den Drägerwerken den Fischermeister Johannes Johannsen, ein SPD-Mitglied aus Travemünde, dessen Stiefsohn, der Fischer Paul Stooß, dann Herbert Frahm am 1. April 1933 nachts über die Ostsee nach Dänemark brachte.Geschichtswerkstatt SPD - Ortsverein Travemünde Bei einem Besuch in Lübeck im August 1946David Binder: The Other German. Willy Brandt’s Life and Times. New Republic, Washington, D.C. 1975, S. 114 bestätigte Willy Brandt Peters schriftlich, dass er ihm „bei der Vermittlung meiner Flucht nach Dänemark [...] behilflich war.“Peter Koch: Willy Brandt. Eine politische Biographie. Wissenschaftliche Mitarbeit Klaus Körner. Ullstein, Berlin und Frankfurt/Main 1988, S. 138

Emil Peters entging den Verhaftungen im Jahr 1933, wurde aber im August dieses Jahres aus politischen Gründen, er verweigerte den Führereid zu leisten, aus dem Referendariat entlassen und von der Gestapo observiert. Im Dezember 1933 schlug Willy Brandt der SAP-Parteileitung vor, ihn nach Oslo zu delegieren, konnte sich aber damit nicht durchsetzen. Peters setzte in den folgenden Jahren die illegale Arbeit für die SAP fort, verbreitete Material, schickte Berichte über die Lage im Reich an die SAP-Auslandsleitung in Paris und die SAP-Gruppe in Oslo und traf sich gemeinsam mit anderen Lübecker SAP-Genossen mehrmals mit Willy Brandt in Kopenhagen. Noch in seiner Rede zur Verleihung der Lübecker Ehrenbürgerwürde 1972 erwähnte Brandt diese fortgesetzte geheime Verbindung.Willy Brandt: Ansprache zur Verleihung der Lübecker Ehrenbürgerwürde. In: Lübeckische Blätter 132 (1972), S. 86–88, hier S. 87

Da ihm die juristische Laufbahn versperrt war, arbeitete Peters zunächst als Stenograph für die Lubecawerke in Lübeck. Im Juni 1935 wurde er festgenommen und sechs Wochen im KZ Fuhlsbüttel inhaftiert. Aufgrund dieser Inhaftierung verlor er die Anstellung bei Lubeca und konnte wegen seiner politischen Vorbelastung in Lübeck keine neue Anstellung finden. Er nahm dann eine Stelle als Gutssekretär auf dem mecklenburgischen Gut Frauenmark bei Gadebusch an, das dem Lübecker Kaufmann Carl Köhncke gehörteNiekammer’s landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band IV: Mecklenburg. Niekammer, Leipzig 1928, S. 177 (heute Ortsteil von Veelböken). 1937 heiratete er die Kindergärtnerin Ilse Grube und pachtete im selben Jahr eine Shell-Tankstelle in Wismar, die er in den folgenden Jahren zusammen mit seiner Frau betrieb.Adreßbuch der Seestadt Wismar. Eberhardtsche Hof- und Ratsbuchdruckerei Wismar, 53. Ausgabe 1937, S. 126 (letzter Eintrag)

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahm Peters im Oktober 1945 den juristischen Vorbereitungsdienst wieder auf und legte im März 1948 die Zweite juristische Staatsprüfung ab. Politisch wurde er wieder in der SPD aktiv. Zum 1. Mai 1948 trat er als Assessor in den Dienst der Hansestadt Lübeck, zunächst als persönlicher Referent des Bürgermeisters Otto Passarge. Ab dem 1. Mai 1953 war er Leiter des Personalamtes und stieg in dieser Funktion zum städtischen Oberverwaltungsrat auf. Am 12. April 1956 wurde er zum hauptamtlichen Senator gewählt und 1962Kleine Lübecker Chronik, 5. April 1962, in: Lübeckische Blätter 122 (1962), Heft 8, S. 113 (Digitalisat) sowie 1968Lübecker Chronik, 25. Januar 1968, in: Lübeckische Blätter 128 (1968), Heft 4, S. 66 (Digitalisat) jeweils nach Ablauf der sechsjährigen Amtszeit wiedergewählt. Von 1956 bis 1970 war er Innensenator der Hansestadt Lübeck.Kleine Lübecker Chronik, 7. April 1966, in: Lübeckische Blätter 126 (1966), Heft 9, S. 146 (Digitalisat) Im Dezember 1969 bat Peters aus gesundheitlichen Gründen um die Versetzung in den Ruhestand, die ihm zum 31. März 1970 gewährt wurde. Anlässlich seiner offiziellen Verabschiedung am 30. April 1970 erhielt er die Ehrenplakette des Lübecker Senats.

Emil Peters verstarb am 21. Mai 1977, zwei Tage vor seinem 70. Geburtstag, in Malente-Gremsmühlen, seine Witwe Ilse starb am 3. März 2013 im Alter von 100 Jahren in Lübeck.Hans-Jürgen Wolter: Lübecker Chronik März 2013. In: Lübeckische Blätter 178 (2019), S. 126. Das Ehepaar hatte zwei Kinder.

Auszeichnungen und Ehrungen mini|Senator Emil Peters (2008) Goldene Ehrennadel des Technischen Hilfswerks (1968) Nach Emil Peters wurde das Feuerlöschboot Senator Emil Peters (1972–2026) der Lübecker Berufsfeuerwehr benannt.

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