mini|Waldemar Hoya: Rathaus Melsungen, Original-Radierung, ca. 1930. Waldemar Hoya (* 13. Dezember 1889 in Barop; † 7. Juli 1952 in Lippstadt) war ein deutscher Vedutenmaler und Grafiker, der vor allem für seine detaillierten Radierungen bekannt ist.
Leben und Wirken Friedrich August Waldemar Hoya wurde am 13. Dezember 1889 in Barop als Sohn des Rangierers Ewald Bruno Waldemar Hoya (1857–1927) und seiner Ehefrau Wilhelmine geb. Weyland (1861–1927) geboren.Ev. Kirche Barop, Taufregister 150/1889, Taufen für 1882–1910, Band 5 | Barop | Kirchenkreis Dortmund-Süd | Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen | Nordrhein-Westfalen: Kirchenbücher online mit ARCHION, Einsichtnahme: 21. Februar 2026. Er wuchs im Südwesten der Stadt Dortmund auf und wurde Bürogehilfe. Nach einer gescheiterten Ehe machte er zunächst weniger als Künstler, sondern durch kriminelle Handlungen und gegen ihn gerichtete Unterhaltsforderungen auf sich aufmerksam.„Warnung“, Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, Fachzeitschrift für Verlagswesen und Buchhandel, 16. Juni 1924.„Ein Erzlump!“, Soester Kreisblatt, 20. August 1924.„Warnung vor einem Schwindler“, Lüdenscheider Generalanzeiger, 23.08.1924.„Als ein verkommenes Genie…“ Iserlohner Kreisanzeiger, 22. Januar 1925.„..unbefugte Führung eines Doktortitels…“, Lippische Landeszeitung, 16. Januar 1925.Öffentliche Zustellung einer Unterhaltsforderung und Ladung, Wohlfahrtsamt Rostock, 14. Januar 1929, veröffentlicht: Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Reichsanzeiger, 22. Januar 1929. Positive Schlagzeilen gelangen ihm erst im Alter von etwa 40 Jahren. Im Dezember 1929 stellte Hoya in der Kunsthandlung Ernst Saalmann in Velbert eine Vielzahl von Original-Radierungen aus, die große Beachtung fanden. Zu diesem Zeitpunkt galt er bereits als bekannter Kunstmaler und hatte Kaltnadelarbeiten von zahlreichen Baudenkmalen in ganz Deutschland angefertigt.Velberter Zeitung, 15. Dezember 1929. In den 1930er Jahren druckte eine Vielzahl von Zeitungen im Rheinland und in Westfalen seine Werke ab und machte ihn damit bekannter.General-Anzeiger für das gesamte rheinisch-westfälische Industriegebiet, 10. Dezember 1933, 11. Dezember 1933, 21. Dezember 1933, 23. Dezember 1933, 2. Januar 1934.Zeno-Zeitung, 28. März 1936.Central-Volksblatt für das gesamte Sauerland, 1. April 1936. Der Verkehrsverein in Warstein ließ im Mai 1938 einen neuen Prospekt mit Zeichnungen und Radierungen von Hoya drucken, um Sommergäste anzulocken.Westfälische Landeszeitung, 13. Mai 1938.Tremonia 14. Mai 1938. Zu seinen besonderen künstlerischen Erfolgen gehörte ab Januar 1938 sein Engagement aus Anlass der Jahrtausendfeier in Belecke.Beleckes große Tage, Tremonia, 18. Juli 1938.Jahrtausendfeier einer Heimatstadt, Westfälische Landeszeitung (Arnsberg, Meschede, Brilon, Olpe, 22. Juli 1938. Waldemar Hoya, der wegen der Arbeiten in Belecke dort auch langfristig seinen Wohnsitz begründete, wurde beauftragt, sowohl die Festschrift als auch später das Jubiläumsbuch mit insgesamt 39 Illustrationen (Radierungen, Zeichnungen, Holzschnitte) künstlerisch zu gestalten.Festschrift Tausend Jahre Belecke 938-1938, Stadt Belecke (Hgg.), Graphische Kunst- und Verlagsanstalt Rudolph Wichelhoven, Iserlohn 1938.Jubiläumsbuch: Walter Hagemann, Walter Dahlhoff, Franz Kesting, Marianne Höynck, Belecke 938-1938, Stadt Belecke (Hgg), Graphische Kunst- und Verlagsanstalt Rudolph Wichelhoven, Iserlohn 1938. In der Folgezeit erhielt Hoya noch eine Vielzahl kommunaler und privater Aufträge.Westfälische Landeszeitung. Beobachter für das Sauerland, Amtliches Organ der Kreise Arnsberg, Meschede, Brilon und Olpe, 25. November 1941, 27. November 1941. Der Historiker und ehemalige Stadtarchivar in Neuenrade, Rolf Dieter Kohl bezeichnete Hoya 2018 als "umtriebigen und zu seiner Zeit recht bekannten Maler und Grafiker", dessen Werke auch in der Gegenwart im Handel kursieren.Online-Zeitungsartikel "come-on" vom 22. Juni 2018, siehe Weblinks. Walter Leimeier, Schriftleiter der "Heimatblätter" in Lippstadt, wies 2021 in seinem kurzen Aufsatz Waldemar Hoyas Radierungen nach, dass der Künstler auch vorhandene Stadtansichten in Postkartenform als Vorlage seiner Grafiken nutzte.Walter Leimeier: Waldemar Hoyas Radierungen (I+II), in: Heimatblätter 2021, Zeitungsverlag Der Patriot GmbH, 101. Jahrgang, Lippstadt 2021, S. 8 und S. 32. Ein Aspekt der Beutekunst wurde 51 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs bekannt: Am 12. April 1945 eroberte eine US-Division die ersten Ortsteile von Plettenberg, am 13. April 1945 gelang die Einnahme des Ortskerns. Damals nahm ein US-Soldat aus dem Bundesstaat Washington eine Radierung von Waldemar Hoya aus dem Rathaus als Souvenir mit und sandte sie 1996 wieder zurück. Die märkische Stadt nahm das Kunstwerk entgegen und überreichte es drei Jahre später dem Plettenberger Bürgermeister Otto Klehm (1936–2014) zum Abschied.Hoya, Waldemar in Plettenberg Lexikion - H, des heimatkreis-plettenberg.de
Ehe und Familie Waldemar Hoya heiratete am 28. Oktober 1913 in Dortmund die Verkäuferin Maria Elisabeth Klapprott.Ev. Kirche Barop, Trauregister Nr. 22/1913, Trauungen für 1876–1929, Band 6 | Barop | Kirchenkreis Dortmund-Süd | Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen | Nordrhein-Westfalen: Kirchenbücher online mit ARCHION, Einsichtnahme: 21. Februar 2026. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Nach zehn Jahren wurde die Ehe geschieden.Zusatzeintrag im Trauregister ev. Kirche Barop: "Geschieden durch rechtskräftiges Urteil des LG Dortmund, 9. Zivilkammer vom 29.03.1923." Waldemar Hoya wohnte bis zuletzt in Belecke und starb am 7. Juli 1952 im Alter von 62 Jahren im Evangelischen Krankenhaus Lippstadt.Standesamt Lippstadt, Sterberegister Nr. 239/1952, Mitteilung Stadtarchiv Lippstadt per Mail vom 23. Februar 2026.
Werke (Auswahl)
Burg Lüdinghausen Schloss Berleburg Berleburg, Orig. Kaltnadelstich nach Vorlage von Caspar Merian um 1640 Rathaus Melsungen Rotenburg an der Fulda (Fachwerkhaus) Marburg Altstadt Burgsteinfurt, Altes Rathaus mit Markt Pauluskirche Hamm Warburg, Stadtmauer mit Turm Rathaus Duisburg
Weblinks
Kunstmuseum Gelsenkirchen Hoyas Radierungen Tannenberg-Denkmal und Burghof Altena im Bestand. Der romantische Harz - Alte künstlerische Ansichten in vier Bänden - Google Books (Kurze Hoya-Biografie, Bd. 3, S. 146) Seltene Radierung mit Neuenrade als Motiv für das Stadtarchiv Artikel vom 22. Juni 2018 über Hoya-Radierung. zeit.punkt NRW / Suche Volltext = "Waldemar Hoya" [1-8] Hoya, Waldemar Suchergebnisse - Waldemar Hoyas
Einzelnachweise
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