Rodina, ja wernus! (, wiss. Transliteration Rodina, ja vernusʹ; ) ist eine Erzählung für Kinder und Jugendliche des sowjetisch-kirgisischen Schriftstellers Fjodor Samochin, die 1975 im Verlag Kyrgysstan erschien. Sie behandelt das Schicksal sowjetischer Kinder, die während des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten nach Deutschland verschleppt und in einer Eisenbahnfachschule in Moritzburg zu zukünftigen Agenten des Dritten Reiches ausgebildet werden sollten.
Handlung Der kirgisische Junge Esen Osmonow und der ukrainische Junge Mykola Danyltschenko werden zusammen mit anderen Kindern von den Nationalsozialisten verschleppt und nach Deutschland gebracht. Sie werden Schüler der Eisenbahnfachschule in Moritzburg, in der strenge Regeln herrschen. Der wahre Zweck der Schule ist die Ausbildung zukünftiger Agenten, die dem Reich und dem Führer treu ergeben sein sollen.
Bei dem Versuch, in ihre Heimat zurückzukehren, sehen sich die Jugendlichen mit zahlreichen Schwierigkeiten konfrontiert. Als sich die sowjetischen Truppen der deutschen Grenze nähern, werden die Schüler an die Briten übergeben. Als Esen nach einem Treffen mit Vertretern des Staatssicherheitskomitees auf Rettung hofft, wird der Protagonist erneut entführt und nach London gebracht. Seine Hauptaufgabe besteht nun darin, den Agenten des MI6 zu entkommen und die sowjetische Botschaft zu finden, wobei ihm Einheimische und sowjetische Agenten helfen.
Hauptfiguren Esen Osmonow – geboren 1930 im Dorf Balyk im Rajon Ulachol (Kirgisische SSR) als Sohn eines Grenzoffiziers und einer Lehrerin. Er hat eine hohe Stirn, ausdrucksvolle Augen, dichtes und festes Haar, spricht schlecht Russisch, lernt aber leicht Deutsch. Nach dem Verlust seiner Eltern wird er von den Nationalsozialisten gefangen genommen und nach Deutschland verschleppt. Er liebt Poesie und schreibt gelegentlich Gedichte. Mykola Danyltschenko – geboren 1929 in Kiew von der Straße Chreschtschatyk. Der breitschultrige Junge besuchte seinen Bruder, einen Oberleutnant, an der Grenze – später wurden er und Esen von den Nazis zum Bahnhof gebracht. Er ist energisch, hilft den Schwächeren und wechselt in emotionalen Momenten ins Ukrainische. Hans Koch – dreiundzwanzigjähriger Unteroffizier, Absolvent der Universität Vilnius, ehemaliger Deutschlehrer. Geboren in Litauen in einer Arbeiterfamilie. Er hat ein hageres, blasses Gesicht und raue Handflächen, sein Äußeres deutet darauf hin, dass dieser Mensch schlecht aß, aber körperlich hart arbeitete. Als die Sowjetunion Litauen besetzte, beschlossen Hans und seine Freunde ins Ausland zu gehen. Aus Geldmangel beraubten sie ein Juweliergeschäft, wofür Hans zu drei Jahren verurteilt, aber bald von den deutschen Behörden aus der Haft befreit wurde. Hans ist jetzt Kommandeur einer Kompanie der Eisenbahnfachschule und persönlicher Übersetzer des Kommandanten Otto von Krüger. Ruth Lemke – langjährige Freundin von Hans Koch. Sie ist Deutsche, spricht fast akzentfrei Russisch. Sie ist groß, hat blond gelocktes Haar, graue Augen und dunkle Augenbrauen. Sie arbeitet für den sowjetischen Geheimdienst.
Veröffentlichung und Bedeutung Die Erzählung erschien 1975 im Verlag Kyrgysstan und wurde später in die einbändige Sammlung der Werke des Schriftstellers Isbrannoje (1978) aufgenommen. 1976 zählte der Literaturkritiker und ehemalige Vorsitzende des Schriftstellerverbandes Kirgisiens Tendik Askarow die Erzählung zu den „entschieden erfolgreichen“ Werken, die einen Beitrag zur Entwicklung der Frontthematik in der kirgisischen Literatur leisteten. 1981 hob die Zeitschrift Literaturny Kirgisistan die Erzählung aus den für Kinder und Jugendliche geschriebenen Werken hervor und würdigte die „dramatische“ Darstellung des Kampfes der Sowjetunion um die Rückkehr der in den von den Nazis besetzten Gebieten verbliebenen Kinder.
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Einzelnachweise
Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Russisch) Kategorie:Erzählung Kategorie:Kinder- und Jugendliteratur Kategorie:Literatur (Kirgisisch) Kategorie:Moritzburg (Sachsen)