mini|Franciszek Armiński Franciszek Serafin Armiński (* 2. Oktober 1789 in Tymbark; † 14. Januar 1848 in Warschau) war ein polnischer Astronom.
Leben Franciszek Armiński wurde am 2. Oktober 1789 im Ort Tymbark, nordwestlich von Limanowa, geboren. Er verwaiste bereits im Kleinkindalter, sein Vater Jan Armiński starb 1791, seine Mutter Apolonia Przyborowska 1792, und wurde von einem Onkel aufgezogen. Er floh jedoch im Alter von neun Jahren nach Krakau und fand in einem Piaristenkloster Zuflucht. Er absolvierte das Gymnasium in Krakau, zog anschließend nach Warschau und studierte an der dortigen Ingenieursschule Mathematik. Im Jahre 1811 reiste er nach Paris und studierte bei dem Astronomen Jean-Baptiste Joseph Delambre und dem Physiker François Arago. Die französische Regierung bot ihm eine Stelle als Direktor der neu eingerichteten Beobachtungsstation auf der Île de France an. Auf Bitten des polnischen Bildungsministeriums kehrte er aber nach Warschau zurück und unterrichtete im Schuljahr 1815/16 Mathematik am Warschauer Gymnasium und im Piaristenkonvent. 1816 erhielt er den Lehrstuhl für Astronomie der neu gegründeten Königlichen Universität Warschau, den er bis 1831 innehatte, seit 1817 als Professor.
mini|Warschauer Observatorium 1840 mini|Grab auf dem Powązki-Friedhof Bereits 1816 initiierte er die Errichtung des astronomischen Observatoriums der Universität. Er selbst stellte die moderne Ausstattung zusammen, darunter Instrumente der berühmten Münchener Werkstatt Reichenbach. 1824 wurde der Bau im botanischen Garten abgeschlossen und im Jahr darauf von der Universität übernommen. Armiński wurde der erste Direktor des Observatoriums, was er bis zu seinem Lebensende blieb, und begann dort 1826 mit systematischen Beobachtungen. Er vermaß 1826 die geografische Breite von Warschau zu 52°13′5″ und 1828 die geographische Länge der Stadt im Verhältnis zu Paris. Bis 1829 waren alle Instrumente installiert und justiert. Armiński wirkte auch bei kleineren astronomischen Einrichtungen mit, etwa von 1824 bis 1830 bei der Beobachtungsstation der Piaristen in Żoliborz. In den Jahren 1828–1829 nahm er im Auftrag der Regierung an astronomisch-geodätischen Messungen auf dem Berg Łysica im Kielcer Bergland teil. Nachdem die Universität nach dem Novemberaufstand 1831 geschlossen worden war, widmete sich Armiński bis zu seinem Tod seiner Arbeit am Observatorium. Einige seiner Beobachtungen veröffentlichte er im Pariser Connaissance des temps und in den Jahrbüchern der Warschauer Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften. Ferner schrieb er historische und wissenschaftliche Abhandlungen über antike Astronomie, Lichtaberration, Nutation der Erdachse und über Sternparallaxen.
Armiński war mit Katarzyna Holly verheiratet, Schwester von Wiktoria Holly, der Ehefrau des Dichters Kazimierz Brodziński. Franciszek Armiński erlag am 14. Januar 1848 einer Herzerkrankung und wurde auf dem Powązki-Friedhof in Warschau beerdigt.
Ehrungen Armiński war Ritter des Sankt-Stanislaus-Ordens, siehe Grabsteininschrift, siebte Zeile. Er erhielt die Doktorwürde in Philosophie der Warschauer Universität. In Liwanowa ist die ulica (=Straße) Franciszeka Armińskiego nach Armiński benannt. Im Jahre 1976 benannte die Internationale Astronomische Union den Mondkrater Armiński offiziell nach Franciszek Armiński.
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Einzelnachweise
Kategorie:Astronom (19. Jahrhundert) Kategorie:Pole Kategorie:Person als Namensgeber für einen Mondkrater Kategorie:Geboren 1789 Kategorie:Gestorben 1848 Kategorie:Mann