mini|Kapelle Sankt Luzius in Disla Die Kapelle Sankt Luzius () steht in der Fraktion Disla, Disentis/Mustér in der Surselva im schweizerischen Kanton Graubünden. Der Weiler Disla liegt zwischen der Kantonsstrasse und dem Vorderrhein, die Kapelle am westlichen Dorfeingang oberhalb der Zubringerstrasse. Sie ist nordwestlich ausgerichtet mit dem Eingang nach Südosten.
Geschichte mini|Um 1928 Die Kapelle Sankt Luzius wurde ab 1704 von Kapuzinermönchen errichtet, die im 16. und 17. Jahrhundert die hiesige Pfarrei betreuten. Die Kapelle hat ein Ausrichtung nach Nordwesten und wurde im Jahr 1716 geweiht. Sie ist Eigentum der katholischen Kirchenstiftung Disentis und Teil des Dekanates Surselva/Cadi.
Bau Die in Graubünden seltene Bauform eines Zentralbaus über achteckigem Grundriss beruht auf der italienischen Herkunft der Kapuzinermönche.
Die mit Schindeln gedeckte Dachkonstruktion besitzt einen offenen Dachreiter, der die Glocken trägt. Bei der Dachrenovation 1910 ersetzte man das Schindel- gegen ein Blechdach, welches im Verlauf der Zeit durchrostete. Bei der umfassenden Renovation 1990/1991 wurde das Dach in den ursprünglich Zustand mit Lärchenholzschindeln versetzt.
Das Raumprogramm umfasst den regelmässigen oktogonalen Kapellenraum mit 6,45 m Durchmesser, welcher von einer Kuppel überspannt wird. Gegenüber dem Eingang liegt der etwa 4,14 m lange und 3,10 m breite Altarraum, der mit einer Tonnendecke oben abgeschlossen ist. Er ersetzt eine der acht Wände des Kapellenraums. Auf der Stirnseite des Altarraumes schliesst sich der Durchgang zur Sakristei an.
Der Sakristei-Anbau, der an den Altarraum anschliesst, ist deutlich tiefer: Sein Dach erreicht nur etwa die halbe Höhe zwischen Fenster und Dach des Zentralbaus.
Ausstattung mini|Innenansicht mit Altar im angebauten Altarraum Die Altaraufbauten der barocken Kapelle füllen den Altarraum auf seiner ganzen Breite aus. Sie stehen auf einem einstufigen Holzpodest mit Rokoko-Antependium. Neben dem Altar führen die blau verhängten seitlichen Eingängen hinter den Altar und zum Durchgang zur Sakristei. Das AltarbildAbbildung stellt unter einer Rosenkranzmadonna mit dem Jesusknaben den legendären Namenspatron der Kapelle Luzius von Chur dar,Luzius von Chur Bistum Augsburg gekleidet als König mit Krone und Zepter, zusammen mit dem Hl. Bonaventura und einem Engel.
Der Innenraum ist schlicht gehalten mit weissen Wänden, wenigen symbolischen Malereien und einer reich verzierten Inschrift über dem Eingang. Ein profiliertes Stuckgesims mit einem schmalen Bildstreifen in seinem unteren Teil umzieht das ganze Schiff und den Chor.
Glocken Das Geläut der Kapelle besteht aus zwei Glocken, beide in es’ gestimmt. Die ältere der beiden ist ungefähr 50 kg schwer und nicht beschriftet, der Giesser ist nicht bekannt. Sie wird in den Zeitraum zwischen 1704 und 1716 datiert. Aus dem Jahr 1770 stammt die von Christian Felix Gross in Feldkirch gegossene Glocke mit ca. 45 kg Gewicht. Ihre Inschrift lautet: «AVE MARIA GRATIA DOMIN(US) (TECUM)»
Literatur
Siehe auch Liste der Kulturgüter in Disentis/Mustér
Weblinks
Kapelle Sankt Luzius
Einzelnachweise
Disentis/Muster Disentis/Muster Kategorie:Luzius-von-Chur-Kirche Kategorie:Disentis/Mustér Kategorie:Erbaut 1716 Kategorie:Oktogon (Sakralbau) Kategorie:Kapelle in der Schweiz Kategorie:Kapuzinerkirche Kategorie:Zentralbau in der Schweiz Kategorie:Barockbauwerk im Kanton Graubünden Kategorie:Barocke Kirche