mini|Pfarrkirche Liebfrauen in Bühlertal Die römisch-katholische Liebfrauenkirche steht in Bühlertal, einer Gemeinde im Landkreis Rastatt in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde gehört zum Dekanat Baden-Baden im Erzbistum Freiburg.
Geschichte Der Bedarf an einem katholischen Kirchenbau im Ortsteil Obertal zeichnete sich bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts ab. Bis 1908 nahmen die Gläubigen aus dem Obertal an den Gottesdiensten in der Pfarrkirche St. Michael im Untertal teil. Von 1908 bis 1936 wurde eine im Eichwald errichtete Notkirche als Gotteshaus genutzt. Ab 1934 war die Finanzierung eines Neubaus gesichert. Die neue Pfarrkirche wurde 1936 auf dem Hungerberg erbaut und 1937 geweiht. Der Entwurf stammt von dem Freiburger Architekten Gregor Schroeder.
Architektur und Ausstattung Der Sakralbau ist eine dreischiffige Basilika mit eingezogenem Dreiseitchor und seitlichem Eckturm. Die Architektur kombiniert Elemente verschiedener historischer Stilrichtungen, darunter teils gotisierende, barockisierende und romanisierende Formen. Zu den charakteristischen Merkmalen zählen Rund- und Spitzbogenöffnungen, eine Zwiebelhaube, Kreuzgratgewölbe und Spitzbogenarkaden. Das Mittelschiff besitzt eine hölzerne Kassettendecke; die Seitenschiffe sind flach gedeckt. Nordwestlich schließt sich ein polygonaler Kapellenanbau an. Mit dieser Gestaltung knüpft der Bau an Motive der vormodernen Sakralarchitektur Süddeutschlands an.
Die Kirche ist 48 m lang; der Turm erreicht eine Höhe von 44 m. Helle verputzte Fassaden und ein großes Ziegeldach prägen das äußere Erscheinungsbild und machen den Baukörper im Ortsbild von Obertal weithin sichtbar.
Im Innenraum befindet sich ein großformatiges holzgeschnitztes Madonnenbild, das als Hochaltarbild an der Chorwand angebracht ist und auf die Schutzpatronin der Kirche verweist. Entlang der Seitenwände des Langhauses ist ein Kreuzweg angebracht. Mehrere Skulpturen ergänzen die Ausstattung.
Orgel mini|upright|Empore mit Orgel
Die Orgel wurde 1940 von der Firma M. Welte & Söhne erbaut und verfügt über einen freistehenden Spieltisch mit elektrischer Traktur.Informationen zur Disposition
I Hauptwerk C–g3 Gedackt-Pommer 16′ Principal 8′ Holzflöte 8′ Gemshorn 8′ Oktav 4′ Quinte ′ Oktav 2′ Mixtur IV-V ′ Trompete 8′ II Schwellwerk C–g3 Singend Gedackt 8′ Rohr-Gedeckt 8′ Salicional 8′ Klein-Prinzipal 4′ Nachthorn 4′ Waldflöte 2′ Terz ′ SCharff IV 1′ Oboe 8′ Tremulant III Rückpositiv C–g3 Gedeckt 8′ Principal 4′ Blockflöte 2′ Spitzquinte ′ Schalmey 8′ Pedal C–f1 Prinzipalbass 16′ Subbass 16′ Zartbass 16′ Oktavbass 8′ Choralbass 4′ Rauschpfeife II ′ Posaune 16′
Glocken Der seitlich an den Giebel angebaute massive Turm nimmt die fünf Glocken in einem Stahlglockenstuhl auf. Das ursprüngliche fünfstimmige Geläut wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen und in den 1950er Jahren durch fünf neue Glocken der Gießerei Schilling ersetzt, die zu Ehren der Gottesmutter Maria, des Erzengels Michael, des Heiligen Josef, des Heiligen Wendelin sowie des Heiligsten Herzens Jesu geweiht sind. Die vier größeren Glocken wurden 1950 in Heidelberg gegossen, die kleinste Glocke 1953 in Apolda. In ihrer Schlagfolge bildet das Geläut das ausgefüllte „Salve-Regina“-Motiv ab. GlockeGussjahrMaterialDurchmesserGewichtSchlagton11950Bronze1234 mm1130 kge′-721098 mm784 kgfis′-73975 mm544 kggis′-84805 mm303 kgh′-651953~220 kgcis″-3 Inschrift der Muttergottesglocke: „Der Himmelskönigin geweiht, ruf über’s Bühlertal ich weit: Maria keinen je vergißt, der sie mit frommem Ave grüßt.“
Uhr Der Turm ist auf drei Seiten mit Zifferblättern ausgestattet. Auf der Ebene unterhalb der Glockenstube befindet sich ein historisches mechanisches Räderuhrwerk, dessen Pendel weiterhin in Betrieb ist; die Gewichte werden elektrisch aufgezogen. In den Uhrenschlag sind die Glocken 3, 4 und 5 einbezogen, während den Stundenschlag die große Glocke 1 übernimmt.
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Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Rastatt Kategorie:Pfarrkirche des Erzbistums Freiburg Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Erbaut 1937 Kategorie:Kirchengebäude des Rundbogenstils Kategorie:Kirchengebäude im Nationalsozialismus Kategorie:Basilika (Bautyp) Kategorie:Liebfrauenkirche Kategorie:Geläut Liebfrauenkirche