Die 40-cm-Mantelringkanone L/22, kurz 40-cm-MRK L/25, war ein Küstengeschütz des Deutschen Kaiserreich und wurde ab 1879 eingesetzt.
Geschichte Die Entwicklung der 40-cm-MRK L/25 erregte noch vor den ersten Tests große Aufmerksamkeit in der Welt. Zu jener Zeit bauten das britische Royal Arsenal in Woolwich und die Elswick Ordnance Company das experimentellen Woolwich- und Armstrong-Geschütze für das Turmschiff Inflexible und die Caio-Duilio-Klasse. Damals galten sie als die stärksten und gefährlichsten Kanonen. In einer Publikation im März 1878 jedoch, lief ihnen die noch nicht getestete 40-cm-MRK L/25 den Rang ab. Dort wurde diese neue Kanone der Friedrich Krupp AG als stärkste, jemals konstruierte Hinterladerkanone bezeichnet. Diese Behauptung wurde aufgrund der veröffentlichten Konstruktionszeichnungen aufgestellt.
Am 3. und 6. Mai 1879 wurde die 40-cm-MRK L/25 in Essen erstmals erprobt. Bei dem ersten Test ging es vorrangig um die Sicherheit der Kanone und nicht um Treffsicherheit. Die Tests erfolgten mit verschiedenen Treibladungen, um die richtige Mischung zu identifizieren. Dabei erwies sich die Kanone, im Bezug auf Durchschlagskraft, als sehr effizient. Die Gasdrücke waren akzeptabel, wiesen jedoch mit unterschiedlichen Messmitteln erhebliche Schwankungen auf.
Im August 1879 versammelten sich rund 100 Offiziere in Münster zu weiteren Schießversuchen. Sie kamen aus ganz Europa, sowie China und Japan. Lediglich Frankreich und Griechenland waren nicht vor Ort. Diese Tests dienten primär der Demonstration der Stärke und Leistungskraft der 40-cm-MRK L/25. Dabei zeigte sich, dass die Kanone selbst die stärkste damalige Schiffspanzerung mit einer Stärke von 61 cm auf 5 km durchschlagen konnte. Während der Test war der Gasdruck aus der Mündung so hoch, dass der Boden darunter stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Um weitere Beschädigungen und ein Einsinken oder Kippen der 40-cm-MRK L/25 zu verhindern, wurde eine Reihe von leeren 15- und 17-cm-Hülsen unter der Mündung ausgelegt. Bei weiteren Schussabgaben wurden einige der Hülsen durch den Druck aufgerichtet.
mini|Zeichnung der 40-cm-MRK L/25 während einer Ausstellung in Düsseldorf, 1880 Bis ins Jahr 1880 hatte Krupp die Tradition etabliert, seine neuesten und schwersten Geschütze auf einer Weltausstellung zu präsentieren. Da aufgrund des Gewichts die 40-cm-MRK L/25 nicht zur achten Weltausstellung in Melbourne transportiert werden konnte, wich man zu einer lokalen Ausstellung in Düsseldorf aus. Bei der Gewerbe-Ausstellung für Rheinland, Westfalen und benachbarte Bezirke sowie einer Allgemeinen Deutschen Kunst-Ausstellung und einer Ausstellung kunstgewerblicher Altertümer, war Krupp in einem separaten Pavillon mit seinem schweren Geschütz vertreten. Der Transport dorthin erfolgte größtenteils per Bahn. Das Entladen und der komplette Aufbau dauerte fast drei Wochen. Am 19. Juni 1880 besucht der Kaiser die Ausstellung und besichtigte auch die schwere 40-cm-MRK L/25 dabei wurde ihm die demonstriert, wie schnell das Geschütz auf der Lafette gedreht werden konnte.
Technische Beschreibung Die 40-cm-MRK L/25 wog 72 t und hatte ein Geschützrohr mit einer Länge von 10 m und einer Kaliberlänge von L/25. Im Inneren befanden sich 90 Züge und Felder, welchen einen Drall für eine bessere Flugbahn erzeugten. Die Mündungsgeschwindigkeit lag bei 502,4 m/s. Um die Munition verschießen zu können, wurden vier Treibladungen in 200 kg schweren Säcken genutzt. Die Besatzung bestand aus 15 Soldaten.
Das Geschütz wurde 1879 auf einer Küstenlafette aufgestellt und getestet. Sie hatte ein Gewicht von 45 t und konnte zu jeder Seite um maximal 16 Winkelgrad gedreht werden. Diese Lafette war mit einer hydraulischen Rückstoßbremse ausgestattet, um den Rückstoß nach der Schussabgabe abzufangen. Um die Munition und die Treibladung in das Geschütz laden zu können, verfügte die Lafette über einen Ladekran. Das Heben und Senken des Krans mit und ohne Geschoss dauerte zwischen 20 und 30 Sekunden.
mini|Beladene 40-cm-MRK L/25 auf Eisenbahn-Transportwagen Um die 40-cm-MRK L/25 transportieren zu können, wurde sie auf zwei gekoppelte Wagen gesetzt. Dabei hatte der hintere Wagen sechs Achsen und wurde mit dem schweren, hinteren Teil der Kanone mit Verschluss beladen. Der vordere Wagen hatte nur vier Achsen und trug das leichtere und vordere Ende der Kanone.
Einsatz Zu einem echten Einsatz oder Nutzung der 40-cm-MRK L/25 kam es nicht. Das Geschütz wurde lediglich auf dem hauseigenen Schießplatz von Krupp in Meppen, sowie in Münster getestet. Das Geschütz diente dabei als Studienobjekt für spätere Geschütze mit einem längeren Geschützrohr, wie die 40-cm-Mantelringkanone L/35.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geschütz Kaliber über 300 mm Kategorie:Krupp