Die 30,5-cm-Mantelringkanone L/25 oder auch Lange 30,5-cm, kurz 30,5-cm-MRK L/25, war ein Küsten- und Schiffsgeschütz der Friedrich Krupp AG und wurde ab 1880 von den niederländischen Streitkräften und der Beiyang-Flotte eingesetzt.

Entwicklung Während der Schlacht von Hampton Roads bemerkte man sehr schnell, wie schwer es für die damalige Artillerie war, die Panzerung eines Schiffes zu durchdringen. Dabei entstand ein Wettlauf zwischen der Steigerung der Durchschlagskraft der Artillerie und der Stärkung der Panzerung von Schiffen. Für die Artillerie konnte dies nur mit einer Vergrößerung des Kalibers und einer Verlängerung des Geschützrohres erreicht werden. So kam es 1868 zu ersten Tests der Friedrich Krupp AG mit 21- und 24-cm-Kanonen aus neuem Stahlguss und veränderten Kaliberlängen. Nach mehreren erfolgreichen Versuchen und Produktion der 30,5-cm-Mantelringkanone L/22, begann Krupp diese Kanone zu verbessern.

Im Juni 1878 lud Krupp Artillerieoffiziere aus 13 verschiedenen Ländern zu einem Besuch der neuen und firmeneigenen Schießanlagen in Meppen ein. Am 2. und 3. Juli 1878 fanden dort dann unter anderem die ersten Tests einer neuen Kanone statt, der 30,5-cm-MRK L/25. Die Tests waren sehr erfolgreich und die Delegationen waren beeindruckt von den Geschützen. So schoss die 30,5-cm-MRK L/25 auf einer Entfernung von 2000 m insgesamt zehn Granaten ab und nahezu alle, bis auf die erste, trafen das Ziel mit einer Abweichung von 115 cm. Der erste Schuss wich 175 cm vom Ziel ab.

Technische Beschreibung mini|Risszeichnung der 30,5-cm-MRK L/25 Die 30,5-cm-MRK L/25 war eine weiterentwickelte Version der 30,5-cm-Mantelringkanone L/22, ähnelte der 30,5-cm-Mantelringkanone L/35 und wurde in drei verschiedenen Ausführungen gefertigt. Das Modell 30,5-cm-MRK L/25, die 30,5-cm-MRK L/25 C/80 leicht und die 30,5-cm-MRK L/25 C/80 schwer. Hierbei waren das leichte und schwere Geschütz nur Versuchsgeschütze und die normale Serie wurde an China und die Niederlande verkauft.

Die 30,5-cm-MRK L/25 hatte eine Rohrlänge von 6,72 m und eine Kaliberlänge von L/25. Das Geschütz in der Lafette hatte mit Verschluss eine Gesamtlänge von 7,65 m und ein Gewicht von 38,7 t. Das Geschützrohr verfügte über 68 Züge und Felder, wobei die Felder eine Breite von 4,5 mm und die Züge von 9,5 mm hatten. Die verwendete Küstenlafette hatte ohne Geschützrohr ein Gewicht von 20,95 t. In dieser war es möglich, einen Höhenrichtbereich zwischen −6 und +18 Winkelgrad abzudecken. Die verwendete Munition bestand aus Stahlgussgranaten mit einem Gewicht von 333 kg, Hartgussgranaten mit 455 kg und gusseisernen Granaten mit einem Gewicht von 282 kg. Die Treibladungen wogen 72 kg. Die Sprengladung in den Hartgussgranaten betrug 10 kg, in den gusseisernen Granaten 18 kg.

Einsatz Beiyang-Flotte Bei der Beiyang-Flotte kam die 30,5-cm-MRK L/25 auf den beiden Turmschiffen der Dingyuan-Klasse, der Dingyuan und der Zhenyuan zum Einsatz. Dabei wogen die Geschütze in ihren Lafetten 37,5 t und hatten eine Gesamtlänge von 7,6 m. Im April 1883 wurden in Swinemünde die Geschütze auf der Dingyuan montiert. Ein Jahr später, 1884, wurden die Geschütze auf der Zhenyuan montiert und in der Nähe von Kiel getestet.

Niederländische Streitkräfte mini|Zeichnung der Geschützkuppeln des Fort Harssens Bei den niederländischen Streitkräften wurde die 30,5-cm-MRK L/25 als Küstenartillerie eingesetzt. Höchste Priorität für die niederländische Armee bei der Verteidigung war hierbei der Schutz des Marinestützpunkts Willemsoord in Den Helder. Als dann Krupp seine 30,5-cm-MRK L/25 vorstellte, waren die niederländischen Behörden begeistert und wollten das Geschütz für die Verteidigung nutzen. Im Jahr 1879 begannen die Bauarbeiten am Fort Harssens in Den Helder. Das Fort sollte zwei gepanzerter Geschützkuppeln erhalten, in welchen je zwei 30,5-cm-MRK L/25 eingebaut wurden. Die Bezeichnung bei der niederländischen Armee lautete hierbei Kanon van 30,5 cm.

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Geschütz Kaliber 200 mm bis 300 mm Kategorie:Schiffsgeschütz (China) Kategorie:Küstengeschütz