Sophia „Fia“ Neises ist eine deutsche Performerin, Choreografin, Dramaturgin, Theaterpädagogin und Behindertenrechtlerin. Ihre Arbeit befasst sich mit Erinnerungskultur und hat den Anspruch, Barrierefreiheit als ästhetischen Bestandteil von Kunstproduktion zu begreifen. Im Jahr 2023 wurde sie im Rahmen des Deutschen Tanzpreises mit der Ehrung für herausragende Entwicklung im Tanz ausgezeichnet.

Leben und Wirken Neises lebt seit 2015 in Berlin. Sie kritisiert, dass behinderte Menschen in der Erinnerungskultur häufig ausgeblendet würden, und verbindet dies mit der Forderung nach inklusiven Zukunftsentwürfen. Sie ist sehbehindert. Neises verfolgt das Konzept ästhetischer Barrierefreiheit und fordert ein, dass Barrierefreiheit nicht erst am Ende „angefügt“ werden sollte, sondern den künstlerischen Prozess prägen müsse. Ihr Stück BIOFUCK wurde am Berliner Ballhaus Ost als Auseinandersetzung mit Normbiografien und Erinnerungskultur vorgestellt. Für die Preisverleihung des Deutschen Tanzpreises 2023 wurde eine Übersetzung in die deutsche Gebärdensprache sowie erstmals eine Live-Audiodeskription für blinde und sehbehinderte Menschen angeboten. Die Tanz-Gala fand am 14. Oktober 2023 im Essener Aalto-Theater statt und wurde von Übertragung in Deutsche Gebärdensprache und Live-Audiodeskription begleitet.

Einzelnachweise

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