mini|Ute Habel (2021) Ute Habel (* 22. Februar 1969 in Temeschwar) ist eine deutsche Psychologin, Professorin für neuropsychologische Geschlechterforschung sowie Leiterin des Instituts Translationale Neurowissenschaft und Klinische Psychologie an der Uniklinik RWTH Aachen und seit 2018 auch Prorektorin für Internationales der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH).
Leben Habel wurde am 22. Februar 1969 in Temeschwar, Rumänien geboren. Sie studierte Psychologie an der Universität Trier und der Eberhard Karls Universität Tübingen, wo sie 1998 zum Doktor der Sozialwissenschaften promovierte. 2004 erwarb Habel ihre Approbation zur Psychologischen Psychotherapeutin, 2005 habilitierte sie sich an der Fakultät der Psychologie an der Universität Wien.
Habel hat zwei Kinder.
Wirken Von 1995 bis 2005 war Habel als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig im Forschungszentrum Jülich, der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, am Kompetenzzentrum Hochfeld MR, Medizinische Universität Wien und schließlich an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Aachen. Seit ihrer Habilitation 2005 ist sie leitende Psychologin an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Aachen, seit 2009 hat sie zudem eine W3-Professur für neuropsychologische Geschlechterforschung an der RWTH Aachen inne und leitete seit 2013 die Sektion Neuropsychologie. Im Jahr 2009 lehnte sie einen Ruf an die Universität Würzburg ab und 2013 an die Georg-August-Universität Göttingen.
Seit 2026 leitet Habel das neu gegründete Institut Translationale Neurowissenschaft und Klinische Psychologie an der Uniklinik RWTH Aachen; in diesem Institut sind auch der Studiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie und die Psychotherapeutische Hochschulambulanz verortet.
Habel ist seit 2016 Sprecherin des Internationalen Graduiertenkollegs „The Neuroscience of Modulating Aggression and Impulsivity in Psychopathology“ (IRTG 2150) mit der University of Pennsylvania und ebenfalls seit 2016 Direktorin am INM 10 im gemeinsamen JARA-Institut: Brain-Structure-Function Relationship von RWTH Aachen und Forschungszentrum Jülich. Einen Ruf an die TU Dresden lehnte sie 2017 ab. Seit 2018 bekleidet sie das Amt als Prorektorin für Internationales an der RWTH Aachen. Seit 2025 ist sie außerdem Sprecherin des Sonderforschungsbereichs „Neuropsychobiologie der Aggression“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (TR 379).
Habel ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Vereinigungen, darunter die Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde DGPPN und die European Society for Cognitive and Affective Neuroscience.
Publikationen Stand 2025 sind in der Literaturdatenbank PubMed 287 Publikationen von Habel gelistet und sie hat einen h-Index von 82. Zu ihren Publikationen gehören unter anderem:
Ute Habel, Martina Klein, N. Jon Shah, Ivan Toni, Karl Zilles, Peter Falkai, Frank Schneider: Genetic load on amygdala hypofunction during sadness in nonaffected brothers of schizophrenia patients. In: American Journal of Psychiatry. 161. Jahrgang, Nr. 10, 2004, S. 1806–1813, doi:10.1176/ajp.161.10.1806, PMID 15465977.
Ute Habel, Martina Klein, Thilo Kellermann, N. Jon Shah, Frank Schneider: Same or different? Neural correlates of happy and sad mood in healthy males. In: NeuroImage. 26. Jahrgang, Nr. 1, 2005, S. 206–214, doi:10.1016/j.neuroimage.2005.01.014, PMID 15862220.
Christina Regenbogen, Daniel A. Schneider, Raquel E. Gur, Frank Schneider, Ute Habel, Thilo Kellermann: Multimodal human communication—targeting facial expressions, speech content and prosody. In: NeuroImage. 60. Jahrgang, Nr. 4, 2012, S. 2346–2356, doi:10.1016/j.neuroimage.2012.02.043, PMID 22487549.
Katharina Sass, Ute Habel, Thilo Kellermann, Klaus Mathiak, Siegfried Gauggel, Tilo Kircher: The influence of positive and negative emotional associations on semantic processing in depression: an fMRI study. In: Human Brain Mapping. 35. Jahrgang, Nr. 2, 2014, S. 471–482, doi:10.1002/hbm.22186, PMID 23033120, PMC 6869469.
Olga A. Wudarczyk, Nils Kohn, Rene Bergs, Katharina S. Goerlich, Raquel E. Gur, Bruce Turetsky, Frank Schneider, Ute Habel: Chemosensory anxiety cues enhance the perception of fearful faces—An fMRI study. In: NeuroImage. 143. Jahrgang, 2016, S. 214–222, doi:10.1016/j.neuroimage.2016.09.002, PMID 27592811.
Ute Habel, Frank Schneider: Testpsychologische Untersuchungen. In: Frank Schneider (Hrsg.): Facharztwissen Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. 2. Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg 2017, S. 55–70, doi:10.1007/978-3-662-50345-4_6.
DGPPN, BÄK, KBV, AWMF (Hrsg.) für die Leitliniengruppe Unipolare Depression: S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression – Kurzfassung, 2. Auflage, Version 1, 2017, doi:10.6101/AZQ/000366. (Unter Mitarbeit von: Ute Habel [zyklusassoziierte Störungen]).
Foteini Peveretou, Sina Radke, Birgit Derntl, Ute Habel: A Short Empathy Paradigm to Assess Empathic Deficits in Schizophrenia. In: Behavioral Sciences. 10. Jahrgang, Nr. 2, 2020, S. 41, doi:10.3390/bs10020041, PMID 31991547.
Andreas Bechdolf, Raoul Borbé, Harald Dreßing, Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank, Ute Habel, Andreas Meyer-Lindenberg, Jürgen L. Müller, Thomas Pollmächer, Andreas Reif, Ulrich Reininghaus, Henning Saß, Ingo Schäfer, Nancy Thilo: Prävention von Gewalttaten: Aggressives und gewalttätiges Verhalten bei Menschen mit psychischen Erkrankungen: Wie hoch ist das Risiko und wie lässt es sich begrenzen? Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V., Stand: Juni 2025.
Auszeichnungen 2010: Hans-Heimann-Preis (gemeinsam mit Janina Seuber) 2011: Siegerin des Wettbewerbs IuK & Gender Med. NRW mit dem Projekt „Gender-Gewaltkonzept – genderspezifische Erfassung und Versorgung von Patientinnen und Patienten nach Gewalterfahrung in der Städteregion Aachen“ 2013: RWTH-Fellowship der RWTH Aachen 2017: Arbeitsgruppen-/Betreuerpreis der Jungwissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Psychophysiologie und ihrer Anwendung (DGPA) e.V. und der Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie
Weblinks Ute Habel an der RWTH Aachen
Institut Translationale Neurowissenschaft und Klinische Psychologie
Einzelnachweise
Kategorie:Psychologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Geschlechterforscher Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1969 Kategorie:Frau