Timescape – Im Wettlauf gegen die Zeit (Originaltitel: Timescape) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film von David Twohy aus dem Jahr 1991 mit Jeff Daniels und Ariana Richards in den Hauptrollen. Der Film wurde von der Produktionsfirma Wild Street Pictures produziert. Der Film basiert auf der Novelle Vintage Season von Lawrence O’Donnell und C. L. Moore. Ein alternativer Titel des Films lautet seit einer Blu-ray-Veröffentlichung im Jahr 2023 auch The Grand Tour.
Handlung Der Bauunternehmer Ben Wilson hat Alpträume wegen des Unfalltodes seiner Frau Carolyn. Sein Wagen war bei Schnee auf rutschiger Fahrbahn mit einem Schlitten kollidiert und das Pferd durchschlug mit den Hufen die Windschutzscheibe. Durch permanente Schuldgefühle entwickelt Ben mit der Zeit ein Alkoholproblem. Zusammen mit seiner Tochter Hillary versucht Ben mit Lustlosigkeit eine Pension zu renovieren, als die seltsame Madame Iovine mit ihrer Reisegruppe auftaucht und Quartier bei Ben bezieht. Auf einer Feier treffen Ben und Hillary auf den Vater von Carolyn, Richter Caldwell, der verbittert über den Tod seiner Tochter seinem Schwiegersohn immer noch Vorwürfe macht. Hillary findet das Benehmen ihres Großvaters unmöglich. Zurück in der Pension hört Ben Geräusche und Stimmen aus der oberen Etage, wo die neuen Gäste untergebracht sind, die angeblich wegen eines „Schauspiels“ angereist sind. Er beobachtet eine Zeitlang das auffällige Verhalten seiner Gäste, unter anderem das aufreizend, erotische laszive Gebaren einer Frau aus der Reisegruppe, die weiß, dass er sie heimlich betrachtet, bevor er sich zum Gehen wendet. Mit seiner Tochter Hillary bestaunt er nachts dann vom Wagendach aus einen kolossalen Sternschnuppenregen.
Als Nachzügler trifft am nächsten Morgen der merkwürdige in Asche gehüllte Mr. Quish in der Pension ein und wird von Madame Iovine in Empfang genommen. Während Ben den Busfahrer Oscar beim Kaffee ausfragt, wird ihm bewusst, dass die anonyme Reisegruppe ihm einige Rätsel aufgibt. Oscar kommt merkwürdig vor, dass von den angeblichen Touristen niemand einen Fotoapparat besitzt. In der Stadt fällt Ben in seinem Wagen sitzend sofort das unorthodoxe Verhalten von Quish auf, der angestrengt nach oben in den Himmel schaut. Als Quish durch seine Unachtsamkeit fast von einem Wagen angefahren wird und zu Boden stürzt, eilt Ben sofort zu Hilfe. Passanten helfen derweil dem verdatterten Quish auf die Beine, der seinen Pass bei dem leichten Zusammenprall auf der Straße verloren hat. Ben hebt den Pass auf und lässt Quish zu seinem Wagen bringen. Sie fahren zu einem befreundeten Arzt der zur Sicherheit eine Röntgenaufnahme von Mr. Quishs Kopf machen lässt; dabei fällt dem Doktor Merkwürdiges auf, was er aber nicht zu deuten vermag. Ben spricht den unwilligen Quish auf die ungewöhnliche Röntgenaufnahme an, doch der reagiert unwirsch und versucht zu bagatellisieren. Derweil liest Ben in dessen Reisepass die Stationen laut nach … „San Mateo County 1906“; „1937 Lakehurst“; „Spirit Lake, Washington 1980“; Ben erkennt die Sprengkraft hinter den Daten, spielt er doch mit seiner Tochter regelmäßig historische Ratespiele über markante Geschichtsdaten. Ben reagiert daher ungehalten über die Stempel und fragt sich: Warum braucht jemand im Inland einen Reisepass? Quish fordert seinen Pass jedoch zurück. Ben will ihn nur herausgeben, wenn ihm Quish die Frage beantwortet, warum gerade seine Pension ausgewählt wurde. Dieser schweigt zuerst, ermahnt Ben dann jedoch mit einem gewissen Mitgefühl – diesen Ort mit seiner Familie zu verlassen und erst zurückzukehren, wenn die Gefahr vorüber ist. Mehr als diese kryptische Warnung gibt er nicht mehr kund und geht. Ben bleibt mit einiger Beklommenheit vor der Praxis des Arztes stehen, da Quish es vorgezogen hat allein zu Fuß zur Pension zurückzulaufen.
Als Ben seine Tochter später von der Schule abholen will, ist diese nicht da. Er erfährt jedoch zu seinem Schrecken von einer Bekannten, dass ihr Großvater sie mitgenommen hat. Wutentbrannt fährt Ben Wilson zur Polizeistation, um Anzeige wegen Kindesentführung gegen Hillarys Großvater zu erstatten. Allerdings ist der Richter Caldwell bereits zugegen und wedelt ihm mit einem behördlichen Dokument eines befreundeten Richters über das Sorgerecht für Hillary vor der Nase herum. Demnach sei Ben als alleinerziehender Vater ohne gesichertes Einkommen und Problemen mit Alkoholismus seit dem Tod der Ehefrau unter zweifelhaften Umständen; die Liste der Vorwürfe von Richter Caldwell gegenüber seinem Schwiegersohn reißt nicht ab, begründet aber, warum er Ben das Sorgerecht entziehen will. Es kommt zu leichten Handgreiflichkeiten, und der Polizist geht dazwischen, um die Streithähne zu trennen. Unter Androhung ihn einsperren zu lassen, falls er seine Tochter in den nächsten Tage aufsuchen will, lässt ihn der Richter von der Polizei aus dem Gebäude schaffen.
Zurück bei der Pension packt Ben Sachen in den Wagen. Madame Iovine die dazukommt bietet ihre Hilfe an, doch Ben lässt sie einfach stehen. Zurück im Haus einige Zeit später kommt eine der Reisegäste zu ihm ins Zimmer, bietet ihm Tee an und konfrontiert ihn mit dem Geständnis, dass sie durch seine Begegnung mit Quish wissen, dass Ben jetzt ein Eingeweihter ist und es jetzt auch weiß, dass es sich um Zeitreisende handelt. Als er sie schließlich zur Rede stellt, mimt sie die unschuldige Touristin, die niemandem etwas tun will. Sie meint sie er solle sich einen imaginären Ort vorstellen, wo niemand arbeiten muss, nie jemand krank wird, keiner Sorgen hat und es keinerlei Probleme gibt. Vom Tage der Geburt an fühlt man sich wohl und sicher und bis zum Tod gibt es nichts Störendes. Es ist eine perfekte Welt und die Perfektion ist der Schwachpunkt. Noch am gleich Abend verführt die geheimnisvolle schöne Fremde Ben und berichtet anschließend ihrer Gruppe von seinen Erkenntnissen.
Ben, der durch Drogen im Tee betäubt wurde, wird Stunden später von Busfahrer Oscar im Bett gefunden und wieder auf die Beine gebracht. Ben, der sich zuerst nicht erinnern kann, fällt plötzlich das „Schauspiel“ ein. Gemeinsam fahren sie wieder zur Pension, um die Reisegruppe zur Rede zu stellen. Just in diesem Moment schlägt unvermittelt ein Feuerball in der Gegend ein und hinterlässt einen tiefen Krater. Scheiben in der nahegelegenen Pension bersten und die Touristen begaffen andächtig das „Schauspiel“. Ben fährt sofort zum Haus des Richters, das in der Nähe des Einschlag liegt. Obzwar dessen Haus stark beschädigt wurde, ist dem verstörten Richter und Hillary nichts geschehen, aber die Umgebung gleicht einem Katastrophengebiet. Ben holt seine Tochter und klettert mit ihr über eine Trümmerlandschaft. Hotel und Polizeistation gibt es durch den Meteoriteneinschlag nahe der Stadt nun nicht mehr, wodurch Ben auch klar wird, warum sich die Touristen nicht im Hotel, sondern lieber in seiner etwas außerhalb gelegenen renovierungsbedürftigen Pension aufhalten wollten. Sie wussten vorher, was kommen wird. Es sind wirklich Zeitreisende.
Die Touristengruppe amüsiert sich derweil am Anblick von Chaos und Zerstörung. Ben stellt Quish zur Rede, doch Madame Iovine unterbindet das Gespräch, nicht ohne zu bekennen, dass es sich bei Ben um einen außergewöhnlich intelligenten „Vergangenen“ handelt und man bald weiterreisen wird. Ben findet seine Tochter Hillary in der umgerüsteten Turnhalle der Elementary School, die nun als Krankenlager dient. Listen mit Toten hängen an den Wänden. Ben und Hillary liegen auf einem Feldbett und versuchen das Grauen zu verkraften. Hillary schickt Ben nach Hause, sich frisch zu machen. Ben gehorcht und fährt nach Hause, wo er Oscar antrifft. Dieser meint die Katastrophentouristen hätten die Pension noch nicht verlassen, da ihre Koffer noch in den Zimmern stehen und Fußabdrücke aus dem Hintereingang von der Pension wegführen. Oscar folgt Ben mit dem Bus zu einem alten verlassenen Getreidespeicher in der Umgebung zur Stadt, wo sich die Touristen aufhalten, in der Hoffnung, dem nachfolgenden Schauspiel aus nächster Nähe beiwohnen zu können. In der Turnhalle, wo seine Tochter zurückgeblieben ist, kommt es zu einem Gasleck. Ben, der instinktiv die gefahrvolle neue Situation aus der Ferne erkennt, verlässt den Getreidespeicher sofort und lässt sich von keinem der Touristen aufhalten. Wie von Furien gehetzt, rennt er zur Turnhalle, um die einquartierten Verwundeten und wartenden Menschen zu warnen. Doch er kommt zu spät und eine gewaltige Explosion zerreißt das gesamte Gebäude. Quish, der Ben nachgeeilt war, um ihm am Betreten des Gebäudes zu hindern, kommt bei dem Versuch, ihn zurückzuhalten, ums Leben. Seine Tochter Hillary stirbt ebenfalls bei der Explosion.