mini|Gesang der Karoodrossel

Die Karoodrossel (Turdus smithi) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF

Der Vogel kommt in Südafrika vor im mittleren und südlichen Namibia, im äußersten Südosten Botswanas in Lesotho und in der Republik Südafrika.

Die Art wurde als konspezifisch mit der Kapdrossel (Turdus olivaceus) angesehen und als Turdus olivaceus smithi bezeichnetP. A. Clancey: The Olive Thrush Turdus Olivaceus Linnaeus In Southern Africa. In: Durban Museum Novitates, Band 13, Teil 7, S. 65, 1982, PDF, auch als konspezifisch mit der Abessiniendrossel (Turdus abyssinicus) und der Usambaradrossel' (Turdus roehli) geführt, aber aufgrund Molekularphylogenetischer Untersuchungen als eigenständig anerkannt.R. Bowie, G. Voelker, J. Fjeldså, L. Lens, S. Hackett und T. Crowe: Systematics of the Olive Thrush Turdus olivaceus Species Complex with Reference to the Taxonomic Status of the Endangered Taita Thrush T. helleri. In: Journal of Avian Biology, Band 36, Heft 5, S. 391–404, 2005, [doi:10.1111/j.0908-8857.2005.03459.x. PDF]F. Gill, D. Donsker, P. Rasmussen (Herausgeber): "Thrushes". [IOC World Bird List Version 13.2. International Ornithologists' Union. IOC World Bird List 13.2]J. del Hoyo, N. Collar und G. M. Kirwan: Karoo Thrush (Turdus smithi), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, usa, Turdus smithi

Der Lebensraum umfasst Uferbewuchs, Plantagen, Gärten, Parkanlagen, Wüsten, Halbwüsten und Karoo, im östlichen Bereich des Verbreitungsgebietes auch städtischen Gebiete. In Landstrichen mit Koniferen oder Eukalypten tritt statt der Karoodrossel die Kapdrossel auf.I. Sinclair, P. Ryan: Birds of Southern Africa. Complete Photographic Field Guide. SASOL, 2009. ISBN 978-1-77007-388-3

Der Artzusatz bezieht sich auf Andrew Smith.J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.

Merkmale Der Vogel misst 20–24 cm und wiegt 64–92 g. Die Oberseite ist braun, die Kehle graubraun mit zarter dunkelbraunen Strichelung, Brust, Seiten und Flanken sind matt grau mit nur etwas orangefarbene Färbung an der Unterseite, die Unterschwanzdecken sind gelbbraun weiß. Der Schnabel ist gelb und der Augenring orangefarben. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel sind an der Oberseite gestrichelt mit blassen Flecken auf den Flügeldecken, an der Unterseite blasser und geschuppt.

Unterscheidungsmerkmale sind der durchgehend gelbe Schnabel ohne dunkleren Schnabelfirst, der ziemlich kräftig goldgelber Augenring, die ausgedehnte graue und weniger olivfarbene Färbung von Brust, Flanken und Steiß, die weniger abgesetzte Kehle, die gräuliche und nicht olivfarbene Oberseite sowie die undeutlicher gezeichneten Unterschwanzdecken.

Geografische Variation Die Art ist monotypisch.IOC World Bird List 15.1 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025

Es wurden Hybride zwischen der Kapdrossel (Turdus olivaceus) und der Karoodrossel Turdus olivaceus x smithi nachgewiesen.

Stimme Der Gesang unterscheidet sich nicht von dem der Kapdrossel, der Kontaktruf wird als sanftes „tseeeep“ beschrieben.

Lebensweise Die Art ist ein Standvogel und ortstreu. Allerdings ziehen einige Vögel in Namibia zwischen Juli und September in die Naukluftberge und in die Kuiseb-Berge sowie in Südafrika zwischen Mai und September in das Barberspan Bird Sanctuary.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten, Pflanzensamen, kleinen Reptilien, Insekten, Spinnentieren, Weichtieren, kleinen Fischen und Nestlingen, die auf dem offenen Boden, im Schatten unter Vegetation, entlang von Bewässerungskanälen stöbernd und mit den Füßen scharrend gesucht werden. Die Art folgt auch Wanderameisen.

Eine Brut kann im Westen des Verbreitungsgebietes das ganze Jahr über erfolgen, hauptsächlich jedoch zwischen August und November, in Transvaal zwischen September und Januar.

Das massige flaches Nest wird meist in einer Astgabel 2–5 m hoch aus kleinen Zweigen, Wurzeln, Rinde, Gras, Moos, Flechten und Blättern angelegt. Es kann wiederverwendet werden.

Das Gelege besteht aus 1–4 bläulich bis blass grünen Eiern mit gelbbraunen, rötlich-braunen oder violetten Flecken.

Gefährdungssituation Die Karoodrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur C. L. J. L. Bonaparte: T[urdus] smithi. In: Conspectus generum avium, Band 1, S. 274, 1850, Biodiversity Library H. Chittenden, G. Davies und I. Weiersbye: Roberts Bird Guide, 2. Auflage, 2018, ISBN 978-1-920602-01-7

Weblinks

Macaulay Library

Karoodrossel auf Briefmarken

Einzelnachweise

Kategorie:Drosseln