Franz Richard Johannes Herrmann (* 4. Dezember 1931 in Leipzig; † 1. August 2024Traueranzeige. In: Leipziger Volkszeitung vom 7. August 2024.) war ein deutscher evangelischer Pfarrer und Kirchenhistoriker.

Leben Johannes Herrmann wurde 1931 in Leipzig als Sohn des 1924 bei Rudolf KötzschkeKarlheinz Blaschke: Bruno Herrmann, Die Herrschaft des Hochstifts Naumburg an der mittleren Elbe. In: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte: Kanonistische Abteilung, 58 (1972), S. 437–438, . promovierten Studienrates und späteren Pfarrers in Gohlis, Bruno Herrmann (1894–1975), und dessen Ehefrau Maria geb. Köhler geboren. Er besuchte ab 1938 die Grundschule in Leipzig-Wiederitzsch und wechselte 1942 an das König-Albert-Gymnasium. Nachdem dieses durch Bombenangriffe auf Leipzig im Zweiten Weltkrieg am 4. Dezember 1943 komplett zerstört worden war, lebte und lernte er 1944/45 im Rahmen der Kinderlandverschickung in Mittweida. Nach dem Ablegen des Abiturs im altsprachlichen Zweig an der Karl-Marx-Oberschule in Leipzig studierte er ab 1950 an der Universität Leipzig Evangelische Theologie. Zu seinen Professoren zählten Franz Lau, Albrecht Alt und Siegfried Morenz. Das theologische Staatsexamen legte er im Frühjahr 1955 ab und trat im Folgejahr als Hilfskatechet der Ephorie Leipzig in den kirchlichen Dienst ein. Zugleich übernahm einen Forschungsauftrag der Historischen Kommission der Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig zur Herausgabe der politischen Korrespondenz des sächsischen Kurfürsten Moritz (1521–1553), wofür er die relevanten Bestände des Landeshauptarchivs Dresden durcharbeitete und editierte. Aus dieser Arbeit entstand seine Dissertation unter dem Titel Augsburg–Leipzig–Passau. Das Leipziger Interim nach Akten des Landeshauptarchives Dresden 1547–1552, die von Franz Lau und Ingetraut Ludolphy betreut worden war und die er im April 1962 verteidigte.Lebenslauf, in: Johannes Herrmann, Augsburg–Leipzig–Passau. Das Leipziger Interim nach Akten des Landeshauptarchives Dresden 1547–1552, Diss. Leipzig 1963, .

Nach Eintritt in das Vikariat 1961 übernahm Johannes Herrmann im Januar 1962 die Pfarrstelle in Seifertshain, zu der die Filialkirchen in Fuchshain und Kleinpösna gehörten. 1975 wechselte er an die Paul-Gerhardt-Kirche in Leipzig-Connewitz.Eintrag zu Johannes Herrmann im Sächsischen Pfarrerbuch online, abgerufen am 18. Februar 2026. Ab 1965 leitete er die Leipziger Sektion der Arbeitsgemeinschaft für Sächsische Kirchengeschichte. Auch während seiner Amtierung als Pfarrer und verstärkt nach seiner Freistellung aus dem kirchlichen Dienst 1992 war Herrmann maßgeblicher Bearbeiter des Langzeitvorhabens der Editierung der politischen Korrespondenz des Kurfürsten Moritz von Sachsen. Als solcher war er an der Edition und Herausgabe von vier Bänden beteiligt (Drucklegung 1978, 1992, 1998 und 2006). Als Pfarrer der Landeskirche Sachsens trat er 1997 in den Ruhestand ein.

Seine Beschäftigung mit Moritz von Sachsen führte neben der Quellenedition zu einer 2003 vorgelegten Biografie, in der er ihn als „Landes-, Reichs- und Friedensfürst“ zeichnete. Daneben verfasste er über diesen verschiedene Aufsätze.

Schriften Augsburg–Leipzig–Passau. Das Leipziger Interim nach Akten des Landeshauptarchives Dresden 1547–1552, Diss. Leipzig 1963, (Bearb.) Politische Korrespondenz des Herzogs und Kurfürsten Moritz von Sachsen, Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Historische Kommission, Akademie-Verlag Berlin, Moritz von Sachsen (1521–1553). Landes-, Reichs- und Friedensfürst, Sax-Verlag, Beucha, 2003, ISBN 978-3-934544-47-5

Weblinks

Eintrag zu Johannes Herrmann im Sächsischen Pfarrerbuch online

Einzelnachweise

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