Christoph Bruder (* 1960) ist ein deutsch-schweizerischer Physiker und Professor an der Universität Basel. Seine Arbeiten in der Forschung reichen von mesoskopischer und unkonventionaller Supraleitung über Quantensynchronisierung und Quantum Computing bis hin zur Anwendung von Machine Learning in der Physik.
Leben Christoph Bruder wuchs in Offenburg auf und studierte Physik an der TU München und der University of Sussex. Nachdem er sein Diplom (Diplomarbeit über supraflüssiges Helium-3 bei D. Vollhardt und P. Wölfle) in Physik in München im Jahr 1985 erlangt hatte, promovierte er in der Gruppe von T. M. Rice an der ETH Zürich über Andreevstreuung in unkonventionellen Supraleitern. Im Anschluss daran verbrachte er zwei Jahre als Postdoc an der University of Pennsylvania bei T. C. Lubensky, E. Mele und A. Brooks Harris. Von 1991 bis 1998 war er Postdoc und Hochschulassistent in der Gruppe von Gerd Schön an der Universität Karlsruhe und habilitierte sich 1995 im Bereich der mesoskopischen Supraleitung. 1998 wurde er als Professor für Theoretische Physik an die Universität Basel berufen.
Forschung Christoph Bruder leistete Beiträge zu einer Reihe von Forschungsgebieten der theoretischen Physik, insbesondere zur Supraleitung, zu analogen Quantensimulationen, zur Quantensynchronisierung und zum Einsatz von Machine Learning in der Physik.
Besondere Beachtung fand ein theoretischer Vorschlag von 1998 in Zusammenarbeit mit Dieter Jaksch, Ignacio Cirac, Crispin Gardiner und Peter Zoller, mithilfe kalter Atomgase stark wechselwirkende Vielteilchensysteme zu realisieren. Dieser Vorschlag trieb die Forschung in Richtung analoge Quantensimulation voran.
Seit einigen Jahren arbeitet die Forschungsgruppe daran, die Synchronisation von Quantensystemen zu verstehen. Das daraus hervorgegangene Forschungsfeld führte zu einer Konferenz am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden.
Preise und Ehrungen 2019 wurde Christoph Bruder zum Fellow der American Physical Society gewählt in Anerkennung seiner Arbeiten in der Quantentheorie von kohärenten Vielteilchen-Phänomenen in mesoskopischen elektronischen Systemen, kalten Atomen, und nanomechanischen Systemen ("quantum theory of many-body coherent phenomena in mesoscopic electron systems, cold atoms, and nanomechanical systems"). Die Studierenden der Universität Basel verliehen ihm mehrfach die "Goldene Kreide" für gute Lehre. Im Jahr 2001 erhielt er zusammen mit Mahn-Soo Choi (Korea University) den Swiss-Korean Research Award. 1997 wurde er mit dem Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft ("Achievements in Public Understanding of Science") ausgezeichnet. Von 1979 bis 1985 war er Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes.
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Einzelnachweise
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