mini|Katholische Kirche St. Josef in Graes St. Josef in Graes, einem Stadtteil von Ahaus, im nordrhein-westfälischen Kreis Borken ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt. Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Josef und gehört zum Kreisdekanat Borken im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist eine neugotische Saalkirche mit angebautem Glockenturm und hat 340 Sitzplätze.
Geschichte Ursprünglich gehörte die Bauerschaft Graes zur Pfarrkirche St. Martinus in Wessum, einem Ortsteil von Ahaus. Weil der Fußweg zum Gottesdienst sehr weit sowie im Winter viel zu beschwerlich war, wünschten sich die Katholiken in Graes eine eigene Kirche. 1897/98 wurde dort eine Kapelle gebaut und am 28. Februar 1898 dem heiligen Josef, dem Ehemann der Gottesmutter Maria, geweiht. Die heilige Messe an Sonn- und Feiertagen feierte man regelmäßig ab dem 18. Oktober 1898. Erst am 1. April 1919 wurde Graes von Wessum abgepfarrt und zur selbstständigen Gemeinde erhoben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden zahlreiche Evakuierte, Heimatvertriebene und Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten in Nordrhein-Westfalen eine neue Heimat. Weil auch die katholische Gemeinde in der Region Ahaus stark anwuchs, wurde die Kapelle in Graes zu klein und in den Jahren 1949/51 nach den Plänen des Architekten Rudolf Wolters (Coesfeld) zur heutigen Kirche mit neuem Querhaus erweitert. Der hinzugefügte Fassadenturm im Westen besitzt ein kupfergedecktes Pyramidendach. 1987 erfolgte der Anbau einer Sakristei. Das Gotteshaus besteht aus roten Backsteinen und hat ein Satteldach aus roten Dachziegeln. Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1963, das Pfarrheim von 1977 und der 1982 gebaute Kindergarten.
Am 30. Juni 2006 fusionierten St. Josef (Graes), St. Mariä Himmelfahrt (Ahaus) und St. Josef (Ahaus) zur neuen Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt in Ahaus, sodass St. Josef (Graes) seitdem nur noch eine Filialkirche ist.
Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt (Ahaus) und weitere sieben Pfarreien dieser Region zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Ahaus-Gronau-Heek-Legden-Schöppingen“.
Glocken Im Turm von St. Josef in Graes hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Bronze:
Glocke 1: Schlagton: e1; Ø 124 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1960 Glocke 2: Schlagton: fis1; Ø 110 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1960 Glocke 3: Schlagton: a1; Ø 92 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1960 Glocke 4: Schlagton: h1; Ø 81 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1960.
Orgel Die erste Pfeifenorgel bekam St. Josef im Jahr 1952. Die Firma Orgelbau Romanus Seifert & Sohn (Kevelaer) erstellte 1990 ein neues Instrument mit 19 Registern sowie mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registertraktur.
Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Weblinks Website von St. Josef (Graes) Website vom Kreisdekanat Borken
Einzelnachweise
Kategorie:Erbaut 1898 Graes Graes Graes Graes Graes Graes Graes Kategorie:Kirchengebäude in Ahaus Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus