Blanca Jeannette Kawas Fernández (geb. 16. Januar 1946 in Tela, Departamento Atlántida, Honduras; gest. 6. Februar 1995) war eine honduranisch-palästinische Umweltaktivistin. Ihr Beitrag trug zur Rettung von über 400 Pflanzen- und Tierarten bei.
Leben Kawas wurde am 16. Januar 1946 in Tela, Atlántida, in einer honduranisch-palästinensischen Familie geboren.
Kawas begann ihre Ausbildung an der Miguel Paz Barahona Schule und erwarb 1967 ihren Titel Expert Accountant und Certified Public Accountant. Anschließend begann sie in den 1970er Jahren in Finanzinstitutionen zu arbeiten.
Anfang der 1980er Jahre zog sie mit ihren Kindern nach New Orleans, wo sie Informatik studierte und für ihre Leistungen und akademische Exzellenz verschiedene Zertifikate, Auszeichnungen und Ehrungen erhielt. Anfang der 1990er Jahre begann sie bei der Honduran Ecology Association (Honduranische Ökologievereinigung) zu arbeiten. Ihre Aktivitäten und die erzielten Fortschritte beim Schutz von 449 Pflanzenarten, der Vielfalt von Flora und Fauna, Küstenlagunen, Klippen, Sümpfen, Mangroven, Felsküsten, Sandstränden und Regenwald auf einem 40 Kilometer langen Küstenstreifen stellten ein Hindernis für verschiedene Wirtschaftsprojekte dar.
Mord Am 6. Februar 1995 gegen 19:45 Uhr wurde Kawas in ihrem Haus im Barrio El Centro in Tela, Atlántida, von zwei unbekannten Tätern erschossen. Zu den Mordverdächtigen gehörten Oberst Mario Amaya (bekannt als „Tigre Amaya“), der sich Berichten zufolge mit Sergeant Ismael Perdomo und Mario Pineda (alias „Chapin“) im Polizeipräsidium von Tela getroffen hatte.Comité de Familiares de Detenidos-Desaparecidos en Honduras: Erguidos como pinos: memoria sobre la construcción de la conciencia ambientalista. (Hoch wie Kiefern: Eine Erinnerung an die Entwicklung des Umweltbewusstseins.) Editorial Guaymuras 2006: S. 28. google books ISBN 978-99926-33-55-7
Nachwirkungen Da das honduranische Justizsystem kein Interesse an der Aufklärung dieses Verbrechens zeigte, richteten das Team für Reflexion, Forschung und Kommunikation (Team of Reflection, Research and Communication, ERIC) der Gesellschaft Jesu und das Zentrum für Internationale Gerechtigkeit (CEJIL) am 13. Januar 2003 drei separate Anfragen an die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte, in welchen sie den Staat Honduras für die Morde an Jeannette Kawas, Carlos Escaleras und Carlos Luna verantwortlich machten.
2005 erklärte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte die Klage Kawas v. Honduras (Kawas gegen Honduras) für zulässig;Inter-American Commission on Human Rights. Report No. 67/05; Petition 61/03 sein Urteil im Jahr 2009 schuf einen internationalen Präzedenzfall für die Verpflichtung von Regierungen, gefährdete Umwelt- und Menschenrechtsverteidiger zu schützen.Laurie R. Tanner: Kawas v. Honduras – Protecting Environmental Defenders. In: Journal of Human Rights Practice. 2011, vol. 3, is. 3: S. 309–326, doi:10.1093/jhuman/hur020.
Persönliches Zwischen 1977 und 1979 lernte sie Jim Watt kennen, den sie heiratete. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, Damaris und Jaime.
Siehe auch Nationalpark Jeannette Kawas Berta Cáceres Margarita Murillo Lesbia Urquía
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Mordopfer Kategorie:Bürgerrechtler Kategorie:Opfer eines ungeklärten Tötungsdelikts Kategorie:Kriminalfall in Honduras Kategorie:Honduraner Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Gestorben 1995 Kategorie:Frau