Lady Literate in Arts (LLA, deutsch: „In den Künsten belesene Dame“) war ein Universitäts-Abschluss, der von der University of St Andrews in Schottland über ein Jahrzehnt lang angeboten wurde, bevor Frauen den gleichen Zugang zu akademischen Graden wie Männern erhielten. Dieser Abschluss erfreute sich großer Beliebtheit als eine Art externer Abschluss (External degree) für Frauen, die per Fernstudium oder durch die Teilnahme an außeruniversitären Kursen studiert hatten. Obwohl er als Diplom verliehen wurde, entsprach er akademisch dem Master of Arts.N. Kemp Smith: The Scots Philosophical Club. In: The Philosophical Quarterly, 1950, vol. 1, issue 1, S. 1–4; doi:10.2307/2216495;
Bis 1892 waren Frauen an schottischen Universitäten nicht zugelassen, und der LLA war die Qualifikation, die einem Hochschulabschluss am nächsten kam und Frauen im Land offenstand. Die Universität Edinburgh bot zwar Zertifikate an, die Leistungen in Kursen der Edinburgh Association for the University Education of Women anerkannten, und in Glasgow bot das Queen Margaret College eine universitätsgleiche Ausbildung und entsprechende Abschlüsse an. Um den LLA zu erlangen, mussten Kandidatinnen Prüfungen an einem von der Universität anerkannten Prüfungszentrum ablegen, das sich in Schottland oder im Ausland befinden konnte.
Offiziell 1877 als „Lady Literate in Arts“ (LLA) eingeführt, erfreute sich der Studiengang auch nach 1892 weiterhin großer Beliebtheit bei Frauen, die einen geisteswissenschaftlichen Abschluss (Bachelor) anstreben wollten, ohne drei oder vier Jahre an einer bestimmten Hochschule studieren zu müssen. Tausende Frauen erhielten den LLA-Abschluss, bevor er in den 1930er Jahren eingestellt wurde.
William Angus Knight (1836–1916), Professor für Moralphilosophie an der Universität St Andrews zwischen 1876 und 1903, war ein Verfechter der Frauenbildung und die treibende Kraft hinter der Einführung des LLA-Diploms an der Universität.
Absolventinnen mini|Violetta Thurstan in ihrer Uniform des Russischen Roten Kreuz Isabel Cleghorn, Pädagogin und Oberlehrerin, Helen Bannerman, Kinderbuchautorin, Sarah Bannister, Pädagogin und PolitikerinElizabeth Smith: To Walk Upon the Grass: The Impadt of the University of ST Andrews’ Lady Literate in Arts, 1877–1892. PhD Thesis, University of St Andrews, 2014; st-andrews.ac.uk Margaret Nevinson, Suffragette Violetta Thurstan, „Krankenschwesterheldin des Ersten Weltkriegs“ (wartime nursing heroine)
Literatur Susan Sellers: Mischievous to the Public Interest: The Lady Literate in Arts Diploma and the Admission of Women to the University of St Andrews. In: Robert Crawford: Launch-Site for English Studies: Three Centuries of Literary Studies at the University of St Andrews. Verse, St Andrews 1997, ISBN 1-872612-10-5, S. 107–123; . R. N. Smart: Literate Ladies: a Fifty-Year Experiment. St Andrews University Alumnus Chronicle 1968, vol. 59.
Weblinks Lady Literate in Arts. specialcollections.st-and.ac.uk William Knight. st-andrews.ac.uk.
Einzelnachweise
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