Die 28-cm-Mantelringkanone L/35, kurz 28-cm-MRK L/35, war ein Schiffsgeschütz des Deutschen Kaiserreiches und wurde ab 1893 auf einigen Kriegsschiffen der Kaiserlichen Marine eingesetzt.

Technische Beschreibung Die 28-cm-MRK L/35 bestand aus einem Mehrlagenrohr, welches über drei Verstärkungsringe verfügte. Der Verschluss war ein zylindrisch-prismatischer horizontaler Schiebeverschluss.

Die Anordnung der Geschütze auf den Panzerschiffen war anders als bei anderen. Aus Platzgründen wurden zwei 28-cm-MRK L/35 in einem Doppelgeschützturm hinten mittschiffs untergebracht. Bei den anderen vier Geschützen in Doppeltürmen von und hinten wurden insgesamt vier 28-cm-Mantelringkanone L/40 verbaut.

Die verwendete Munition bestand aus separaten Treibladungen und Geschossen. Bei einer Mündungsgeschwindigkeit von 685 m/s konnten die Geschosse bis zu 14,45 km weit fliegen. Dabei handelte es sich um die Panzergranate L/2,6 und der Sprenggranate L/2,9 mit jeweils einem Gewicht von 240 kg. Die Treibladungen hatten ein Gewicht von 56,6 kg.

Einsatz Deutsches Kaiserreich Zwar waren alle Panzerschiffe der Brandenburg-Klasse, auf denen die Geschütze verbaut wurden, während des Boxeraufstandes in China im Einsatz, doch sie wurden nicht abgefeuert. Zum ersten richtigen Einsatz kamen die Geschütze während des Ersten Weltkrieges.

Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurden zwei der Panzerschiffe an das Osmanische Reich verkauft, während die zwei anderen nach Kriegsende verschrottet wurden.

Norwegen mini|Rückansicht eines der norwegischen Geschütze Neben dem Einsatz bei der Kaiserlichen Marine wurde das Geschütz auch als Küstenartillerie in Norwegen verwendet. Im Jahr 1893 erwarb das Land drei Geschütze auf speziellen Küstenlafetten und rüstete damit die Festung Oscarsborg aus. Ziel war es, den Oslofjord zu bewachen, welcher zur Hauptstadt Oslo führte.

Während des Zweiten Weltkrieges fiel die Wehrmacht im Rahmen des Unternehmen Weserübung in Norwegen ein. Dabei gelang es den Besatzungen der Geschütze der Festung, zusammen mit landgestützten Torpedowerfern, den deutschen Schweren Kreuzer Blücher in der Schlacht im Drøbak-Sund zu versenken. Dadurch gelang es der norwegischen Königsfamilie zu flüchten.

Osmanisches Reich Im Jahr 1910 wurden zwei Schlachtschiffe der Brandenburg-Klasse an das Osmanische Reich verkauft. Hierbei plante man, die Geschütze in Festungen auf den Dardanellen zu verbauen. Diese Idee wurde jedoch nicht umgesetzt, da die Festungen nie fertiggestellt wurden.

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Geschütz Kaliber 200 mm bis 300 mm Kategorie:Militärtechnik (Erster Weltkrieg) Kategorie:Schiffsgeschütz (Deutsches Kaiserreich)