Gelbe Musik (1981–2014) war ein auf Künstler-Schallplatten spezialisierter Verkaufs- und Ausstellungsort in Berlin-Wilmersdorf. Der von Ursula Block in der Schaperstraße 11 gegründete Raum verband den Verkauf von Tonträgern mit einer eigenen kuratorischen Ausstellungspraxis. Im Mittelpunkt standen Schallplatten, Partituren und andere Materialien aus dem Umfeld der Bildenden Kunst und experimentellen Musik, die ein erweitertes Verständnis von Musik und Klang widerspiegelten.
Geschichte
Ursula Block führte Gelbe Musik über mehr als drei Jahrzehnte. Im März 2014 kündigte sie die Schließung an; der Abverkauf endete am 10. April 2014. Als Gründe nannte sie veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und den Rückgang des CD-Geschäfts.
Programm und Profil
Das Sortiment umfasste Schallplatten, Kassetten, CDs, Partituren sowie Drucksachen und Multiples von Künstlerinnen und Künstlern im Feld zwischen Bildender Kunst und Musik. Neben dem Verkauf fanden regelmäßig Ausstellungen und Präsentationen statt, die sich mit künstlerischen Formen von Klang, Notation und dem Tonträger als Objekt befassten.
Bezugnehmend auf die synästhetischen Vorstellungen Wassily Kandinskys vom Verhältnis von Farbe und Musik legte Ursula Block in ihrem Raum einen Schwerpunkt auf Künstler-Schallplatten sowie auf Materialien, in denen sie ein erweitertes Verständnis von Musik und Klang widerspiegelt sah.Beckstette/Buschmann/Knapstein 2025, S. 46.
Im Zusammenhang mit der Tätigkeit von Gelbe Musik erschienen eigene Publikationen. 1989 gaben Ursula Block und Michael Glasmeier den Ausstellungskatalog Broken Music. Artists’ Recordworks heraus, der künstlerische Arbeiten auf Schallplatte seit den 1960er Jahren dokumentiert.Block/Glasmeier 1989, S. 79, 268. Unter der Bezeichnung „gelbe Musik Berlin“ erschienen zudem in den 1980er Jahren limitierte Schallplatten-Editionen, darunter Veröffentlichungen von Die Tödliche Doris in Auflagen von jeweils 1000 Exemplaren.Block/Glasmeier 1989, S. 123.
Sammlung und Archiv
Nach der Schließung wurde die Sammlung von Ursula Block von den Staatlichen Museen zu Berlin erworben. Bestände aus dem Archiv wurden in der Ausstellung Broken Music Vol. 2 (2022/23) im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart präsentiert.Beckstette/Buschmann/Knapstein 2025, S. 5. Der begleitende Katalog erschien 2025.Beckstette/Buschmann/Knapstein 2025.
Literatur
Ursula Block, Michael Glasmeier (Hrsg.): Broken Music. Artists’ Recordworks. Ausst.-Kat. Berliner Künstlerprogramm des DAAD / gelbe Musik, Berlin 1989, ISBN 3-89357-013-6. Sven Beckstette, Ingrid Buschmann, Gabriele Knapstein (Hrsg.): Broken Music Vol. 2. 70 Jahre Schallplatten und Soundarbeiten von Künstler*innen. Ausst.-Kat. Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Staatliche Museen zu Berlin. Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König, Köln 2025, ISBN 978-3-7533-0687-2.
Einzelnachweise
Kategorie:Galerie in Berlin Kategorie:Gegründet 1981 Kategorie:Aufgelöst 2014