mini|alt=Lucila Gamero.|Lucila Gamero. Lucila Gamero de Medina (* 12. Juni 1873, Danlí, Honduras; † 23. Januar 1964, ebenda) war eine honduranische Schriftstellerin, die romantische Romane verfasste. Sie war die erste Frau in Honduras, die literarische Werke schuf, und die erste Frau in Zentralamerika, die Romane veröffentlichte. Der Kritiker und Schriftsteller Luis Marín Otero nannte sie die „Grande Dame der honduranischen Literatur“ („the grand dame of Honduran letters“). Sie war ausgebildete Ärztin und Apothekerin und erhielt, obwohl ihr ein Universitätsstudium verwehrt wurde, vom Dekan der Medizinischen Fakultät ein Diplom in Medizin und Chirurgie. Sie leitete ein Krankenhaus und war als Gesundheitsinspektorin in ihrem Heimatdepartement tätig. Neben ihren medizinischen und literarischen Aktivitäten engagierte sich Gamero als Feministin und Suffragette, nahm an Konferenzen teil und war an der Gründung des Comité Femenino Hondureño beteiligt.

Leben Lucila Gamero Moncada wurde am 12. Juni 1873 in Danlí geboren. Ihre Eltern waren Manuel Gamero und Camila Moncada. Sie schloss ihre Schulausbildung am Colegio La Educación abWho’s Who in Latin America: A Biographical Dictionary of the Outstanding Living Men and Women of Spanish America and Brazil. Stanford University Press, Stanford, Kalifornien 1935: S. 244. ISBN 978-0-8047-2315-2 google books und wollte im Ausland Medizin studieren, was ihr jedoch verwehrt wurde. Ihr Vater, selbst Arzt, unterrichtete sie in Medizin, und sie praktizierte sowohl als Ärztin als auch als Apothekerin, übernahm die Praxis ihres Vaters und leitete die Familienapotheke. Später erhielt sie ein Diplom in Medizin und Chirurgie vom Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität von Honduras, Manuel G. Zuniga. 1924 wurde sie zur Leiterin des Hospital de Sangre in Danlí ernannt und war ab 1930 als Gesundheitsinspektorin des Departements El Paraíso tätig.

Sie begann bereits als Kind zu schreiben, und veröffentlichte ab 1891 in der Zeitschrift „La Juventud Hondureña “ (Honduranische Jugend). Gamero verfasste den ersten Roman einer honduranischen Autorin, „Amalia Montiel“, der 1892 als Fortsetzungsroman in der Wochenzeitung „El Pensamiento“ unter der Leitung von Froylán Turcios erschien. Ihr zweiter Roman, „Adriana und Margarita“ (1893), war der erste in Honduras veröffentlichte Roman.

Ihr literarisches Schaffen ist ein Beispiel für die spätromantische Periode der lateinamerikanischen Literatur. Liebe und Familie sind zentrale Themen, die den Großteil ihrer Erzählungen prägen. Ihr bekanntester Roman ist „Blanca Olmedo“, eine Liebesgeschichte, die die honduranische Kirche und das damalige Establishment direkt kritisiert – ein in der honduranischen Literatur beispielloser Schritt. „Blanca Olmedo“ gilt als einer der bedeutendsten honduranischen Romane des frühen 20. Jahrhunderts. Gamero de Medinas Romane gehören zum festen Bestandteil des Literaturlehrplans an Gymnasien und Universitäten in Honduras, und sie gilt als eine der wichtigsten literarischen Persönlichkeiten Mittelamerikas im späten 19. Jahrhundert. Gamero war Mitglied zahlreicher literarischer Vereinigungen Mittelamerikas, der Honduranischen Sprachakademie (Honduran Academy of Language) und veröffentlichte 1949 ihre Autobiografie.

Gamero de Medina engagierte sich auch im honduranischen Kampf für das Frauenwahlrecht. 1924 vertrat sie Honduras bei der Zweiten Panamerikanischen Frauenkonferenz (Second Pan-American Women’s Conference). Am 2. Februar 1946 gründete eine Gruppe von Suffragetten unter der Präsidentschaft von Olimpia Varela y Varela und mit den Intellektuellen Gamero de Medina, Argentina Díaz Lozano und Paca Navas die „Sociedad Femenina Panamericana“. Am 5. März 1947 gründeten sie das „Comité Femenino Hondureño“ (angeschlossen an die Interamerikanische Frauenkommission, Inter-American Commission of Women) mit dem Ziel, politische Rechte für Frauen zu erlangen. Sie gaben die Zeitschrift „Mujer Americana“ heraus, die dritte feministische Zeitschrift des Landes nach Navas’ „Atlántida“ und der von Cristina Hernández de Gomez 1944 in El Progreso gegründeten Zeitschrift „Atenea“.Rina Villars: Para la casa más que para el mundo: sufragismo y feminismo en la historia de Honduras. Ed. Guaymuras, Tegucigalpa 2001: S. 312–313. ISBN 978-99926-15-77-5 googe books

Persönliches Gamero heiratete Gilberto Medina und hatte zwei Kinder, Aída Cora Medina und Gilberto Gustavo Medina. Sie starb am 23. Januar 1964 in Danlí.

Werke 1997 veröffentlichte der Universitätsverlag der UNAH einen vollständigen Band ihrer Kurzgeschichten. Weitere Werke sind: Amelia Montiel 1892. Adriana y Margarita 1893. Páginas del Corazón 1897. Blanca Olmedo 1908. Betina 1941. Aída 1948. Amor Exótico 1954. La Secretaria 1954. El Dolor de Amar 1955.

Einzelnachweise

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