Maria del Carmen Serdán Alatriste (* 11. November 1876 in Heroica Puebla de Zaragoza, Puebla, Mexiko; † 21. August 1948 in Mexiko-Stadt, Mexiko) war eine mexikanische Aktivistin und Revolutionärin. Sie gehörte zu den Vorreiterinnen der revolutionären Bewegung und unterstützte Francisco I. Madero.

Leben und Werk Serdán war das älteste von vier Kindern von María del Carmen Alatriste Cuesta und Manuel Serdán Guanes. Ihre Mutter war die Tochter des Generals Miguel Cástulo de Alatriste Castro, der zwei Amtszeiten lang Gouverneur von Puebla war. Ihr Großvater mütterlicherseits, Miguel Cástulo Alatriste spielte eine bedeutende Rolle im Reformkrieg und ihr Vater verfasste La Ley del Pueblo (Das Gesetz des Volkes), den ersten Agrarreformplan des Landes, der zu seiner Inhaftierung und verschiedenen Verfolgungen führte. Serdán besuchte die private Mädchenschule des Teresianerkollegs.

Aktivismus zu Beginn der Revolución mexicana Serdán schloss sich den Ideen der Brüder Flores Magón an, die in der Zeitung Regeneración erfolgreich die Prinzipien der Anti-Wiederwahl-Bewegung unter ihren Anhängern verbreiteten und die Korruption der Regierung von Porfirio Díaz aufdeckten. Sie und ihr Bruder Aquiles teilten die Ideen der Brüder Ricardo Flores Magón und Enrique Flores Magón und schrieben Artikel für deren Seiten sowie für El Hijo del Ahuizote und Diario del Hogar.

Sie arbeitete aktiv mit ihren Geschwistern Aquiles, Máximo und Natalia in politischen Vereinigungen, die gegen die Wiederwahl kämpften. Sie beschaffte Gelder für Waffen und Rohstoffe, transportierte Waffen, beteiligte sich am Bau von Bomben, verbreitete Propaganda und half beim Drucken von Dokumenten. Als die Gouverneurswahlen in Puebla stattfanden, war sie Mitglied des Anti-Wiederwahl-Clubs Luz y Progreso (Licht und Fortschritt), der am 18. Juli 1909 von ihrem Bruder Aquiles in Puebla gegründet worden war. Dies hatte die ständige Überwachung ihres Hauses der Truppen von Gouverneur Mucio Martínez, einem treuen Anhänger von General Díaz, zur Folge. Während eines Besuchs in Puebla im Dezember 1909 gründeten Francisco I. Madero und ihr Bruder Aquiles die Anti-Wiederwahl-Partei von Puebla.

Nach dem Wahlbetrug, der die Wiederwahl von Porfirio Díaz ermöglichte, suchten Francisco I. Madero und einige seiner Anhänger politisches Asyl in San Antonio in Texas. Ihr Bruder Aquiles schloss sich ihnen etwas später an, und auch sie wurde von Francisco Cosío Robelo eingeladen, sich direkt für die Sache einzusetzen. Im Oktober 1910 reiste sie auf Geheiß der Revolutionäre in die Vereinigten Staaten, um ihren Bruder Aquiles und Francisco I. Madero zu treffen und sie über den Fortschritt der Verschwörung zu informieren. Sie brachte ihnen Informationen und Geld für die Rückkehr nach Mexiko mit. Bis dahin leitete sie die Organisation des für den 20. November geplanten Aufstands. Sie entwickelte eine Geheimsprache, um mit ihrem Bruder Aquiles in San Antonio zu kommunizieren. Die Nachrichten wurden verschlüsselt, und sie schrieb unter einem Pseudonym Marcos Serrato. mini|Gemälde von Carmen Serdán, die sich dem Kampf anschließt, indem sie auf den Balkon des Hauses ihrer Brüder geht Am 18. November 1910 leistete sie gemeinsam mit ihren Brüdern Aquiles und Máximo Widerstand gegen den Angriff auf ihr Haus, der durch die Entdeckung einer Verschwörung durch die Polizei ausgelöst worden war. Nachdem sie mehrere Stunden lang mit dem Gewehr Widerstand geleistet hatte, wurde sie verwundet. Ihr Bruder Máximo starb bei dem Angriff, und am folgenden Tag erlag ihr Bruder Aquiles seinen Schussverletzungen. Sie wurde zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwägerin Filomena del Valle, die sich ebenfalls am Widerstand beteiligt hatte, verhaftet und einem Strafprozess unterzogen. Sie wurden im Gefängnis La Merced festgehalten und später in das Krankenhaus San Pedro verlegt. Am 7. Mai 1911 wurden sie freigelassen und kehrten unter dem Jubel ihrer Anhänger nach Hause zurück. Die Leichen ihrer Brüder wurden zunächst in der Strafanstalt, in der auch ihre Frauen inhaftiert waren, und anschließend in der Stadt Puebla zur Schau gestellt.

Nach Victoriano Huertas Staatsstreich 1913 schloss sie sich der Revolutionsjunta von Puebla an. 1914 traf sie Venustiano Carranza, den Ersten Chef der Konstitutionalistischen Armee, und trat der Bewegung bei. Sie arbeitete als Krankenschwester in Militärkrankenhäusern und half beim Aufbau des Pflegepersonals. Mit dem Triumph der Carrancista-Bewegung und der Verabschiedung der Verfassung im Jahr 1917 zog sie sich ins Privatleben zurück. mini| Im Museo Regional de la Revolución Mexicana befinden sich die sterblichen Überreste der Geschwister Aquiles, Máximo und Carmen Serdán. Sie zog in ein Haus in Tacubaya in Mexiko-Stadt, wo sie am 21. August 1948 starb. Ihre sterblichen Überreste wurden nach Puebla überführt und auf dem städtischen Friedhof beigesetzt. 1968 wurden sie in das Mausoleum am Serdán-Denkmal in Puebla umgebettet und 2017 in das Regionalmuseum der Mexikanischen Revolution Casa de los Hermanos Serdán (Haus der Serdán-Brüder) gebracht.

Ehrungen Am 19. Dezember 1948 wurde der Name von Carmen Serdán Alatriste in goldenen Buchstaben in den Plenarsaal der Abgeordnetenkammer des Kongresses eingraviert.

Am 7. April 2020 erklärte der Kongress von Puebla die Schwestern Natalia und Carmen Serdán Alatriste zu Verdienten Bürgerinnen von Puebla und errichtete eine Büste zu Ehren der revolutionären Frauen, die fest in ihren Idealen, ihrer Solidarität und ihrer grundlegenden Unterstützung beim Erreichen sozialer Gerechtigkeit standen.

Ihr Gesicht ist zusammen mit dem von Francisco I. Madero und Hermila Galindo auf dem 1000-Peso-Schein abgebildet. 2009 wurde ihr Gesicht auf die 5-Peso-Münze abgebildet.

Der Paseo de las Heroínas (Weg der Heldinnen) in Mexiko-Stadt ist ein 2002 gestartetes Projekt, welches Frauen ehrt, die einen bedeutenden Beitrag zur mexikanischen Geschichte geleistet haben. Es wurde am 5. März 2023 von der Regierungschefin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, mit der Enthüllung der Statue von Dolores Jiménez Muro offiziell eingeweiht. Zu dem aus insgesamt 14 Bronzestatuen bestehenden Skulpturenensemble gehört auch die Statue von Carmen Serdán.

2025: Das ehemalige San Alejandro Krankenhaus wird nach 8 Jahren als Carmen Serdán Alatriste Krankenhaus wiedereröffnet.

Literatur Carmen Liliana Serdán Espinosa: Apuntes de Nutrición: por Carmen Serdán. Independently published, 2023, ISBN 979-8852927545. Angeles Mendieta Alatorre: Carmen Serdán. Centro de Estudios Históricos de Puebla, 1971.

Weblinks

Ellas son las mujeres poblanas que encaminaron la Revolución (spanisch) Carmen (spanisch)

Einzelnachweise

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