mini|Ermita de San Antonio de la Florida Die Ermita de San Antonio de la Florida ist eine kleine neoklassizistische Kapelle in Madrid. Sie ist vor allem für die Fresken von Francisco de Goya in Kuppel und Gewölben bekannt und beherbergt seit 1919 die letzte Ruhestätte des Künstlers.

Geschichte mini|Goyas Gemälde in der Kuppel, den Zwickeln und den Gurtbögen Der Ursprung der Ermita de San Antonio geht auf das Jahr 1732 zurück. In diesem Jahr wurde eine erste Kapelle mit einer Darstellung des Heiligen Antonius von Padua errichtet, die rasch Ziel volkstümlicher Verehrung wurde. Zu den überlieferten Traditionen zählt die jährlich am 13. Juni stattfindende Wallfahrt zu Ehren des Heiligen, an der unverheiratete Frauen teilnehmen. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts führten städtebauliche Veränderungen dazu, dass die ursprünglich von Churriguera entworfene Kapelle zweimal abgerissen und an anderer Stelle neu errichtet wurde. Der letzte Standortwechsel erfolgte im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Palasts von La Florida, eines heute nicht mehr bestehenden Landguts, das der Kapelle ihren Namen gab und das König Karl IV. erworben hatte.

Das heutige Gebäude wurde zwischen 1792 und 1798 von Felipe Fontana im Auftrag von König Karl IV. errichtet. Goya, seit 1789 Hofmaler Karls IV., wurde mit der vollständigen Ausmalung der Kapelle beauftragt und führte die Arbeiten innerhalb von sechs Monaten, zwischen August und Dezember 1798, aus.

Im 20. Jahrhundert wechselte die Zuständigkeit für das Gebäude: Seit 1987 erfolgt die Betreuung durch das Ayuntamiento de Madrid unter Beratung der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando und des Patrimonio Nacional. Restaurierungen an Bau und Fresken erfolgten in mehreren Kampagnen, wobei besonders umfangreiche Eingriffe Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts stattfanden.

Architektur Die Kapelle ist ein kompakter Zentralbau mit einer mittigen Kuppel und einem oktogonalen bzw. runden Hauptraum, einem einfach gegliederten neoklassizistischen Äußeren und einem lichtdurchfluteten Innenraum. Die Planung und Ausführung entsprechen dem späten 18. Jahrhundert und zeigen die Einflüsse der Hofarchitektur jener Zeit; die Schlichtheit der Fassade steht in beabsichtigtem Kontrast zur reich aufgemalten Kuppeldekoration im Innern. 1905 wurde das Gebäude zum Nationaldenkmal erklärt. Um die Erhaltung der Wandmalereien zu gewährleisten, wurde 1928 neben der ursprünglichen Kapelle eine identische Kirche errichtet. Der liturgische Gebrauch wurde in das neue Gebäude verlegt, während die historische Kapelle musealen Zwecken vorbehalten blieb.

Sammlung und Nutzung Das Gebäude wird heute als Museum und Gedenkstätte genutzt. Es beherbergt die Fresken von Goya sowie einige Exponate, die die Geschichte der Kapelle und ihrer Restaurierungen beleuchten. Einige Teile des liturgischen Inventars und der früheren Ausstattung sind verloren gegangen, andere werden in anderen kirchlichen Einrichtungen aufbewahrt. Die Kapelle ist im Besitz von Patrimonio Nacional und wird in Zusammenarbeit mit städtischen Stellen und akademischen Institutionen konservatorisch betreut. Die Hauptwerke sind die Fresken von Goya in Kuppel und Gewölben, die meist unter dem Thema Milagros de San Antonio (Wunder des heiligen Antonius) zusammengefasst werden. In der Kuppel ist das Wunder, bei dem der Heilige Antonius Von Padua einen Verstorbenen zum Leben erweckt, dargestellt. Der Heilige ist von Zuschauern, Engeln und allegorischen Figuren umgeben.

Im Untergeschoss befindet sich die Grabstätte von Goya. Bereits 1919 waren die sterblichen Überreste Francisco de Goyas von Bordeaux, wo er 1828 verstorben war, nach Madrid überführt und in der Kapelle beigesetzt worden.

Literatur

Maria Jose Rivas Capelo: Frescos de Goya. Guia de la ermita de San Antonio de la Florida. Ayuntamiento de Madrid, 1994.

Weblinks

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Einzelnachweise

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