Die Miguel de Cervantes ist ein 2005 gebauter Hochseebergungsschlepper. Das Schiff ist, wie das einige Monate zuvor fertiggestellte Schwesterschiff Luz de Mar, ein Teil des spanischen Notschleppkonzepts und wird vom öffentlichen Unternehmen Salvamento Marítimo betrieben.
Geschichte links|mini|Miguel de Cervantes Die Miguel de Cervantes war das zweite von vier Mehrzweckschiffen (Luz de Mar, Don Inda und Clara Campoamor), die im Plan „Puente de Salvamento y Lucha contra la Contaminación Marítima 2006–2009“ (Plan für Rettungsmaßnahmen und Ölpest-Bekämpfung 2006–2009) vorgesehen wurden, der 2005 vom Ministerio de Fomento ins Leben gerufen wurde, um die Anschaffung neuer eigener Mittel für die Seenotrettung voranzutreiben. Auslöser des Plans war die Havarie des Öltankers Prestige im November 2002, bei der circa 64.000 Tonnen Schweröl in die Umwelt gelangten und eine der größten Umweltkatastrophen an der Küste von Spanien auslöste.
Das Schiff wurde von Astilleros Armon in Vigo gebaut und im Dezember 2005 als Ecosar Austral abgeliefert. Die Baukosten beliefen sich auf 15 Mio. Euro. Anfang 2006 wurde es in Miguel de Cervantes (Kennung: BS-21) umbenannt und am 1. Februar 2006 in Dienst gestellt. Die Miguel de Cervantes war zunächst in Algeciras stationiert und für das Seegebiet um die Straße von Gibraltar zuständig. Später wurde das Schiff nach Las Palmas de Gran Canaria verlegt, wo es zusammen mit der 2024 in Dienst gestellten Heroínas de Sálvora eingesetzt wird.
Ausstattung mini|links|Blick zur Brücke und dem Mast unter anderem mit Funkpeiler, Radarantennen, Suchscheinwerfer und einem der Löschmonitore Zu den Hauptmerkmalen des 56 Meter langen Schiffes zählen der Pfahlzug von 128,50 Tonnen und die zwei Schiffsmotoren mit einer maximalen Leistung von 7680 kW. Diese Eigenschaften garantieren eine schnelle Ankunft am Notfallort und ermöglichen das Abschleppen großer Schiffe. Das Schiff verfügt über eine hohe Manövrierfähigkeit. So ist es beispielsweise in der Lage, in weniger als 30 Sekunden eine vollständige Drehung um die eigene Achse durchzuführen und rückwärts fast die gleiche Geschwindigkeit wie vorwärts zu erreichen. Dies ist ein entscheidender Vorteil beim Navigieren bei havarierten Schiffen. Es verfügt außerdem über eine Brandbekämpfungsanlage mit Löschmonitoren am Mast oberhalb des Peildecks.
Zur Bekämpfung von Ölverschmutzungen sind zwei verschiedene Systeme für die Aufnahme von auf der Wasseroberfläche treibendem Öl vorhanden. Zudem besteht die Möglichkeit des Einsatzes von Dispergatoren. Das aufgenommene Öl kann in Tanks mit einem Fassungsvermögen von 287 Kubikmetern gesammelt werden. Die Tanks sind beheizbar, so dass zähe Flüssigkeiten wie Schweröl pumpbar gehalten werden können. Als Plattformschiff zur Unterstützung von Operationen verfügt die Miguel de Cervantes über speziell ausgestattete Räume für Taucher, Hilfsgeräte und Kommunikationstechnik. Außerdem gehört zur Ausrüstung eine Nachtsichtkamera (FLIR) und ein dynamisches Positionierungssystem, das es ermöglicht, die Position des Schiffes unabhängig von Wetter- und Strömungsbedingungen zu halten.
Sonstiges Das Schiff ist nach dem spanischen Schriftsteller und Nationaldichter Miguel de Cervantes Saavedra benannt. Dieser ist Autor des Romans Don Quijote. Der deutsche Bergungsschlepper Baltic basiert auf dem Design der Miguel de Cervantes und ihrem Schwesterschiff. Die Baltic wurde am 26. August 2010 als Baunummer V077 ebenfalls auf der spanischen Werft Astilleros Armon in Vigo fertiggestellt.
Weblinks
Miguel de Cervantes, Astilleros Armon Vigo Miguel de Cervantes, Bildersammlung, Baixamar
Einzelnachweise
Kategorie:Schlepper Kategorie:Schiff (Spanien) Kategorie:Küstenwache Kategorie:Motorschiff