Alfred Otto von Terzi, bis April 1919 auch Alfred Otto Ritter von Terzi und Alfred Otto Terzi Ritter von Langfried; Pseudonym Walter Freimund,Heinrich Klenz (Hrsg.): Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1917. G. J. Göschen’sche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1916. S. 1727. (* 20. August 1889 in Wien; † 10. Dezember 1977 in Heutingsheim)Andere Angaben: (* 22. August 1889; † 11. Dezember 1977), nach: Terzi, Alfred Otto von. In: Friedhelm Golücke: Verfasserlexikon zur Studenten- und Hochschulgeschichte, SH-Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89498-130-X, S. 329. war ein deutsch-österreichischer Redakteur, Schriftsteller und Studentenhistoriker, der sich vor allem mit der Geschichte der studentischen Verbindungen befasste.
Familie Alfred Otto von Terzi wurde als Angehöriger der Adelsfamilie Terzi (auch Terzy oder Terczy geschriebenAT-OeStA/AVA Adel HAA AR 986.3 Terzi, Alfred Otto von Österreichisches Staatsarchiv, abgerufen am 21. Februar 2026.) in Wien-Döbling geboren. Sein Vater, Oskar Rudolf von Terzi (1861–1915), diente als K.u.k. Ministerialbeamter, zuletzt im Rang eines Sektionsrates.Redaktion Hof- und Staatshandbuch (Hrsg.): Hof- und Staatshandbuch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie für das Jahr 1914. XL Jahrgang. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien, 1914. S. 269.Alfred Otto von Terzi Find a Grave, abgerufen am 11. Februar 2026.Tages-Post vom 6. November 1915 (S. 1): Alfred Otto Ritter von Terzi – Zum 100-Jahr-Jubiläum der Wiener technischen Hochschule ANNO, abgerufen am 11. Februar 2026.
Leben Terzi absolvierte 1911 seine Matura in Graz. Er studierte Rechtswissenschaften in Wien und Graz.Preußische Allgemeine Zeitung vom 14. Januar 2006: Die ostpreußische Familie Webarchiv, abgerufen am 11. Februar 2026. Während seiner Studienzeit war er Sänger im Akademischen Gesangverein (AGV Wien), später Alter Herr der Landsmannschaften Normannia und Cimbria Wien.Bernhard Schroeter: Für Burschenschaft und Vaterland. Festschrift für den Burschenschafter und Studentenhistoriker Prof. (FH) Dr. Peter Kaupp. Norderstedt, 2006, S. 171, Fußnote 41. Schon früh verfasste von Terzi Abhandlungen über deutsche sowie österreichische Universitäten und studentische Verbindungen, was ihn schließlich 1912 als Schriftleiter zur Wochenzeitschrift Deutsche Hochschulstimmen aus der Ostmark (ab 1918 Deutsche Hochschulzeitung, ab 1925 Deutsche Akademiker-Zeitung) führte. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er eingezogen und stand ab 1916 in Südtirol bei der 10. Armee. Gegen Ende des Krieges geriet er in Gefangenschaft, aus der er im April 1919 zurückkehrte.Reichsverband der Deutschen Presse (Hrsg.): Deutsche Presse. Band 27. Franz Eher Nachf. GmbH, 1937, S. 124.
Er war als Sekretär der Großdeutschen Volkspartei tätig. Spätestens ab 1922 wirkte er in Deutschland als Hauptschriftleiter der Deutschen Akademischen Stimmen, dem Zentralorgan des Deutschen Hochschulrings.Freie Stimmen vom 27. April 1922 (S. 3): Bücherschau ANNO, abgerufen am 11. Februar 2026. 1922 war er am Bodensee tätig, seit 1924 arbeitete er als Lokalredakteur in Radolfzell. 1926 zog er nach Lyck in Ostpreußen, wo er 1927 die Chefredaktion und zusätzlich ab 1929 die stellvertretende Geschäftsführung der Lycker Zeitung übernahm.Gert Hagelweide: Ostpreußische Presse von den Anfängen bis 1945. Titel, Bestände, Daten, Biografien, Literatur. De Gruyter, 2016, S. 283.Der Zeitungs-Verlag vom 12. Oktober 1929 (S. 18): Lyck ANNO, abgerufen am 13. Februar 2026. In den 1930er-Jahren arbeitete von Terzi als Redakteur und Chefredakteur für verschiedene Lokalzeitungen in Ortelsburg und Heiligenbeil.Preußische Allgemeine Zeitung vom 26. Juni 2004: Die ostpreußische Familie extra Webarchiv, abgerufen am 13. Februar 2026. 1934 wurde er Archivar der Preußischen Zeitung in Königsberg. Ab 1937 wirkte er für die Königsberger Allgemeine Zeitung. 1944 wurde er Hauptschriftleiter der Ermländischen Zeitung in Braunsberg.Terzi, Alfred Otto von. In: Friedhelm Golücke: Verfasserlexikon zur Studenten- und Hochschulgeschichte, SH-Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89498-130-X, S. 329.
Nach der Vertreibung gelangte er Anfang 1945 über Danzig, Schwerin und Friesland nach Württemberg, woher seine Frau stammte, und lebte seit Oktober 1950 in Heutingsheim bei Ludwigsburg.Das Ostpreußenblatt vom 24. August 1974 (S. 14): Wir gratulieren zum 85. Geburtstag Terzi, Otto von Webarchiv, abgerufen am 13. Februar 2026. Auch in der Nachkriegszeit veröffentlichte Alfred Otto von Terzi zahlreiche Studien und Werke über studentische Verbindungen im 19. und 20. Jahrhundert sowie über das deutsche Sängerwesen an Hochschulen. Zu seinen Hauptarbeitsgebieten zählten ferner die Geschichte des Coburger Convents sowie die Geschichte der Studentenschaft von 1813 bis ca. 1880.
Er verstarb im Alter von 88 Jahren. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Heutingsheim.
Gegenwart Alfred Otto von Terzi wird an Hochschulen, in der studentenhistorischen Fachliteratur und in Dissertationen regelmäßig als Quelle herangezogen, insbesondere wenn es um die Geschichte des studentischen Lebens im 19. Jahrhundert geht.Josef Jakob: Die Studentenverbindungen und ihr Verhältnis zu Staat und Gesellschaft an der Ludwigs-Maximilians-Universität Landshut/München von 1800 bis 1833. Inaugural-Dissertation, FernUniversität Hagen, 2002, S. 50, S. 112, S. 144, S. 247. Deutsche Nationalbibliothek, abgerufen am 15. Februar 2026.Matthias Stickler: Von der studentischen Allgemeinheit zum örtlichen Deputierten-Convent. Die Entwicklung der Würzburger Burschenschaft im 19. Jahrhundert. Universität Würzburg, 2003, S. 6. Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung, abgerufen am 15. Februar 2026.Thomas Hippler: Der „Progreß“ an der Berliner Universität 1842–1844. Hochschule Lyon, 2004, S. 6. Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung, abgerufen am 15. Februar 2026.Harald Lönnecker: „... den Kern dieses ganzen Wesens hochzuhalten und ... zu lieben“. Theodor Litt und die studentischen Verbindungen. Universität Frankfurt, 2005, S. 7, S. 10, S. 12. Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung, abgerufen am 15. Februar 2026.
Schriften (Auswahl) Wiens Anteil Anno 1813. In: Deutsches Volksblatt, 18. November 1913, S. 1. Zum 100-Jahr-Jubiläum der Wiener technischen Hochschule. In: Tages-Post, 6. November 1915, S. 1. Das deutsche Volkserwachen in Österreich. Einige Bausteine zur Geschichte des Zweibundes. Zum 7. Oktober. In: Die Grenzboten, Jg. 74 (1915), S. 8–18. Zur Geschichte des deutschen Sängerwesens an den reichischen und österreichischen hohen Schulen und seiner Einigungsbestrebungen. In: Akademische Sängerzeitung (ASZ) 3 (1917), S. 34–36, ASZ 4 (1917), S. 56–63, ASZ 7 (1918), S. 111–115. Zur Hundertjahrfeier des Wartburgfestes deutscher Burschen. In: Breslauer Hochschul-Zeitung, SS 1918, IX. Jahrgang, Nr. 4., S. 41–43. 100 Jahre Bonner Burschenschaft. In: Burschenschaftliche Blätter, 34/2 (1920), S. 21–23. Münchener Studenten als Revolutionäre. In: Bayerische Hochschulzeitung, Nr. 2/1920, S. 148–150. Die Burschenschaft vor 100 Jahren. Die Karlsbader Beschlüsse und die Folgen für die deutsche Burschenschaft 1819 bis 1824. In: Burschenschaftliche Wege. Monatsschrift des Allgemeinen deutschen Burschenbundes, 12. Jahrgang/Nr. 2 (1921), Berlin 1922, S. 18–32. Die Burschenschaften und die politischen Strömungen 1825 bis 1830. In: Bayerische Hochschulzeitung, II. Jahrgang/Nr. 19/20 f. München 1921. Würzburger Studentenleben im 19. und 20. Jahrhundert. In: Bayerische Hochschulzeitung, 11/1921, S. 86 und 12/1921, S. 94 und 13/1921, S. 102 f. Die Grazer Studentenschaft von den Badenitagen bis zur Revolution. 1900–1920. In: Deutsche Hochschulzeitung, Jg. 14 (1922), S. 4. Eine Stunde Breslauer akademischer Geschichte. Die Entwicklung der Verbände in Breslau. In: Breslauer Hochschul-Rundschau, Jg. 15, Nr. 10. 1924, S. 150. Der Vor- und Nachmärz im Berliner Studentenleben. Neue Beiträge zu seiner Geschichte. In: Berliner Hochschul-Nachrichten, 12. Sem., H. 5, Februar 1925, S. 53. Das Schicksal einer Straße und eines Generals. In: Ludwigsburger Kreiszeitung, 20. Juli 1952, S. 3. Studentische Geheimzeichen in ihrer esoterischen Deutsamkeit. In: Niederschrift zur 17. Deutschen Studentenhistorikertagung in Würzburg am 15. Januar 1957 und 27. Juni 1957. Würzburg, 1957.
Literatur Terzi, Alfred Otto von. In: Robert Paschke: Studentenhistorisches Lexikon. Köln 1999, S. 273–274. Terzi, Alfred Otto von. In: Friedhelm Golücke: Verfasserlexikon zur Studenten- und Hochschulgeschichte, SH-Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89498-130-X, S. 329–330. Werkverzeichnis bis 1925 in: Herman Haupt (Hrsg.): Handbuch für den deutschen Burschenschafter. Frankfurt am Main 1925, S. 319–339. (ca. 60 Werke)
Einzelnachweise
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