Gamams (heute meist in der Schreibweise Gammams) ist eine historische Ortschaft und Farm im zentralen Hochland von Namibia. Das Gebiet liegt im unmittelbaren westlichen Einzugsbereich der Hauptstadt Windhoek in der Region Khomas.

Der Name leitet sich aus den Khoisansprachen ab und bezieht sich auf das Wasser (verwandt mit /Ae//Gams, dem indigenen Namen für Windhoek), da der Gammams-Fluss hier fließt.

Geschichte Gamams erlangte während der deutschen Kolonialzeit besondere Bedeutung als Standort staatlicher Einrichtungen.

Das Bakteriologische Institut 1897 wurde auf der Farm Gamams das veterinär-bakteriologische Institut unter dem Veterinär Wilhelm Rickmann gegründet. Anlass war der Ausbruch der verheerenden Rinderpest, die die Viehbestände der Herero und der deutschen Siedler bedrohte. Der berühmte Mikrobiologe Robert Koch reiste persönlich nach Südafrika und entsandte seine Assistenten (u. a. die Stabsärzte Kohlstock und Paul Werner) nach Deutsch-Südwestafrika.

In Gamams wurde unter ihrer Leitung die erste systematische Impfstoffproduktion (die sogenannte „Galle-Impfung“) in der Kolonie aufgebaut. Das Institut diente in den Folgejahren als Zentrum für die Erforschung von Tierseuchen in der Kolonie.Helmut Storz: Robert Kochs Reise nach Afrika zur Erforschung der Rinderpest und der Beginn der modernen Bakteriologie. In: Infektionskrankheiten und ihre Erreger. Band 4, 2012.

Landwirtschaftliche Versuchsstation Neben der medizinischen Funktion diente Gamams als Regierungsfarm und Versuchsstation. Hier wurden unter der Aufsicht des Gouvernements Experimente zum Ackerbau und zur Viehzucht in dem trockenen Hochlandklima durchgeführt. Laut dem Deutschen Kolonial-Lexikon verfügte der Ort über gute Wasserverhältnisse, was den Anbau von Gemüse und Futterpflanzen ermöglichte. Zur Bewässerung wurden Staudämme (u. a. im Gammams-Rivier) angelegt.Heinrich Schnee (Hrsg.): Deutsches Kolonial-Lexikon. Band 1, Quelle & Meyer, Leipzig 1920, S. 676 (Eintrag: Gamams).

Im Aufstand der Herero und Nama (1904–1908) diente die Station auch als wichtiger militärischer Versorgungspunkt für die Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika.

Heutige Situation Heute ist das Gebiet weitgehend in die städtische Infrastruktur von Windhoek integriert. Der Name lebt im Gammams-Rivier (einem Zufluss des Arebbusch) und vor allem im Gammams Water Care Works (Gammams-Klärwerk) fort. Diese Anlage ist technologisch bedeutend, da Windhoek weltweit eine der ersten Städte war, die Trinkwasser direkt aus Abwasser gewann (: Direct Potable Reuse). Zudem befindet sich im Bereich des Gammams-Riviers der historische Friedhof Gammams Cemetery.

Weblinks Eintrag Gammams auf GeoNames.org. ID: 3357464.

Einzelnachweise

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