Die Sundaamadine (Taeniopygia guttata) ist eine Art aus der artenreichen Familie der Prachtfinken (Estrildidae). Sie kommt auf den Kleinen Sundainseln von Lombok, Sumbawa und Sumba im Westen bis Timor, Roti, Sawu und Semau im Osten, sowie auf den Molukkeninseln Luang und Sermata vor.

Merkmale Die Sundaamadine erreicht eine Gesamtlänge von etwa 10,0 cm und ein Gewicht von ca. 10 g. Die Iris ist rotorange, der federlose Augenring ist grau, der Schnabel ist orangerot bis orange, die Beine sind rosa. Am Zügel befindet sich ein tropfenförmiger, schmal schwarz umrandeter weißer Fleck. Die Oberschwanzdecken sind schwarz mit weißen Binden, das Ende des Schwanzes ist schwarz. Weibchen sind einfarbig grau gefärbt. Das Männchen hat einen grauen Kopf, eine graue Kehle und eine graue Oberseite. Der Bürzel ist weiß. Die Ohrdecken sind orange bis hell kastanienbraun. Auf der Brust verläuft ein schwarzes Querband. Darunter sind Brust und Bauch cremefarben. An den Seiten verläuft ein breites kastanienbraunes Band mit weißen Flecken. Das Jungtier ähnelt dem Weibchen, ist aber blasser und hat einen schwarzen Schnabel.

Von der ähnlichen Zebraamadine (Taeniopygia castanotisi) aus Australien unterscheidet sich die Sundaamadine vor allem durch die einfarbig graue Kehle (schwarz-grau gestreift bei den Männchen der Zebraamadine).

Lebensraum und Lebensweise mini|400px|Die Kleinen Sundainseln Die Sundaamadine kommt auf den Kleinen Sundainseln und lebt dort in verschiedenen, mit Gräsern bewachsenen Biotopen. Darunter ist auch Wald mit grasbewachsenem Boden, Reisfelder und andere landwirtschaftlich genutzte Flächen, sowie Grasland in bergigen Höhenlagen. Die Vögel ernähren sich vor allem von Grassamen, die hauptsächlich am Boden aufgenommen werden. Die Nahrungssuche erfolgt einzeln, paarweise oder in Gruppen von bis zu 100 oder mehr Individuen. Nester bauende Vögel wurden auf Timor im November beobachtet, auf Roti im März und April. Bei der Balz sitzt das Männchen aufrecht, hält den Kopf aufrecht, plustert die Federn an Stirn, Bauch und Flanken auf und bewegt den Körper von einer Seite zur anderen. Dabei schaut es das Weibchen an und singt. Die Haltung ist aufrechter als bei der Zebraamadine und die Stirnfedern sind aufgestellt, während die Zebraamadine die Federn am Hinterkopf aufgestellt. Die Brutbiologie der Sundaamadine stimmt weitgehend mit der der Zebraamadine überein. Die Jungvögel sind nach 40 Tagen flügge.

Systematik Die Sundaamadine wurde 1817 durch den französischen Ornithologen Louis Pierre Vieillot als Fringilla guttata erstmals wissenschaftlich beschrieben. 1837 beschrieb der britische Ornithologen John Gould eine sehr ähnliche Art aus Australien unter der Bezeichnung Amadina castanotis. Die Gattung Taeniopygia wurde 1862 durch den deutschen Zoologen Ludwig Reichenbach eingeführt. Beide Arten wurden lange Zeit als conspezifisch angesehen und Taeniopygia guttata war die wissenschaftlichen Bezeichnung für beide. Sie unterscheiden sich jedoch in Gefieder, Größe und Gesang. Werden sie zusammen in einer Voliere gehalten, paaren sie sich jeweils mit ihrer eigenen Art. Isolierte Individuen paaren sich jedoch miteinander und die Nachkommen sind fruchtbar. Heute gelten sie als zwei eigenständige Arten.Frank Gill, David Donsker & Pamela Rasmussen (Hrsg.): IOC World Bird List V 15.1

Gefährdung Der Bestand der Sundaamadine gilt als ungefährdet. Sie ist auf Komodo und Flores sehr häufig, lokal häufig auf Sumba und Timor und zumindest früher auch auf Kisar, Leti, Moa und Luang. Im übrigen Verbreitungsgebiet ist sie selten.

Einzelnachweise R. B. Payne (2020). Zebra Finch (Taeniopygia guttata), Version 1.0. In Birds of the World (S. M. Billerman, B. K. Keeney, P. G. Rodewald und T. S. Schulenberg, Hrsg.). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. doi: 10.2173/bow.zebfin2.01 John Gould (1837): A Synopsis of the Birds of Australia, and the adjacent Islands. London 1837. Ludwig Reichenbach (1862): Die Singvögel als Fortsetzung de vollständigsten Naturgeschichte und zugleich als Central-Atlas für zoologische Gärten und für Thierfreunde. Ein durch zahlreiche illuminirte Abbildungen illustrirtes Handbuch zur richtigten Bestimmung und Pflege der Thiere aller Classen. Dresden and LeipzigS. 26. Louis Pierre Vieillot (1817): Nouveau Dictionnaire d’Histoire naturelle, appliquée aux arts, à l'agriculture, à l'économie rurale et domestique, à la médecine, etc. Par une société de naturalistes et d'agriculteurs. Avec des figures tirées des trois règnes de la nature. Tome 12. 608 S. Déterville, Paris.

Kategorie:Prachtfinken