mini|alternativtext=Verbreitung|Skizze mit verschiedenen Fundorten des Philippinen-Dayak-Flughundes Der Philippinen-Dayak-Flughund (Dyacopterus rickarti) ist ein mit verschiedenen disjunkten Populationen auf den Philippinen verbreitetes Fledertier in der Gattung der Dayak-Flughunde. Das Typusexemplar stammt aus der Provinz Abra im Norden von Luzon.
Merkmale Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 130 bis 144 mm, einer Schwanzlänge von 18 bis 24 mm und einem Gewicht von 138 bis 148 g ist die Art größer als der Gemeine Dayak-Flughund. Es kommen 91 bis 96,5 mm lange Unterarme, Hinterfüße von etwa 25 mm Länge und 21 bis 25 mm lange Ohren vor. Typisch ist die fast nackte Schnauze mit graubrauner Haut und mit kurzen rohrförmigen Nasenöffnungen, die nach außen stehen. Sie erreichen fast die Oberlippe, so dass für den Schnurrbart aus weißen Haaren nur wenig Platz ist. Auf der Unterlippe fallen zwei große flache Wülste und viele kleine warzenartige Anhänge auf. Weitere Kennzeichen des Kopfes sind große Augen mit dunkelbrauner Regenbogenhaut und oben zugespitzte Ohren. Verschiedene Muskeln lassen den Kopf sehr breit erscheinen. Im oberen Bereich des Kopfes ist kurzes graubraunes Fell vorhanden. Bis auf die Rückenmitte erfolgt der Übergang zu einem schokoladenbraunen Fell. Unterseits besteht das Fell auf Kehle und Brust aus hellbraunen Haaren, die bis zum Bauch cremefarben werden. Trotz eines kleinen Fersensporns (Calcar) ist die Schwanzflughaut auffällig breit. Sie hat, wie die Flügel, eine dunkelgraue Farbe, die im Kontrast zu den hellen Putzkrallen am jeweils zweiten Finger und zu den Krallen an den Füßen stehen. Die weißliche Farbe entsteht durch fehlende Pigmente. Auf dem Gaumen befinden sich 15 bis 16 Querwülste, von denen einige in der Mitte geteilt sind. Die Art hat recht kleine obere Schneidezähne und der anschließende Eckzahn ist gerade und mit einer Rille auf der Vorderkante versehen. Es sind noch kleinere untere Schneidezähne vorhanden mit einer Lücke dazwischen.
Verbreitung und Lebensweise Die Fundstellen liegen verstreut im Hügel- und Bergland auf den Inseln Luzon und Mindanao. Sie befinden sich auf 550 bis fast 1700 Meter Höhe. Einige dieser Orte sind als Schutzgebiete ausgewiesen, wie der Mount Kitanglad Range Natural Park und der Mount Apo Natural Park. Der Flughund lebt in tropischen Regenwäldern und in feuchten Bergwäldern mit einer Moosschicht auf Felsen und Bäumen. Vermutlich werden wie beim Gemeinen Dayak-Flughund Höhlen als Tagesverstecke genutzt. Es wird angenommen, dass die Nahrungssuche in den Baumkronen und in mittelhohen Bereichen der Wälder stattfindet. Der Philippinen-Dayak-Flughund frisst Feigen und andere Früchte. Aufgrund des robusten Gebisses kann er wahrscheinlich Früchte mit harter Schale zu sich nehmen. Die Art verfing sich häufig in zu Untersuchungen aufgestellten Japannetzen, die an Waldschneisen standen. Im Mai wurde ein mit einem Embryo trächtiges Weibchen registriert.
Gefährdung Der Bestand ist durch Umwandlung der Wälder in Ackerland und Siedlungen bedroht. Sollten wirklich Höhlen als Ruheplätze dienen, könnten sich Besucher in diesen negativ auswirken. Die seltenen Funde lassen vermuten, dass die Gesamtpopulation klein ist. Die IUCN listet die Art als stark gefährdet (endangered).
Weblinks
Helgen et al. (2007): TAXONOMY AND NATURAL HISTORY OF THE SOUTHEAST ASIAN FRUIT-BAT GENUS DYACOPTERUS (abstract), Journal of Mammalogy.
Einzelnachweise
Kategorie:Flughunde Kategorie:Endemisches Tier der Philippinen