mini|Otto-Lilienthal-Denkmal mini|Ikarus-Skulptur Das Otto-Lilienthal-Denkmal ist ein von dem Bildhauer Peter Christian Breuer geschaffenes Denkmal, das dem deutschen Luftfahrtpionier Otto Lilienthal gewidmet ist. Es befindet sich an der Eduard-Spranger-Promenade am Teltowkanal im Ortsteil Lichterfelde in Berlin.

Geschichte Im Jahr 1909 forderte der Verein deutscher Flugtechniker in seinem Gründungsprogramm die Verwirklichung eines Denkmals zur Erinnerung an Otto Lilienthal. Fast zeitgleich entstand auch in Lichterfelde, dem letzten Wohnort Lilienthals, ein Komitee, das sich die Realisierung eines Lilienthaldenkmals zum Ziel gesetzt hatte. Mit Spenden wurden die Gelder für ein solches Projekt aufgebracht. 1912 erfolgte die Denkmalausschreibung. Ausgewählt wurde ein Entwurf des Berliner Bildhauers Peter Christian Breuer. Das Denkmal wurde am 17. Juni 1914, wenige Wochen vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges enthüllt. In den 1920er Jahren wurde der Sockel des Denkmals überarbeitet. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Denkmal durch Granatsplitter beschädigt.

Das verwitterte Porträt Lilienthals wurde bei der Beseitigung der Kriegsschäden 1956 entfernt. Die Sanierung betraf außerdem den Sockel und die Standfigur. Nach der Säuberung des pyramidenförmigen Sandsteinsockels wurden die Inschriften in teilweise veränderter Form wieder angebracht. Die Inschrift der Vorderfront wurde verkürzt. Das Reliefporträt Lilienthals wurde durch eine bronzene Reliefplatte ersetzt, die das zur Seite gewendete Konterfei Lilienthals zeigt. Dieses Relief wurde 2011 wieder abgenommen und dem Heimatmuseum Steglitz übergeben. Der Porträtkopf wurde 2011/12 nach historischen Fotografien und den am Ort erhaltenen Resten nachgeschaffen und wieder angebracht.

Seit dem 23. Oktober 2003 ist das Denkmal Bestandteil der Berliner Denkmalliste.

Beschreibung Ikarus-Skulptur Auf der Spitze des Denkmals steht eine aus Bronze hergestellte überlebensgroße Ikarus-Skulptur. Ikarus ist als ideal gewachsener, nackter, aufrecht stehender Jüngling dargestellt. An seinem Rücken sowie den waagerecht zur Seite ausgestreckten Armen ist ein Flügelpaar befestigt. Der Kopf ist mit dem Gesicht zum Himmel gewendet. Der Aufbau der Figur ist symmetrisch in der Anordnung der Gliedmaßen und der Flügel. Gegossen wurde die Figur von der Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer, die auch verkleinerte Bronzenachbildungen herstellte.Lilienthaldenkmal, Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Sockel Der ca. vier Meter hohe Sockel ist aus steinernen Blöcken mit einer Grundplatte und sich darüber pyramidal verjüngenden Lagen von Sandsteinblöcken aufgebaut. Vermutlich ist diese Gestalt der Sockelarchitektur als Verbildlichung des Erdhügels gedacht, von welchem Lilienthal seine Flugversuche unternahm. Am Sockel befinden sich mehrere Tafeln bzw. Gravuren mit folgenden Inschriften:Fliegen wie die Vögel, Lichterfelde Ost, Lichterfeldes schönste Ecke Vorderseite: „Zu Ehren des ersten Fliegers Otto Lilienthal gestaltete Peter Breuer im Auftrag Lichterfelder Bürger dieses am 17.6.1914 eingeweihte Denkmal“ sowie „Dem Vorkaempfer der Fliegekunst Otto Lilienthal 1848 – 1896“ Rückseite: „Es wird seinen ersten Flug nehmen der grosse Vogel vom Ruecken des Huegels aus das Universum mit Verblueffung alle Schriften mit seinem Ruhme fuellend und ewige Glorie dem Ort wo er geboren ward. Leonardo da Vinci 1452 – 1519“ sowie „Dem Vater des Menschenfluges zum 100. Geburtstag 23.5.1948“

Trivia mini|100px| Im Rahmen der Briefmarkenserie Berliner Stadtbilder brachte die Deutsche Bundespost Berlin 1956 eine Briefmarke im Wert von 25 Pfennig heraus, die das Otto-Lilienthal-Denkmal zeigt.

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Einzelnachweise Lilienthal-Denkmal, Jörg Kuhn, Bildhauerei in Berlin

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