+ Temperaturvergleich mit 1991–2020 nach Copernicus Climate Change Service Monat Global Europa Januar +0,51 °C −1,63 °C Februar +0,53 °C −0,10 °C März +0,53 °C +2,27 °C April +0,52 °C +0,50 °C Mai +0,55 °C +0,60 °C Juni +0,56 °C +1,78 °C Juli +0,67 °C +0,66 °C August +0,85 °C +1,10 °C Die Temperaturanomalien im Jahr 2026 sind Abweichungen von Temperaturmittelwerten für das Jahr 2026. Als Vergleich dient, wenn nicht anders angegeben, die Normalperiode 1991 bis 2020, die der von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) verwendete Referenzzeitraum ist. Die Abweichungen werden in diesem Artikel nach Zahlen pro Monat zum einen global und zum anderen für Europa betrachtet und beruhen auf den Angaben des Copernicus Climate Change Service (C3S). Diese Daten sind das Ergebnis eines Rechenmodells (ERA5-Datensatz) aufgrund von telemetrischen Satellitenbeobachtungen und entsprechen daher nicht der genormten Lufttemperaturmessung mittels Thermometerhütte. Darüber hinaus werden einige weitere regionale, monatliche Temperaturanomalien und in den jeweiligen Monat fallende Hitze- und Kältewellen sowie damit zusammenhängende Wetterphänomene und Temperaturrekorde erwähnt.

Januar mini|Globale Temperaturanomalien (°C) für Januar 2026 nach C3S/ECMWF

Der Januar 2026 war global der fünftwärmste Januarmonat seit Messbeginn 1940. Die ermittelte Monatsmitteltemperatur lag bei 12,95 °C und damit um 0,51 °C über der Normalperiode bzw. um 0,28 °C unter dem des bisher wärmsten Januarmonats 2025.

In Europa lag die Monatsmitteltemperatur um 1,63 °C unter der Normalperiode, der kälteste Januar seit 2010. In der Schweiz lag die Januartemperatur 0,4 °C unter der Normalperiode. Das Sturmtief Elli war ein kräftiges Wintertief, das Anfang Januar 2026 weite Teile Mitteleuropas beeinflusste. In Deutschland führte das Tief zu verbreitetem Schneefall und Glatteis sowie zu Zugausfällen, Schulschließungen und erheblichen Verkehrsbehinderungen, insbesondere im Norden und Nordosten. Unter Berufung auf vorläufige Messergebnisse wurde in Deutschland eine Monatsmitteltemperatur von minus 0,7 °C verzeichnet, die 1,6 Grad unter der Normalperiode lag.

Die durchschnittliche globale Meeresoberflächentemperatur zwischen 60 Grad nördlicher und südlicher Breite betrug 20,68 °C, der vierthöchste jemals für diesen Monat verzeichnete Wert und 0,29 °C unter dem Rekordwert vom Januar 2024.

Februar mini|Globale Temperaturanomalien (°C) für Februar 2026 nach C3S/ECMWF

Der Februar 2026 war global der fünftwärmste Februarmonat seit Messbeginn. Die ermittelte Monatsmitteltemperatur lag bei 13,26 °C und damit um 0,53 °C über der Normalperiode.

In Europa lag die Monatsmitteltemperatur um 0,10 °C unter der Normalperiode, der drittkälteste Februar seit 14 Jahren. In der Schweiz lag die Februartemperatur 3,1 °C über der Normalperiode, der siebtwärmste Februarmonat seit Messbeginn 1864. Viele Stationen, verteilt über das ganze Land, erreichten im Zeitraum zwischen dem 24. und 27. Februar einen der zehn wärmsten Februarwerte seit Messbeginn. Am 27. Februar registrierten die Messstationen in La Chaux-de-Fonds mit 17,6 °C, La Brévine mit 16,3 °C, Fahy mit 20,0 °C und Buffalora am Ofenpass mit 10,9 °C neue Februar-Höchstwerte. Die etwa zwei Wochen dauernde Wärmephase in der Schweiz hielt noch bis in den März an und wurde in diesem Ausmaß noch nie so früh im Jahr registriert. Unter Berufung auf vorläufige Messergebnisse wurde in Deutschland eine Monatsmitteltemperatur von 2,9 °C verzeichnet, die 1,4 Grad über der Normalperiode lag.

Die durchschnittliche globale Meeresoberflächentemperatur zwischen 60 Grad nördlicher und südlicher Breite betrug 20,88 °C, der zweithöchste jemals für diesen Monat verzeichnete Wert (zusammen mit Februar 2025) und 0,18 °C unter dem Rekordwert vom Februar 2024.

März mini|Globale Temperaturanomalien (°C) für März 2026 nach C3S/ECMWF

Der März 2026 war global der viertwärmste Märzmonat seit Messbeginn. Die ermittelte Monatsmitteltemperatur lag bei 13,94 °C und damit um 0,53 °C über der Normalperiode.

In Europa lag die Monatsmitteltemperatur um 2,27 °C über der Normalperiode, der zweitwärmste März. In der Schweiz lag die Märztemperatur um 0,4 °C über der Normalperiode, der dreißigwärmste März. Unter Berufung auf vorläufige Messergebnisse wurde in Deutschland eine Monatsmitteltemperatur von 6,3 °C verzeichnet, die 1,7 Grad über der Normalperiode lag.

Zehn US-Bundesstaaten verzeichneten den wärmsten März seit Beginn der Aufzeichnungen: Arizona, Kalifornien, Colorado, Idaho, Nevada, New Mexico, Oklahoma, Texas, Utah und Wyoming. Mitte März kam es zu einer sehr starken und ungewöhnlich frühen Hitzewelle im Westen der USA, in der gerade im Südwesten teils 40 °C gemessen wurden. In Martinez Lake an der Grenze zwischen Kalifornien und Arizona wurden am 19. März, dem kalendarisch letzten Wintertag, 43,3 °C gemessen, die höchste jemals ermittelte Märztemperatur in den USA. Temperaturen wie diese werden dort sonst erst ab Mai erreicht.Meteorologen messen 43,3 Grad in den USA – am letzten Wintertag. In: Spiegel Online, 21. März 2026. Abgerufen am 21. März 2026.Arizona desert town breaks record for hottest March temperature in US history. In: The Guardian, 20. März 2026. Abgerufen am 21. März 2026. Die Hitzewelle dauerte etwa ein bis zwei Wochen und brach zahlreiche März-Temperaturrekorde.

Die durchschnittliche globale Meeresoberflächentemperatur zwischen 60 Grad nördlicher und südlicher Breite betrug 20,97 °C, der zweithöchste jemals für diesen Monat verzeichnete Wert und 0,10 °C unter dem Rekordwert vom März 2024.

April mini|Globale Temperaturanomalien (°C) für April 2026 nach C3S/ECMWF

Der April 2026 war global der drittwärmste Aprilmonat seit Messbeginn. Die ermittelte Monatsmitteltemperatur lag bei 14,89 °C und damit um 0,52 °C über der Normalperiode.

In Europa lag die Monatsmitteltemperatur um 0,50 °C über der Normalperiode, der zehntwärmste April. Die Temperaturanomalien in Europa waren durch starke regionale Unterschiede gekennzeichnet, mit deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen im Südwesten Europas (Iberische Halbinsel, West- und Südfrankreich, Italien) und unterdurchschnittlichen Temperaturen in weiten Teilen Osteuropas. Spanien verzeichnete laut AEMET den wärmsten April seit 1962, und Frankreich laut Météo-France den drittwärmsten April seit 1900, gleichauf mit dem April 2020. In der Schweiz wurde der fünftwärmste April seit Messbeginn 1864 verzeichnet, mit einer Abweichung von 2,6 °C zur Normalperiode. Unter Berufung auf vorläufige Messergebnisse wurde in Deutschland eine Monatsmitteltemperatur von 9,2 °C verzeichnet, die 0,2 Grad über der Normalperiode lag.

Die durchschnittliche globale Meeresoberflächentemperatur zwischen 60 Grad nördlicher und südlicher Breite betrug 21,00 °C, der zweithöchste jemals für diesen Monat verzeichnete Wert und 0,04 °C unter dem Rekordwert vom April 2024.

Mai Der Mai 2026 war global der zweitwärmste Maimonat seit Messbeginn. Die ermittelte Monatsmitteltemperatur lag bei 15,81 °C und damit um 0,55 °C über der Normalperiode.

In Europa lag die Monatsmitteltemperatur um 0,60 °C über der Normalperiode, der siebtwärmste Mai. Am 25. Mai 2026 wurde in Großbritannien ein Temperaturrekord für den Monat Mai verzeichnet: So wurde in Kew Gardens mit 34,8 °C die höchste jemals in diesem Monat gemessene Temperatur registriert, womit die Rekorde von 1922 und erneut 1944 mit je 32,8 °C deutlich übertroffen wurden. Bereits am 26. Mai wurde in Heathrow und Kew Gardens mit je 35,1 °C ein neuer Rekord verzeichnet. In Frankreich wurde am 25. Mai mit 24,6 °C das höchste Tagesmittel für Mai seit Messbeginn registriert, mit 24,8 °C wurde dies bereits am nächsten Tag übertroffen. Am 28. Mai wurde mit einem Temperaturmaximum von 37,8 °C in Angoulême-La Couronne ein Temperaturrekord für Frankreich für den Monat Mai verzeichnet. Am 27. Mai wurde auch in Portugal ein Temperaturrekord für den Monat Mai verzeichnet, mit 40,3 °C in Mora. Der bisherige Landesrekord aus dem Jahr 2001 war bei 40 °C gelegen. Auch die Schweiz wurde von der Hitzewelle erfasst; der erste Hitzetag (≥ 30,0 °C) im Jahr 2026 wurde am 22. Mai mit 30,0 °C in Visp registriert, und in Biasca wurde mit 34,8 °C am 28. Mai der höchste Wert erreicht, der jemals im Mai auf der Alpensüdseite gemessen wurde. Er lag nur 0,3 °C unter dem nationalen Mai-Rekordwert der Schweiz (35,1 °C in Sion am 25. Mai 2009). Die Nullgradgrenze stieg in der Schweiz am 25. Mai auf 4328 Meter und verpasste damit knapp den Mai-Rekord von 1958, als 4379,9 Meter gemessen worden war. Im landesweiten Mittel betrug die Temperatur in der Schweiz 10,36 °C, der achtwärmste Mai seit Messbeginn 1864. Unter Berufung auf vorläufige Messergebnisse wurde in Deutschland eine Monatsmitteltemperatur von 14,1 °C verzeichnet, die 1,0 Grad über der Normalperiode lag.

Die durchschnittliche globale Meeresoberflächentemperatur zwischen 60 Grad nördlicher und südlicher Breite betrug 20,90 °C, der zweithöchste jemals für diesen Monat verzeichnete Wert und 0,03 °C unter dem Rekordwert vom Mai 2024.

Juni Der Juni 2026 war global der zweitwärmste Junimonat seit Messbeginn. Die ermittelte Monatsmitteltemperatur lag bei 16,54 °C und damit um 0,56 °C über der Normalperiode.

In Europa lag die Monatsmitteltemperatur um 1,78 °C über der Normalperiode, der zweitwärmste Juni. In Westeuropa war es gar der wärmste Juni seit Messbeginn.

mini|hochkant|Abkühlungsangebot an der Hahnentorburg in Köln am 26. Juni 2026 Im Juni 2026 kam es zu einer ausgeprägten, von besonders hohen Temperaturen geprägten Hitzewelle, die weite Teile Europas erfasste.

Am 26. Juni wurde in Saarbrücken-Burbach nach vorläufigen Messdaten mit 41,3 °C die höchste je in Deutschland gemessene Temperatur registriert. Damit wurde der am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl gemessene Rekordwert von 41,2 °C übertroffen.Temperaturrekord in Deutschland gemessen. In: Tagesschau.de, 26. Juni 2026. Abgerufen am 26. Juni 2026. Zugleich wurde der bisherige Junirekord von 2019 deutlich überboten, der bei 39,6 °C lag.Deutscher Hitzerekord im Juni gebrochen. In: T-Online.de, 26. Juni 2026. Abgerufen am 26. Juni 2026. Außer in Saarbrücken geschah das an 18 weiteren Orten, wobei teils über 40 °C erreicht wurden.Heißester Tag aller Zeiten in Deutschland. In: T-Online.de, 26. Juni 2026. Abgerufen am 26. Juni 2026. Nur einen Tag später, am 27. Juni, wurde dieser Rekord mit 41,5 °C erneut gebrochen, in Drewitz im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Einen weiteren Tag später, am 28. Juni, wurde in Coschen an der deutsch-polnischen Grenze in Brandenburg ein erneuter Temperaturhöchstwert von 41,7 °C gemessen. Unter Berufung auf vorläufige Messergebnisse wurde in Deutschland mit einer Monatsmitteltemperatur von 19,5 °C der zweitwärmste Juni verzeichnet. Der wärmste Juni stammt aus dem Jahr 2019.