Myroslawa Tschajun (, wiss. Transliteration ) ist eine ukrainische Journalistin der Investigationseinheit für Kriegsverbrechen des Kyiv Independent. Sie machte sich mit Recherchen zu russischen Kriegsverbrechen einen Namen, insbesondere zu sexualisierter Gewalt, unter anderem als Teil des Teams hinter dem investigativen Dokumentarfilm He Came Back. Für dieses Projekt wurde das Team 2025 mit der ukrainischen Journalismus-Auszeichnung Честь Професії (‚Ehre des Berufsstands‘) geehrt.
Leben Tschajun erwarb 2023 an der Taras-Schewtschenko-Universität Kiew einen Masterabschluss in öffentlichem Management und Verwaltung. Vor ihrer Anstellung beim Kyiv Independent arbeitete sie freiberuflich zu politischen Themen, den russisch besetzten Gebieten und Propaganda und veröffentlichte unter anderem bei Texty.org.ua. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine konzentriert sie sich thematisch auf die besetzten Gebiete und die Dokumentation von Kriegsverbrechen; zudem liefert sie Beiträge für das Institute for War & Peace Reporting (IWPR). Im Januar 2026 arbeitete sie für zwei Wochen in Kopenhagen aus den Redaktionsräumen von Altinget, um unter sicheren Bedingungen weiterzurecherchieren und schilderte dabei die alltäglichen Belastungen durch nächtliche Angriffe sowie Strom- und Heizungsausfälle in Kyjiw.
Wirken Im Rahmen des Projekts He Came Back identifizierte ein Team mit Tschajun die mutmaßlichen Täter in zwei dokumentierten Vergewaltigungsfällen aus der Frühphase der Besatzung in den Oblasten Kyjiw und Cherson und benannte zudem verantwortliche Vorgesetzte. Die Recherche erschien zugleich beim Kyiv Independent und bei der Partnerorganisation Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP).
Einzelnachweise
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