Anton Krombholz, ab 1854 Ritter von Krombholz (* 25. Oktober 1790 in Niederpolitz, Bezirk Böhmisch Leipa; † 26. Februar 1869 in Wien), war ein böhmischer römisch-katholischer Geistlicher, Schulmann und Schulreformer.
Leben Krombholz war Sohn eines Bauern. Er besuchte zunächst die Schule von Sandau. Nachdem er zunächst dafür bestimmt war, seinen elterlichen Hof zu übernehmen, wurde er aufgrund seiner Leistungen und der Intervention seiner Mutter und eines Geistlichen an das Gymnasium von Leitmeritz geschickt. Dort war er stets Jahrgangsbester und erhielt daher von Kaiser Franz I. von Österreich eine Goldmedaille. 1809 ging er zum Studium der Philosophie an die Karlsuniversität Prag, wo er von Bernard Bolzano beeinflusst wurde. Anschließend nahm er 1811 das Studium der Theologie am Priesterseminar in Leitmeritz auf. Dort wurde er durch den Bolzanisten Josef Fesl gefördert. Am 13. März 1815 empfing Krombholz die Priesterweihe durch den Leitmeritzer Bischof Wenzel Leopold Chlumčanský von Přestavlk.
Krombholz wurde 1816 als Professor für das Neue Testament an das Priesterseminar Leitmeritz berufen. Im Rahmen der sogenannten Feslaffäre verlor er 1820 seine Professur und kam stattdessen als Dechant nach Böhmisch Leipa. Dort bemühte er sich vor allem um die Ausbildung der Kinder. 1824 gründete er eine Abendschule für Fabrikkinder, an der er auch selbst unterrichtete. Er richtete außerdem eine Hauptschule ein, an der auch Mädchen unterrichtet wurden, sowie ein Armenpfründnerhaus und eine Kleinkinderbewahranstalt. Daneben war er ab 1827 stellvertretender Leiter und ab 1848 Direktor des Gymnasiums in Böhmisch Leipa. Zudem kämpfte er gegen die Kinderarbeit. 1828 gründete er außerdem eine Musikschule in Böhmisch Leipa. Seine Sonntagsgewerbeschule baute er zu einer Realschule aus, wobei er ab 1843 eine Genehmigung zu erhalten versuchte, die schließlich erst 1853 erteilt wurde. 1843 entwarf er den Plan einer Lehrerbildungsanstalt in Leitmeritz, der 1850 zur Realisierung kam. 1845 führte er an seinen Schulen als Erster in Böhmen den verpflichtenden Turnunterricht ein.
Krombholz wurde 1848 an das neugegründete k.k. Unterrichtsministerium nach Wien berufen und wurde dort unter Minister Leo von Thun und Hohenstein Sektionsrat. Zu seinen Verdiensten zählte unter anderem eine umfassende Volksschulreform. In dieser Zeit konnte auch die Allgemeine Schulpflicht eingeführt und die Fabrikarbeit für Kinder verboten werden. 1856 veranlasste er die Einrichtung von Schulbibliotheken, außerdem setzte er sich für die Einrichtung von Schulgärten ein. Auch bemühte er sich um die finanzielle Besserstellung von Volksschullehrern. 1851 gründete er die Zeitschrift Österreichischer Schulbote, die er bis 1860 leitete. Ab 1857 erblindete er zusehends, weshalb er 1858 in den Ruhestand versetzt werden musste.
Für seine Verdienste um die Bildung wurde er am 22. April 1854 durch Kaiser Franz Joseph I. mit dem Orden der Eisernen Krone III. Klasse ausgezeichnet und zugleich in den Ritterstand erhoben. Mit seiner Verabschiedung in den Ruhestand wurde ihm der Titel Hofrat verliehen.
Krombholz verwendete sein Vermögen für die Gründung von Schulstiftungen.
Werke (Auswahl) Drei geistliche Reden zur Empfehlung der Versorgungsanstalten in Böhm. Leipa mit beigefügten Statut der dasigen Armenversorgungsanstalt, Böhmisch Leipa 1827. Die Stiftung des Böhmisch-Leipper Gymnasiums durch Albrecht von Waldstein, Herzog von Friedland, Medau, Böhmisch Leipa 1834. Fastenpredigten, Braumüller, Wien 1871 (hrsg. von Theodor Wiedemann).
Literatur
Hofrath Anton Ritter von Krombholz. In: Ferdinand Thomas: Kleine Beiträge zur Geschichte des Volksschulwesens in Deutsch-Böhmen, Künstner, Böhmisch Leipa 1884, S. 39–41.
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