Juan Antonio Parrochia Beguin (* 1. April 1930 in Traiguén; † 8. Februar 2016 in Santiago de Chile) war ein chilenischer Architekt und Stadtplaner, der vor allem als einer der führenden Verantwortlichen für die Planung und den Bau der Metro de Santiago bekannt wurde.
Leben Juan Antonio Parrochia Beguin wurde am 1. April 1930 in Traiguén geboren. Er war der Sohn von Esteban Parrochia, der franko-italienischer Herkunft war, und von Olga Beguin, Tochter von Frederic Beguin, der zwischen 1902 und 1905 als Vizekonsul der Schweiz in Traiguén tätig war.
Er studierte in Santiago de Chile an der Universidad de Chile Architektur und schloss dort 1953 sein Architekturstudium ab. Danach setzte er seine Ausbildung mit einem Postgraduiertenstudium im Fach Städtebau an der Universität Saint-Luc in Brüssel fort. Während seiner Jugend und aus seiner Leidenschaft heraus, vor Ort zu verstehen, wie die großen Städte der Welt funktionierten, erwarb er einen Motorroller der Marke Lambretta 125, mit dem er zahlreiche Metropolen auf mehreren Kontinenten bereiste. Zur Finanzierung dieser Reisen arbeitete er in verschiedenen Städten der Welt als Architekt und Stadtplaner.
Berufliche Karriere 1957 kehrte er nach Chile zurück, wo er vom Ministerium für öffentliche Arbeiten (Ministerio de Obras Públicas; MOP) eingestellt wurde, während er gleichzeitig Städtebau an der Universidad de Chile lehrte. In den folgenden Jahren bekleidete er mehrere führende öffentliche Ämter, die sich vor allem auf die Planung der Metropolisierung Santiagos sowie auf die Entwicklung moderner Verkehrs- und Infrastrukturkonzepte konzentrierten.
Später wurde er vom United States Department of State verpflichtet, wo er an der Planung und Entwicklung von Grünflächen in den Städten Washington, D.C., San Francisco, Milwaukee und San Juan auf Puerto Rico mitarbeitete. Parrochia interessierte sich zunehmend für Metrosysteme weltweit, insbesondere für die Pariser Metro. Er organisierte Arbeitstreffen mit Architekten, Stadtplanern sowie leitenden Vertretern verschiedener Metrosysteme, fertigte Notizen, Zeichnungen und Fotografien an und hielt seine Analysen fest.
1964 bat ihn Präsident Eduardo Frei Montalva um direkte Beratung zur Lösung der Verkehrsprobleme der chilenischen Hauptstadt. In diesem Zusammenhang begann er die Idee zu entwickeln, dass Santiago ein eigenes unterirdisches Eisenbahnnetz besitzen könnte, und leitete die entsprechenden Planungs- und Machbarkeitsstudien ein. Im September 1973 wurde er zum Generaldirektor der Metro de Santiago ernannt, ein Amt, das er bis 1975 innehatte. Er war der Hauptverantwortliche für dieses Projekt, das schließlich am 15. September 1975 mit der offiziellen Eröffnung der Linie 1 der Metro von Santiago verwirklicht wurde. Parrochia war zudem als Berater für die Vereinten Nationen tätig, wo er seine Fachkenntnisse im Bereich Stadtplanung und urbaner Verkehrssysteme in verschiedene internationale Projekte einbrachte. In dieser Funktion wirkte er an Studien und Planungsinitiativen zur nachhaltigen Entwicklung und Modernisierung urbaner Infrastrukturen in unterschiedlichen Ländern mit.
Auszeichnungen 1996 erhielt er den chilenischen Premio Nacional de Urbanismo de Chile (deutsch: Nationalpreis für Städtebau Chiles), eine der höchsten staatlichen Auszeichnungen auf diesem Fachgebiet. Mit dieser Ehrung wurde seine herausragende Rolle bei der Planung moderner Verkehrsinfrastrukturen sowie sein bedeutender Beitrag zur Entwicklung des zeitgenössischen Städtebaus in Chile offiziell gewürdigt. Sowohl er als auch sein Bruder wurden mit chilenischen Nationalpreisen ausgezeichnet; sein Bruder Esteban Parrochia erhielt 2008 den Nationalpreis für Medizin.
Er verstarb am 8. Februar 2016 im Alter von 85 Jahren in Santiago de Chile.
Einzelnachweise
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