Das Caritas-Krankenhaus St. Maria (Rechtsform: St. Maria gGmbH) ist ein katholisches Fachkrankenhaus in Donaustauf bei Regensburg (Bayern). Das Haus ging 2024 aus der Klinik Donaustauf hervor, deren Wurzeln auf eine Lungenheilstätte vom Beginn des 20. Jahrhunderts zurückgehen. Medizinische Schwerpunkte sind die Pneumologie und die Psychosomatik; das Krankenhaus ist als Lungenzentrum nach Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ausgewiesen. Das Krankenhaus ist als Weaning-Zentrum durch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) zertifiziert.
Lage Das Caritas-Krankenhaus St. Maria liegt in Donaustauf, ca. 10 km östlich von Regensburg. Es ist über die Autobahn A3, die Staatsstraßen 2145 und 2125 sowie mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar.
Geschichte Gründung und Wiedereröffnung: 1908 bis 1945 Die Einrichtung wurde im Jahr 1908 als Lungenheilstätte mit 60 Betten durch den Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose in der Oberpfalz eingeweiht. Nach einer Schließung im Jahr 1923 aufgrund der wirtschaftlichen Folgen des Ersten Weltkriegs erfolgte 1925 die Wiedereröffnung mit 130 Betten. Im Jahr 1927 wechselte der Träger zur Landesversicherungsanstalt (LVA) Oberpfalz. Durch Um- und Erweiterungsbauten wurde die Bettenzahl 1930 auf 175 erhöht. Ab 1932 war die LVA Niederbayern-Oberpfalz zuständig. Während des Zweiten Weltkriegs diente die Einrichtung als Lazarett.
Generalsanierung, Fachkrankenhaus und Reha: 1945 bis 1991 Am 1. Dezember 1945 wurde die Klinik mit 210 Betten wiedereröffnet. Zwischen 1958 und 1960 erfolgte eine umfassende Generalsanierung mit der die Kapazität auf rund 315 Betten erweitert wurde. Der wesentliche Anteil der Patienten waren zu dieser Zeit weiterhin Tuberkuloseerkrankte oder Verdachtsfälle auf Tuberkulose. Seit 1969 firmierte die Einrichtung als Krankenhaus Donaustauf – Fachklinik für Erkrankungen der Atmungsorgane. Ab 1977 wurde die Lungenchirurgie aufgegeben, die Bettenzahl in den Folgejahren reduziert (1981: 240, 1984: 220). Gleichzeitig erfolgte ein Wechsel der Kostenträger von der LVA zu den gesetzlichen Krankenkassen. Mit der Aufnahme in den Krankenhausbedarfsplan des Freistaates Bayern im Jahr 1985 wurde das Krankenhaus als Fachkrankenhaus mit 190 Betten geführt. Zusätzlich wurde eine Rehabilitationsabteilung für Erkrankungen der Atmungsorgane aufgebaut, die zeitweise bis zu 60 Reha-Betten umfasste. 1991 wurde diese Reha-Abteilung geschlossen.
Spezialisierung, Neubau und Erweiterung: 1990 bis 2006 In den 1990er-Jahren erfolgte eine weitere Spezialisierung, insbesondere durch die Einrichtung eines Schlaflabors sowie die Beatmungsmedizin. Der Neubau des heutigen Klinikgebäudes wurde 2004 abgeschlossen. In diesem Zuge wurde die neue Intensivstation zu einer spezialisierten Weaning-Station. 2006 nahm die Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ihren Betrieb auf.
Zertifizierung Weaning-Zentrum: 2010 Im Oktober 2010 wurde die Weaning-Station der Klinik für Pneumologie durch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) als Weaning-Zentrum zertifiziert. Als bisher einziges Weaning-Zentrum in Ostbayern nimmt das Caritas-Krankenhaus St. Maria eine zentrale Stelle in der Versorgung von Weaning-Patienten ein.
Zertifizierung Lungenzentrum: 2021 Mit der Zertifizierung zum Lungenzentrum im Jahr 2021 wurde die hohe medizinische Expertise der Fachklinik unterstrichen. Durch die Bündelung von spezialisiertem Fachwissen unterstützt das Lungenzentrum auch andere Kliniken und stärkt damit die medizinische Versorgung in der gesamten Region.
Neuer Ärztlicher Direktor: 2022 Maximilian Malfertheiner wurde als neuer ärztlicher Direktor berufen. Gleichzeitig übernahm er als Chefarzt die Leitung der Klinik für Pneumologie.
Erneuter Trägerwechsel: 2024 Im Jahr 2024 übernahm der Caritasverband für die Diözese Regensburg e.V. das Krankenhaus von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bayern Süd. In diesem Zusammenhang erfolgte am 1. August 2024 auch die Umbenennung in Caritas-Krankenhaus St. Maria Donaustauf.
Medizinische Schwerpunkte Pneumologie Der pneumologische Fachbereich verfügt über circa 95 Planbetten, verteilt auf mehrere Stationen. Behandelt wird das gesamte Spektrum akuter und chronischer Erkrankungen der Atemwege und der Lunge, einschließlich stationärer und ambulanter pneumologischer Onkologie. Geleitet wird die Klinik für Pneumologie von Maximilian Malfertheiner.
Allgemeine Pneumologie In der allgemeinen Pneumologie befasst man sich in der Lungenklinik mit der Diagnostik, Therapie und Prävention von Erkrankungen der Lunge, der unteren Atemwege sowie des Mediastinums und der Pleura. Das Behandlungsspektrum umfasst unter anderem häufige und komplexe Lungenerkrankungen, wie Asthma bronchiale, Bronchitis und Tuberkulose. Als zertifiziertes Lungenzentrum Bayern verfügt die Klinik für Pneumologie über eine besondere fachliche Tiefe und spezielle Strukturen, die sie zur zentralen Anlaufstelle für Betroffene in der Region macht.
Weaning / Weaning-Zentrum Die Entwöhnung langzeitbeatmeter Intensivpatientinnen und -patienten von der maschinellen Beatmung (Weaning) erfordert eine besondere fachliche Expertise. Über diese verfügt das spezialisierte Weaning-Zentrum am Caritas-Krankenhauses St. Maria Donaustauf, das Patientinnen und Patienten aus Regensburg, Ost- und Nordbayern sowie darüber hinaus behandelt. Die Behandlung erfolgt interdisziplinär nach strukturierten Konzepten und bindet verschiedene Fachbereiche ein, darunter Pneumologie, Intensivmedizin, Physiotherapie, Atemtherapie und spezialisierte Pflege. Dabei wird die individuelle gesundheitliche Situation der Patientinnen und Patienten berücksichtigt, insbesondere im Hinblick auf Vorerkrankungen und den Verlauf der bisherigen Beatmung. Ziel der Einrichtung ist es, Betroffene nach einer längeren Phase der künstlichen Beatmung schrittweise und nachhaltig von den Geräten zu entwöhnen. Das Weaning-Zentrum Bayern in St. Maria arbeitet berät und begleitet Patientinnen und Patienten auch im Hinblick auf eine außerklinische Beatmung, sofern eine vollständige Entwöhnung nicht erreicht werden kann. Ziel ist es, eine möglichst hohe Lebensqualität und Versorgungssicherheit im häuslichen Umfeld zu gewährleisten.
Intensiv- und Beatmungsmedizin Patientinnen und Patienten mit schwer beeinträchtigter Atmung, schweren Infektionen oder einem erhöhten Bedarf an respiratorischer Unterstützung werden auf der Intensivstation der Lungenklinik des Caritas-Krankenhauses St. Maria Donaustauf behandelt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Beatmungsmedizin, insbesondere auf der Stabilisierung von Patientinnen und Patienten nach Entwöhnung von der maschinellen Beatmung. Darüber hinaus berät und begleitet das Behandlungsteam Betroffene im Hinblick auf eine mögliche Heimbeatmung nach dem Klinikaufenthalt.
Schlafmedizin Das Schlaflabor besteht seit den frühen 1990er-Jahren und wurde mehrfach erweitert. Es verfügt über ambulante sowie stationäre Messplätze. Seit 1994 ist das Schlaflabor durch die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) akkreditiert.
Thorakale Onkologie Die Klinik für Pneumologie des Caritas-Krankenhauses St. Maria Donaustauf ist Kooperationspartner des Lungenkrebszentrums am Universitätsklinikum Regensburg und auf die Diagnostik sowie die nicht-operative Therapie von Lungentumoren spezialisiert. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Tumorzentrum Regensburg. Zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Behandlungsqualität führt die Klinik ein eigenes Tumorregister, das der systematischen Auswertung und Verbesserung therapeutischer Verfahren dient.
Pneumologische ambulante Sprechstunden Die Klinik für Pneumologie bietet spezialisierte Therapie und Diagnostik über die reguläre ambulante Versorgung hinaus. In verschiedenen Sprechstunden werden Patienten mit allgemeinen pneumologischen Erkrankungen sowie speziellen Befunden beraten und behandelt:
Allgemeine pneumologische Sprechstunde Spezialambulanz für Tuberkulose und nicht-tuberkulöse Mykobakterienerkrankungen (ASV Tuberkulose) Spezialambulanz für Sarkoidose (ASV Sarkoidose) Spezialambulanz für Mukoviszidose (ASV Mukoviszidose) Weaning-Sprechstunde (Weaning-Potenzialerhebung)
Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Der psychosomatische Fachbereich umfasst 25 Betten für stationäre Psychosomatik. Die Behandlung erfolgt auf Grundlage eines tiefenpsychologisch fundierten und verhaltenstherapeutischen Konzepts. Die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie deckt verschiedene Facharztgebiete ab: neben der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie auch die Psychiatrie, die Innere- und Allgemeinmedizin sowie die Anästhesie und die spezielle Schmerztherapie, die Psychoanalyse, die Sozial-, Ernährungs- und Sportmedizin und die Neurologie.
Eine Psychosomatische Institutsambulanz (PSIA) ergänzt den Bereich. Hier werden sowohl komplexe Erkrankungen, die mit besonderen Belastungen wie Essstörungen oder Traumafolgestörungen einhergehen, behandelt. Die PSIA verfolgt dabei ein integratives Konzept aus psychodynamischer Therapie und Verhaltenstherapie mit körper- und kunsttherapeutischem Schwerpunkt.
Lungenzentrum 2021 wurde das Caritas-Krankenhaus St. Maria vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) als eines der ersten Lungenzentren Deutschlands anerkannt. Voraussetzung für diesen Status ist neben der hohen medizinischen Expertise eine adäquate Ausstattung. Ebenso muss das Lungenzentrum Teil eines onkologischen Zentrums sein, es muss Weaning-Einheiten vorhalten und auf mindestens einen von drei Behandlungsschwerpunkten (seltene Infektionen, interstitielle Lungenerkrankungen oder schwere und komplexe Fälle von COPD) spezialisiert sein.
Die Belange eines Lungenzentrums gehen über die Behandlung von Patienten am eigenen Standort hinaus. So ist es Aufgabe der Klinik, andere Krankenhäuser zu unterstützen und damit zur spezialmedizinischen Versorgung in der Region beizutragen, mit dem Ziel, dass möglichst viele Betroffenen von der ärztlichen Expertise profitieren.
Das Caritas-Krankenhaus St. Maria fungiert in seiner Rolle als zertifiziertes Lungenzentrum mitunter bei unklaren Lungenerkrankungen, schweren und komplexen Fällen von COPD, der Entwöhnung von Langzeitbeatmeten sowie Tuberkulosefällen als zentrale Anlaufstelle in der Region Regensburg und Ostbayern. Es steht Ärzten beratend zur Seite, bietet Weiterbildungen für medizinisches Personal zu spezifischen Lungenthemen sowie Informationsveranstaltungen für Betroffene an. Geleitet wird das Lungenzentrum der Fachklinik Donaustauf von Prof. Dr. Maximilian Malfertheiner. Kooperationen Das Caritas-Krankenhaus St. Maria Donaustauf arbeitet eng mit dem Universitätsklinikum Regensburg sowie weiteren Krankenhäusern in der Region Niederbayern / Oberpfalz zusammen.
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Donaustauf Kategorie:Krankenhaus in Bayern Kategorie:Unternehmensgründung 1908 Donaustauf