Echinacea sanguinea ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Sonnenhüte (Echinacea) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Dieser Endemit ist im mittleren Süden der USA verbreitet.

Beschreibung mini|Blütenkorb mit Streublättern mit schwarzroten Spitzen und Röhrenblüten mit gelbem Pollen mini|Sandiger, saurer Kiefernwald als Habitat in Osttexas

Vegetative Merkmale Echinacea sanguinea ist eine sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 120 Zentimetern erreicht. Sie besitzt eine lang gewundene, verzweigte Pfahlwurzel. Die aufrechten, grünen bis rötlich-braunen Stängel sind meist unverzweigt. Die krautigen Pflanzenteile sind spärlich bis dicht ausgebreitet behaart oder kahl.

Die Laubblätter sind grundständig und wechselständig am Stängel verteilt angeordnet. Die Grundblätter besitzen 4 bis 12 Zentimeter lange Blattstiele, die Stängelblätter sind kürzer gestielt bis sitzend. Die einfache Blattspreite besitzt meist drei primäre Adern. Die Blattspreite ist bei einer Länge von 8 bis 30 Zentimetern sowie einer Breite von 1 bis 3 Zentimetern elliptisch bis lanzettlich mit einer verschmälerten Basis sowie einen ganzrandigen und meist gewimperten Rand.

Generative Merkmale Die Blütezeit erstreckt sich vom Spätfrühling bis in den Frühsommer. Die Blütenkorbschäfte sind lang und unverzweigt. Der endständig und einzeln stehende körbchenförmige Blütenstand besitzt einen mehrreihigen Hüllkelch. Die Hüllblätter sind bei einer Länge von 7 bis 12 Millimetern sowie einer Breite von 1 bis 4 Millimetern lanzettlich bis eiförmig.

Die 10 bis 20 sterilen und neutralen, haltbaren Zungenblüten sind 40 bis 70 Millimeter lang, 3 bis 4 Millimeter breit sowie hell-rosafarben bis rötlich-violett; sie sind zurückgebogen und kahl oder auf der Unterseite spärlich behaart. Der rundlich-gewölbte Blütenkorbboden hat einen Durchmesser von 1,5 bis 3 Zentimetern und ist 2 bis 3 Zentimeter hoch. Er ist mit zahlreichen, an den gerundeten Spitzen purpurrot gefärbten, 8 bis 11 Millimeter langen, etwas nach innen gebogenen Spreublättern besetzt. Die zwittrigen und fertilen Röhrenblüten sind 5,5 bis 6,7 Millimeter lang und meist purpurrot.

Die 2,5 bis 5 Millimeter lange, kahle und mehr oder weniger warzige Achäne ist hell-braun und besitzt ein kleines, dunkel-braunes Krönchen mit bis zu vier Zähnen.

Chromosomensatz Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 11; es liegt Diploidie vor mit der Chromosomenzahl 2n = 22.

Unterscheidung ähnlicher Arten Echinacea sanguinea und der Prärie-Igelkopf sind oft nur schwer voneinander zu unterscheiden. Echinacea sanguinea hat schmalere Strahlenblüten, schlankere Stiele sowie schwarzrote Röhrenblüten und Spreublattspitzen. Diese sind beim Prärie-Igelkopf eher blass. Die Pollen von Echinacea sanguinea sind gelb, die des Prärie-Igelkopfes sind hingegen weiß. Der Blütenkorbboden von Echinacea sanguinea ist abgeflacht, der des Prärie-Igelkopfes halbkugelig bis kegelförmig. Allerdings können diese Merkmale ineinander übergehen, insbesondere in Oklahoma und Arkansas, wo sich die Verbreitungsgebiete der beiden Arten überschneiden. Echinacea sanguinea kommt vor allem auf sandigen, sauren Böden in Kiefernwäldern vor, der Prärie-Igelkopf hingegen bevorzugt Prärien mit kalkhaltigen, basischen Böden.

Vorkommen und Gefährdung Echinacea sanguinea hat das südlichste Verbreitungsgebiet aller Echinacea-Arten. Sie kommt im mittleren Süden der Vereinigten Staaten vor, im Südosten Oklahomas, im Südwesten von Arkansas, in Osttexas und im zentralen Louisiana. Dort besiedelt sie lichte Kiefernwälder, Hochgrasprärien und Straßenränder auf sandigen, sauren Böden in Höhenlagen von 0 bis 200 Metern.

Echinacea sanguinea kommt zwar in einigen Gebieten noch zahlreich vor, doch wurden die Populationen durch die großflächige Umwandlung der Prärien in Weideland sowie durch Abholzung der Waldlebensräume stark zersplittert und somit genetisch voneinander getrennt. Durch weiteren Lebensraumverlust, Brandbekämpfung und Wildsammlung ist die Art gefährdet. In Oklahoma gilt sie als „vom Aussterben bedroht“ und in Arkansas als „stark gefährdet“. Der Bestand im Kisatchie-Staatsforst in Louisiana wird besonders beaufsichtigt und gefördert.

Systematik Die Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1840 durch Thomas Nuttall in Transactions of the American Philosophical Society, Band 7, Seite 354. Das Artepitheton sanguinea bedeutet „blutig“ oder „blutrot“ und bezieht sich hier auf die schwarzroten Röhrenblüten und Spreublattspitzen. Ein Synonym für Echinacea sanguinea ist Echinacea pallida var. sanguinea .

Verwendung Wie bei anderen Echinacea-Arten auch enthalten die Wurzelextrakte von Echinacea sanguinea medizinisch interessante Verbindungen, die antiviral, entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Diese Eigenschaften gehen vermutlich auf Cichoriensäure, verschiedene Polyphenole und Alkylamide zurück. In-vitro-Untersuchungen zur entzündungshemmenden Wirkung zeigen, dass Echinacea sanguinea die stärkste Wirkung hat, während die Wirkungen von Echinacea angustifolia, Echinacea pallida und Echinacea simulata etwas geringer ausfallen.

Echinacea sanguinea wird bislang kaum als Zierpflanze genutzt. Es sind auch keine Sorten im Handel erhältlich.

Literatur

Weblinks

Fotos bei Lady Bird Johnson Wildflower Center. Fotos bei Flora of the Southeastern United States, North Carolina Botanical Garden. Detailfotos bei Southeastern Flora.

Einzelnachweise Echinacea sanguinea, Sanguine Coneflower bei NatureServe.

Datenblatt Echinacea sanguinea Nutt. bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.

Kategorie:Heliantheae (Tribus) Kategorie:Heliantheae